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Der israelitische Lehrer · 1863-12-30 · 52 (30.12.1863) · p. Seite 19

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
52 (30.12.1863)
Date
1863-12-30
Page
Seite 19 (sequence 5)
Language
German
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— 19 Pamphlet; wir haben nun also nur noch die früheren Behauptungen unseres nassauischen Correspondenten zu vertheidigen; — wie Herr Dr. H. zu der nicht undeutlich ausgesprochenen Vermuthung kommt, wir hätten selbst den Artikel fabrizirt, haben wir oben angedeutet; wir können hiergegen Herrn Dr. H. die Versicherung geben, — und da wir noch nie solche Dinge vorgcbracht haben, wie sie in der Beilage zu Nr.l 2 d. a. Z. d. I. sich vorfinden, wird man uns glauben i— daß wir ohne besondere Veranlassung weder an ibn noch an' sein Seminar denken; am allerwenigsten Artikel gfgen ihn sabriciren. Nun, wir wiederholen! Es ist eine Versündigung gegen den Geist unserer Zeit, gegen die armen Jünglinge, welche sich dem Lehramte widnien, gegen unsere heilige Religion, eine solche Anstalt „Seminar" zu nennen. Le possible de deniain n’est pas le poisilde d’aufourdhui. Anfangs, als es noä). gar keine Veranstaltung gab, wo isr. Jünglinge dem Lehramte sich widmen konnten, mag das hingereicht haben; aber jetzt glht'S nicht mehr. Gerade, weil die nassauisä)kn Gemeinde! klein und die Volksschulen reine Communalsckulrn sind, müssen die isr. Lehrer als Volkslchrcr ausgebildet werden, daniit die Lehrer und die Gemeinden ihr Recht fordern können, daß in solchen Gemeinden, wo niehrere Sä)ulen sind, ein iSr. Lehrer in der Gemeindeschulc angestellt werde. Erst, wenn den Juden dies Recht wird, sind die Schulen wirklich frei, wirklich Communalschulen, für uns, als Juden. Wir verweisen auf Baden, wo jetzt denkende, edle jüdische Schulmänner einen wich ehre , wertsten Kampf für ihr gutes Recht, ja, nicht allein für :hr Recht, sondern für das volle und ungeschmälerte Recht der ganzen d e u t s ch e n Juden heit sichren. Unsere i ganze Hochachtung solchen Männern; das stud die wahren! Israeliten, die Gottestämpser! An dem Tage, wo jüdische. Lehrer an öffentlichen Volksschulen angestellt werden, und erst an jenem Tage, werden die Juden Deutschlands völlig emanzipirt sein Wann dieser Tag erscheinen wird, wird man :n Baden, in.Bar: rn, Würtemberg.und wohl überall, wo die jüdischen Lehrer Seminaricn besuchten, die rechten Män . ner finden, die an itireni Platze sind; — und in Naffau? — Es ist unmöglich, es ist lächerlich, und doch wieder schmerzlich, wenn ein Mann so viel Anmaßung hat, nicht allein Religionslehrer undBezirksrabbincr iii einer Person sein zu wollen, was sä-on viel ist, sondern sogar auch den alleinigen „Lehrer der Lehrer" zu machen, sich ein 10 großes, nach allen Seiten hin ausreichendes Wissen in allen Fachern zuzutrauen, daß er in allen Wissens: äßerli an einem Seminare zu unterrichten vermag. . Solche Universalgenies für Theologie und Pädagogik und jedes dem Pädagogen nöthige Fachwissen gibt es nichs. Es ist nicht allein traurig, es ist empörend, den Lebenskreis eines jungen Mensäien, der sich dem Lehrerberuie widmet, so enge zu.ziehen, ihn. zu verdamme», ewig ein armselig besoldeter und zugleich geistig beschränkter Religionslehrer in Nassau zu bleiben. Sollen wir nun noch durch Belegstellen aus den neueren pädagogische» Schriften erweisen, daß gerade der Religio ns