Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 3 (21.1.1864)
- Date
- 1864-01-21
- Page
- Seite 11 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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li — schätzen als die Uebersetzung, so untc rschützen wir doch auch nicht eine gute Uebersetzuna, besonders in einer so kernhaften unübertrefflichen Sprache wie die der Zunz'schen Bibel. Was veil Ausdruck „traditionell" betrifft, so ist dies ein leeres Schlagwort; was ist traditionell und was nichts Ist das Wort min? D’:e v'r: nicht auch traditionell? — Uebrigens hätten wir gewünscht, der geehrte Herr Berlasier hätte mehr mit pädagogische,l und sachlichen Gründen und Beweisen gekämpft, als sich mit dem Aussprechen seiner entgegengesetzten Ueberzeugungen begnügt. D g m i t i st n i ch t s bewiesen! Einer Entgegnung mit klaren pädagogischen Gründen möchten wir auch jetzt noch die Spalten unseres Blattes mit Freuden öffnen. Es gibt solche Beweise. Möge uns der rechte Mann bald mit solchen Beweisführungen erfreuen: sie werden der gesummten Lehrerwelt willkommen fein.: Correspondenz. Ruppertshofen (Nassau», im Januar 1^6 i. In Jii. -i'.l Ihres geschätzten Blattes vom Der. Ir I. findet sich ein Artikel ans Nassau, der uns veranlaßt, im Interesse der Wahrheit Einiges zu erwidern. Es wird in demselben ein Mann, der bei seinen Glaubensgenossen und auch bei den Christen hochgeachtet ist, in einer Art und Weise äuge griffen, die wir nicht billigen können, ja die uns und gewiß mit uns alle seine Schüler tief verletzt. Wir sind es uns nnd den. Manne schuldig der Wahrheit die Ehre zn geben. Doch folgen wir dem Artikel Schritt vor Schritt. Es heißt dort: Wir wollen wohl weniger alles Andere berühren, aber gewiß ist rs Herrn .Dr. Hochstädter nicht gelungen, in seiner Entgegnung i.i» d. a. Z. d. I.) den Beweis $u rühren. daß das von ihm geleitete Seminar seine Aufgabe erfüllt, und die voll ihm ausgestellten Lehrer wirklich mit einer geeigneten Bor und Ausbildung ins Amt treten. Freilich ist es zweifellos, daß nianche Jünglinge, wir möchten sagen trotzdem, — sich ein ziemliches Lehrerwissen.dort er worben, mag auch Einer oder der Andere im Auslände selbst Elemcntarlehrer geworden sein, aber sicherlich ist hieran nicht das Seminar des Hrn. Dr. H. Schuld." rc.' .'c. Wir können hier nicht alle die Verdienste auszählen, die sich Hr. Dr. H. um die isr. Religonsl. Nasian's erworben hat, aber das müffen wir denn doch, sagen, daß er nun schon seit einer langen Reihe von^ Jahren für eine bessere Gestaltung unseres Schulwesens arbeitet, arbeitet mit einem Eifer und einer Treue, vor der der geehrte Herr Verfasser ivenigstens hätte Achtung haben sollen. Wenn Hr. Dr. H. sagt. daß sein Seminar seine Aufgabe erfüllt, w meint er jedenfalls unter den gegenwärtigen Verhältnissen. Wie wenig er den Geist der Selbstgenügsamkeit in seine Zöglinge pflanzt, wissen diese am besten. Wie oft hat er uns gesagt: „Ich lege nur den Grundstein, arbeitet weiter unermüdet." Und wenn sich in Ems manche Jünglinge ein 'ziemliches Lehrerwisse« erworben, wem ist es dann zuzuschreiben? Warum das „trotzdem?" Was ist hmm Schuld, wenn das Seminar es nicht ist? Wir Zöglinge desselben wissen besser, wem wir den Grund unserer Bildung zu verdanken