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Der israelitische Lehrer · 1864-02-11 · 6 (11.2.1864) · p. Seite 22

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
6 (11.2.1864)
Date
1864-02-11
Page
Seite 22 (sequence 2)
Language
German
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22 Guten, — Elohim beMhnet den Z e i t g e i st. (Sehr treffend bezeichnet daher Raschi Elohim mit und Jeho- Iah mit N^2-' Elohim als die Gejammtmasie der Ursachen und Wirkungen, als Zeitgeist, ist als solcher bedingt durch bestimmte Gesetze, nach denen er sich modeln müß, und ist das Mittel des Endzweckes, Jehovah. die Wett in einen solchen vollkommenen Zustand zu versetzen, daß sie in deniselden durch keinerlei örtlichen oder zeitlichen Einwirkungen gestört werde.) Auch in der Bibel treten diese Contraste oftmals deutlich hervor. Bon Elohim konnte Abraham zur Opferung 'seines, Sohnes aufgefordert werden (1. B. Mos. 22, 1.), ein Engel Jehooah's mußte ihn davon abhalten (B. 11). .(Schluß folgt.) Recenfioue«. Pädagogisches Jahrbuch für 1864; von Adolf Diesterweg. Frankfurt a. M. 1863. Joh. Ehr. Hermann'sche Buchhandlnng (Moriz Diesterweg.) - Es gibt Namen von so vorzüglichem Klang, daß ihre einfache Erwähnung hinreicht, alsbald das regste Jntereffe hervorzurufen. Der Name D fest er weg's ist ein solcher; er ist mit dem gesammten Leben und Weden der deutschen Schule auis Innigste verknüpft, er ist gleichsam der Führer geworden für die fortschreitende Bewegung auf fast allen pädagogischen Gebieten. Ter Name Diesterweg's bedeutet ein Piincip, eine Fahne, ein Symbol, so daß das, was er für die Schule schreibt und wirktnormgebend bleibt, und an und für sich einen Borrang behauptet vor allen übrigen Erzeugnisien des pädagogischen Büchermarktes. Das „Jahrbuch" ist seit 14 Jahren der Mittelpunkt regster Geistesthätigkeit, unablässigen Kampfes gegen alles Rückschreitcnde, Verdummende, gtgen alle Beeinträchtigung des Rechts dir freien Schule, gegen alle Faule i.nb Finstere. Es ist der Lehrsaal der „besten Männer." Das vorliegende reiht sich seinen Vorgängern in würdiger. Weise an. Wir begnügen uns daher mit der blosrn Aufzählung der darin enthaltenen Aussätze: 1) Die Emancipation-der Schule, von A. D. 2) lieber das Wesen ünd die Bildung der Inenschlichen Vernunft, von Dreßler. 3) lieber die innere Organisation einer mehrklassigen Schule, von Or. Wichard 'Lange. 4) Das preußischeUnterrichtsgesetz, von A. D. 5) Religionsbekenntniß und Schule, von Jürgen Bona Meyer. 6) Die Volksschule auf dem evangelischen Kirchentage von- A. D. — Möchte es kein deutscher Lehrer, versäumen, sich an dieser Schrift zu erheben. Wenn der „israelitische Lehrer" als solcher wohl auch blos die jüdische Schule vertritt, so sind doch seine Bestrebungen dem Wese nnach nichts weniger als entgegengesetzt der freen deutschen konfessionslosen Volksschule. Die jüdische Vottsschule ist eine Thatsache, über die uns hinwegzusetzen nicht in unserer Macht liegt. Unsere Aufgabe ist es, einerseits dem jüdischen Religionsunterrichte eine Gestalt zu geben, durch welche er auch in der freien" Volksschule seiner hervorragenden Bedeutung zu entsprechen und dieselbe zu behaupten vermag, andererseits vorderfamst — bis die freie Schule eine Wahrheit ist, — die „jüdische" Volksschule auch als solche allen anderen Volksschulen gleichberechtigt zu machen. Aber auch neben der freien deutschen Volksschule wird die jüdische Religionsschule ihre Stelle als vollberechtigte Anstalt behaupten, denn das Wesen des Judenthums ist dem Wesen jener Schule entsprechend, und der Gegensatz, wie er zwischen dem Dogmatismus der christlichen Kirche und der Pädagogik der Gegenwart besteht, herrscht nicht auf jüdischem Gebiete. Es gibt keinen jüdischen Lehrer, der nicht, ohne seinem Judenthuni und deffen Lehre und Gebot im Mindesten untreu zu werden, alle die pädagog. Sätze fast unterschreiben könnte, die Diesterweg z. B als Gegensätze zur Kirchenlchre im Jahre 1852 in seinem Artikel „Kirchenlehre und Pädagogik" ausgesprochen. — Darum, begrüßen wir diese Jahrbücher immer mit doppelter Freude. Sie kräftigen und klären unser Bewußtsein als Lehrer und als — Juden. Korrespondenz. Odernheim, 2. Febr. 1864. Das Central-Comits der „Alliance israelite universelle“ in Paris veröffentlicht soeben den Bericht über seine Wirksamkeit während des letzten Viertels vom Jahre 1803. Wir geben hiermit einen Auszug aus diesem Schriftstücke, daß von der rechten Beharrlichkeit des Central - Comitö's, von der Bedeutung dieser zu Großem berufenen Vereinigung und von dem steten Wachsthum derselben Zeugniß gibt, und werden fortfahren von Vierteljahr zu Vierteljahr von diesen Verhandlungen Mittheilung zu machen.*) In der Sitzung vom 8. October, welcher Herr M. Königswartcr präsicirte, waren 112 neue Beitrittserklärungen angezeigt.**) Außerdem waren der Bibliothek der Vereinigung verschiedene Schriften übergeben worden. Nach den die äußere geschäftliche Leitung der Alliance betreffenden Verhandlungen, wurde ein Schreiben des Chef's des Cabinets des regierenden Fürsten Kusa in Bukarest mitgetheilt, das befriedigende Aufschlüffe über die Emancipation der Israeliten dortselbst gab; der Colonel Alexander, Vertreter des Fürsten in Paris, war beauftragt, mit dem Comite der Alliance wegen dieser Angelegenheit in Relation zu treten. — Die Israeliten Corfus bitten das Comite, wegen Streichung das nach der griechischen Berfaffung vorgeschriebenen Eides Schritte zu thun, da dieser Eid unvereinbarlich sei mit dem jüdischen Bekenntniffe. Das Comitö beschließt, dem durch Paris reisenden Könige der Hellenen eine Adresse in diesem Sinne zu überreichen. — In Tanger soll auf *) Wir bitten das vereheliche Sekretariat der .Alliance" um gefl. Bemerkung, daß nicht Bcrnheim, sondern Odernheim unser Wohnort heißt. **) Nach dem Bulletin der Generalversammlung vom 18. Juni v. I. waren damals unter den 1388 Mitgliedern 752 in Frankreich, 271 in Italien, 122 in den Niederlanden, und nür 56 m Deutschland, — Oestereich und Preußen eingcschlesitzn. Warum?

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