lehrer die tüchtigsten Kenntnisse haben inuß? Selbstverständlich niuß er auch religiös sein; eine Wortklauberei, wie sie im Art. Ruppertshofen in Nr. 3 versucht worden, ist lächerlich. Sollen wir erweistn, daß er ein pädagoisch durchgebildeter Mann sein muß, dem auch die anderen Hülfskenntniffe nicht fehler dürfen? Daß ihm mindestens jenes Wissen nicht fehlen »arf, das man heutzutage von jedem gebildeten Manne so dert? Sollen mir erweisen, daß es eine Unmöglichkeit ist, daß in dem. kurzen Zeiträume von etwa 2 Jahren )ie ohne genügende Vorbildung aufgenommenen Jünglinge sich ein solches hinreichendes Wissen erwerben können, beso zders da sie noch nebenbei die Funktionen des l)r. H. in Eins, Dausenau, Vachbach, Nievern, Nassau - und Höchst*) versehen müssen? p'- p & -iix Wir haben Briese von bevorzugten Zöglingen des Emser Seminars, die dieselben Anklagen gegen Hrn. Dr. H. aussprechen, die unser Corresivndent in Nr. 4l> zu rügen sich veranlaßt fand. Wir haben Beweise von in der genannten Beilage dw a. Z. d. I. prahlerisch erwähnten Zöglingen dess. Senstnars, daß die Rüge, „die. Zöglinge verständen nichts vor deutscher Sprache und Styl" vollkommen gegründet ii. Diese Beweise stehen zu Diensten. Im klebrigen bitten wir unsere ge'ch. Leier und Freunde um Nachsicht der „lcngen Rede" willen und versichern, daß wir nur mit Widerwillen den Lügen und schmählichen Angriffen entgegentraten, aus denen die Absicht herausleuchtete, mit pcrsönlichxn Veruüglimpsungen die Wahrheit zu entkräften und unserem Organe zu ichaden. Darum schließen auch wir mit den Worten des Angreifers die übrigens dem ganzen gleißnerischen Thun desselben entsprechen: mit'der Versicherung, weiteren Schmähungen Stillschweigen entgegenzusetzen. , 'i«p Xipff ,’Xp >2 tffip Wahrheit besteht, Lüge vergeht. ' I. Klingenstein. Aus dem Großherzogthum Hessen, 7. Dezbr. ^Verspätet). Die hohe zweite Kammer der Stände hat die Petitionen über Regelung des Religionsschulwescns der Hohen Regierung „zur Berücksichtigung" übergeben. Damit ist die Sache aus dem Bereiche der Legislative wieder in das der Executive ubergangen. Was ist nun vorerst zu thun? Wir meinen, es müßte di- Sache, wenn nidjt bald etwas von der Regierung geschieht, wiederholt angeregt, j und durch immer erneuertes Anregen in Fluß gebracht! werden. Sollte das nichts fruchten, so wäre nach einem Jahre mit dem Petition'.ren bei den Ständen von vorneu ' anzinangen; nur nicht einschlafen lauen! — Aber wer soll anregcn? Wir wüßten wohl, wer vor Allen dazu berufen war., aber wir werden uns hüten, dies . hier äaszstsprechen. Ach. und die in Mainz gewählte Com- - Mission! Was ist aus der geworden? Weiß irgend einer der Herren noch, was in Mainz — gesprochen worden? i iämmUtclv- ,Filiale waren schon in ineiner Zeit zu iLins geberig: sie sind also »ich! Vebufs praliischcr Anodildnng der Se- '.ü'.nariste» erst >ni; - mo vereinigt worden; dieSeininansten arbeiten, d b nnternwken da ebne direkie Beaufsichtigung; sie also Uevnngsjchnl.n zu nenne» in dein Sinne, wie i>U<J in einem Seminare gedräuchliä)., ist eine leere sZaree Und da Herr t)r H. den i^ehali deziehr, währe>id die Seininariste» die Aedeit thun, so reducirl sich auch die gepriesene llneigennützigkeit ans '.Null, adgesebe» daran, daß einem »w ält zufolge auch eine gewisse jüdische Stiftung von Hrn. d»r. H. zu diesem Zwecke verwendet wird. K.

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