haben. Wer Hrn. l)r. H. wirklich verstanden hat, wird ihm ein dankbares Herz bis an's Grab bewahren. Das möge ihm ein Trost sein bei solchen Anfeindungen. Der Herr Verfasser sagt ferner: Vor allem ist es durchaus unzulässig, einen Unterschied zwischen Religions- und Elementarlehrer zu machen, und den Ersteren mit einem geringeren sogen, profanen Wissen für seinen Beruf hinlänglich ausgerüstet zu glauben rc. Recht hat der Herr, wenn er damit behaupten will, daß der jüv. Religionsl. das Maaß der-allgem. Bildung haben muß, das auch ein Volkslehrer haben muß. Unrecht hat er aber, wenn er zwischen Religionslehrer und Bolkslehrer — der Hr. Verfasser nennt statt dessen „Elementarlehrer", was aber offenbar falsch ist, denn die, welche man mit diesem Namen bezeichnet, haben mehr als die Elemente zu lehren — keinen Unterschied macht. Der Letztere muß Manches wissen, was Ersterer nicht zu wissen braucht. Wir geben ein Beispiel. Der Religionsl. muß allerdings wissen, in welchem Verhältniß das Rechnen zu den übrigen Disciplinen deS Volksnnterrichtes steht, er braucht aber nicht zu wissen. wie die einzelnen Hebungen der Brnchdimsionen auseinander folgen. Es kömmt vor allen Dingen daraus an, daß wir unsere Aufgabe klar erkennen und nicht unbestimmten Idealen nachjagcn.. Daß der Hr. Vers, dieses durchaus nicht thut — daß er viel Luftbilder erstrebt, geht aus seinem weiteren Satze hervor: „Wer das Edelste im Menschen entwickeln und zur vollen Blütheu bringen soll, wer berufen ist, das religiöse Gefühl zn erwecken, Religion zu lehren, der muß.ein tüchtiges pädagogisches sind methodisches Wissen haben und ein solches läßt sich nur auf-breiter Basis humanen Wissens ruhend denken " Wir haben wirklich einen Augenblick unseren eigenen Augen nicht getraut, ab es io stände. Wenn das den Religionsl. ansmacht, dann hat Hr. Dr. Höchst, aller Vings seine Aufgabe nicht erfüllt, d/nn er hat uns ein ganz Anderes gelehrt und in seiner Person gezeigt. Religion kann nicht gelehrt werde», und wenn der Lehrer noch so viel wüßte. Was man nicht ist, dazu kann man Andere nicht bilden. Die Religion verlangt, das; man selbst Glauben, tiefe Religion bat! Wie kann man durch Lehre Gefühle erwecken? Gefühle können nur durch Gefühle erweckt werden. Freilich muß das Wissen hinmkommen, aber es ist nicht Vas Erste nnd Rothweudigste. Doch der Hr. Berf. gibt uns noch neue Rätbsel zu lösen. Dieses tüchtige pädagogische und methodische Wissen — weiß er nicht, daß die Methode ein Theil der Pädagogik ist — soll nur auf breiter Basis humanen Wissens ruhen." Es hält wirklich fchver, dieses Chaos der Begriffsverwirrungen zu entziffern. Wir wollen für diesmal es hingehen lassen, daß Wissen und Bildung verwechselt worden; wir wollen uns fragen: Wie soll die breite Basis der humanen Bildung für den isr. Religionsl. gewonueu werden? Eine humanistische Bildung wird dadurch gewonnen, daß man das classische Alterthuw zum Mittelpunkt desselben macht, wie es auf den Gymna sien geschieht. Hier wird auf breiter Basis eine humane Grundlage gelegt und auch weiter gebaut. Die Realschulen machen die Realien rcsp. die Naturwissenschaften zum Mit telpunkte. Die Volksschulen machen den Religionsunterricht zum Mittelpunkt. Der Volkslebrer. auch der isr. Religions