Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1864-02-18 · 7 (18.2.1864) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
7 (18.2.1864)
Date
1864-02-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4896751-5428744-5431329--0715-4897340
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wich'ntltch 1 Nummer. Merteljährlicher Sb«n- ««entspreis j Lblr. 27ft. Bei frankirtrr Zuseuduua unter Kreuzband jahrlick 2 fl. 12 kr. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Der KrMlttisLke IeKrer. Sn^etgen zu 1 Sgr. 'die Petitzeil». Sinsendungc» entweder direkt an den verantwortlichen Nrdakreür oder an die BerlagsHandlung. Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindeleben des Ii^entbums. Herausgegeben - ' von I. Klipgenstein, Ignaz Lehmann und A. Treu. i N°.? Mainz, den 18. Februar 1864. (Vierter Jahrgang.) Ideal und Zeitgeist. Bon Lehrer Morgenstern in Gedern. (Schluß.) ' i Wir baden gesagt, daß auch in der Bibel der Gegen-! satz von Elohim und Jehova öfters hervortritt Als Moses; mit seinem hohen Aufträge belehnt werden sollte, da war es ein Engel Jehova's, der ihm erschien (2. B Mos. Z, 2.) Jener aber, die Schwierigkeit der Zeitverhältnisse : nnd seine eigene Unsicherheit in Egypten erwägend, konnte wohl Elohim nicht unbedingte Folge leisten (V. 11—14.;; Jehova aberj zu widerstreben vermochte er nicht mehr, als es anfing klar zu werden in seinen! Jnnein, und er sein ganze» Unternehmen, sowie dessen Erfolg deutlich über scheu konnte (B. 15. u. f). — Der M mich ist das Geschöpf der Verhältnisse, seiner Zeit, qvi^n Dt>s. Wie kann er auch anders? Unterliegt er ja doch den Einwirkungen derselben, übt doch diese einen solchen Einfluß auf seinen Geist, daß er selbst ein Glied meiden muß in 4>er großen Kette von Ursachen nnd Wirkungen zur Nealisirung des erhabensten Ideals. Und ist durch gute Erziehung und Unterricht so auf ihn gewirkt worden, daß ihm bei der Wahl der Mittel zur Erreichung dieses Zweckes seine Vernunft eine sichere Führerin ist. gebraucht er mit festem Willen diese Mittel, dann sind diele dcn> zu erstrebenden Ziele entsprechend, Beide sind moralisch, — cv.^x 'n ist sein Begleiter auf seinem nicht immer rosigen Pfade. Fröhnt er aber seinem Egoismus, ist sein eigenes Ich sein höchstes Ziel, und ist ihm kein Mittel zu niedrig, keine Schranke zu heilig, wenn er hinter ihr nur fein eigenes Wohl, und wenn auch auf Kosten des allgenieinen Besten, zu finden hofft, dann sind Mittel und Zweck physisch, — er dienet ein* cv.'tk. — In diesem Sinne ermahnt auch der Prüpbet Micha, (<!, 8.): 3',tj ne et« ~b T;n. — Es ist Dir Gelegenheit gegeben, o Mensch, für die Ausbildung Deiner geistigen Anlagen zu sorgen! “dc tpm 'n noi. — Lasse diese Gelegenheit 'io auf dieselben einwirkcn, daß Tu Deinen Lebenszweck einzig und allein in dem Streben findest, Jehovah angenehm zu wer den, non rrriNi crcc rnry ort «■—. und wende immer zur Erreichung dieses Zweckes, zur Realisirung des Ideals des vollkommensten Guten, solche Mittel an, welche diesem Zwecke entsprechen; ■prttN cy nb jjjyn- - hüte Dich besonders bei Anwendung dieser Mittel vor der gemeinen Selbstsucht, und trage so zur Morasisation Deiner Zeit, ja aller Zeiten bei! (Vergl. auch Ps. 15.) Zuvl Schluffe ein Wort für uns, meine geehrten Herren Kollegen! Wir sind es, deum der hohe Berus geworden ist, die uns anvertrauten zarten Pflänzchen so zu warten und zu pflegen, daß aus ihnen starke, gesunde Bäume werden, die ihre labenden Früchte jedem darnach Lechzenden freundlich anbieten, und unter deren kühlenden Schatten der müde Wanderer getrost sein Haupt zur Ruhe niederlegen kann. Wir sind dazu ausersehen, durch Erziehung und Unterricht in den unserer Leitung übergebene« i Kindern ein Geschlecht heranzubilden, welches fähig sei, sich bei seinen Handlungen aus freier Wahl zu solchen Mitteln und Wegen zu bestimmen, welche ihm und uns, in! den spätesten Zeiten noch, zur Ehre gereichen, und welche! da§ ganze Zeitalter seinem Ideal näher führen. Dieses ist I unser Auftrag, und dieses Auftrages wollen wir uns würdig i zeigen. Wir wollen uns dessen auch da würdig zeigen, 1 wo man sich stoch nicht recht klar geworden ist, was wir eigentlich sollen o5er wollen, da sogar, wo man gar noch nicht zu der Einsicht gekommen ist, daß wir überhaupt Etwas sollen, wie viel weniger wollen. Und ob man uns auch hintansetze, ob man uns auch gering schätze,, so wollen wir doch nicht gleichgültig werden in der getreuen Erfüllung uiiserer Pflicht; vielmehr denen, welche uns auf diese Weise unser Amt erschweren, beweisen, was Begeisterung für eine Sache vermag. Und wenn man uns bis jetzt auch noch nicht gewürdigt hat, hinsichtlich-unseres Amtes unter den Schutz der Regierung gestellt zu werden, wenn in dm Ständekammcm der Regelung unserer Amtsverhältnisse auch noch nicht genug das Wort gerevet worden ist, so ist und bleibt es doch wahr, daß rvir es sind, die dem.Staate seine guten Bürger liefern, und« in diesem Bewußtsein wollen wir unsere Befriedigung sindm. Einen Elijah, einm Ieia sah zum Muster nehmend, wollen wir fortfahren im Kampfe für die Wahrheit gegen die Lüge als wahre „Lehrer Israels," und unser Organ „der israelitische Lehrer" mag den fpütestm Geschlechtern noch verkünden, daß wir diesen Namen verdientm, daß mir einen wahren Heldenkampf geführt haben. Lasset uns also aushnrrm auf der Wahlstatt, und unier Losungswortsei: Elijah! (Iah ist'mein Gott!) (Das erhabmste Ideal will ich durch ihm entsprechende Mittel

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.