Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1864-01-21 · 3 (21.1.1864) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
3 (21.1.1864)
Date
1864-01-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4896751-5428744-5431321--0698-4897324
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wöchentlich t Nummer. ' T*) n r* «ierXIlährlger At»n- * nementepreis i Lllr. — 27 kr. Bei staokirter Zusendung unter Ürcurband jährUck 2 sl. 12 kr. Bestellungen nebmcn alle Postämter und Buchhandlung,-u nn. /lnzeigen pi 1 Ezr. die P'tit;eile. Einsendungen entweder direkt an den »eran» wörtlichen Redakteur oder nn die! Berlagsbandlung. ^rgan für die Scbnle, rie Familie und das Gemeindeleben des Iud.cntbuttls. Herausgegeben von I. Lliugenftcin, Igna; Lehmann und A. Treu. N°' :t Mainz, den 21. Januar 1864. (Vierter Jaiirgai^*.) Das Ueberfetzen des Pentateuch. 'N'?r -n: P2ni mn2* ,-rp’ p’-.p ,t-.':x ’;x\' Für nichts hatte ich mich bemüht, für Leeres und -Eitles hätte ich meine Kraft verzehrt, rief ich mit JesaiaS aus, als ich den Artikel: Das Ueberfetzen des Pentateuch, von S. Simon, inNr. 40 v.J. des „IsraelitischenLehrer" las; denn es sind jetzt an 35 Jahre, daß ich den Untericht im roin ertheile, und ich sollte nach der Ausführung des Verfassers diese Zeit rein vergeudet haben? \-px r,x;r,P>Ei nx px. Aber, mit dem weiteren Worte des Propheten, mein Liecht ist beim Ewigen, und mein Werklohn bei meinem Gotte, beruhigte ich mich. Ich. sehe mit Stolz und Gcnugthuung auf meine Erfolge . bei diesem Unterricht in . dieser langen Zeit zurück. 'Ich--, bin mir bewußt nach den verschiedenen Altersstufen:^ das religiöse Gemüth des Kindes geweckt, den sprachlichen Schatz wo möglich beigebracht, den '"w* Commentar mit den altern Schülern durchgenommen, bei dem Geichichtlichen auf den Lenker der Geschicke aller Völker, namentlich seines Volkes hingewiescn, die N'-E erörtert und vor Allem Geist und Gemüth des Kindes für jüdische Religion, jüdisches'Wissen und jüdische Geschichte genährt und die Erkenntniß des Einig-Einzigen angcbahnt zu haben. Alle Schüler haben nicht nur eine Kenntnitz des »ein, sondern, was der Verfasser io sehr betont, auch ein Verständniß des rein erlangt, und hierdurch auch sich ein Verständniß der leichtern historischen Bücher angeeignet. Und was ich mit meinen geringen Kräften in diesem Zeitraum geleistet, das mögen wohl viele Lehrer bei ungünstigen Verhältnissen nicht haben leisten können, aber Hunderte gewissenhafte und für ihren Benrf begeisterte Lehrer in einem noch höher« Grade erzielt und erreicht haben. Wir Alle, frage ich im Namen der geehrten Kollegen, 'ollen vergebens gearbeitet, unser Thun nicht mehr g»fruchtet haben, als was „mit der bloßen Zunz'schen Bibelübersetzung"-besser zu erreichen gewesen? Ich verkenne durchaus nicht den Werth dieser Brbelausgabe, namentlich in so weit die traditionelle Erklärung berücksichtigt ist; aber von dieser trefflichen Uebersctzung bis zum Verständniß des rein in der Ursprache, ist ein weiter, weiter Abstand. Jede Uebertragung kann nur mangelhaft sein. Nur schwach schimmert der Geist der min in der Uebersctzung durch. Und Gottes Geist, der in seiner heiligen mn niedergelegt ist und waltet, steht über jeder profanen (?) Uebertragung so hoch „wie der Himmel über die Erde ragt, denn nicht meine Gedanken sind die eungcn." Der Talmud berichtet, daß, als die griechische Uebersetzung erschien, die Welt erschüttert worden, denn nun erhob sich Menschenwahn und glaubte Gottes Geist und Gotteswort verdrängen, und die eigene Eatzüng und Auffassung in Gottes Wort hineinlegen zu können. Helliger Eifer') ließ sich im vorigen Jahrhundert hinreißen und verbrannte die Mendelsohn'sche Uebersctzung, denn diese Gottesmänner sahen mit Betrmbniß die Zeit voraus in welcher die Nachkommen verlassen würden „die Quelle des lebendigen Wassers - um sich zu graben zerbrochene Cisternen." Und daß diese Zeit schon ei'-tnren, sehen wir> wenn ejn jüdischer Lehrer-) den Niltcrrlcht im V2-7! für zeitraubend, für langweilig erklären kann, für ein Fach das nur Gelehrte von Fach treiben können. Wo aber soll die' Grundlage der jüdischen Gelehrsamkeit gelegt werden, wenn nicht in der jüdischen Schule? etwa auf Gymnasien und Hochschulen? Wie sollen die ms» erklärt, erörtert und nachgewiesen merden^ivenn nicht aus den Worten der nun??8ietet die Zunz'sche oder jede andere Uebersctzung etwa Anknüpfungspunkte für ,~2id ,n*s’3 ,r:r n-2bn I) * 3) "12' E'XP2 ,0’J’C 1’2~X.? Wo find da die Andeutungen für die trationellen Erklärungen, die im Geiste des Judenthums liegen, und sich nur durch den VEin-Unterricht von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt haben?4) .. Oder abstrahircn wir von diesem Allem, und beschränken uns bloß auf die piP2r? nsE?. Aber auch diese können nur aus der nun, im Geiste der "°n erörtert werden. I) Tas ist denn doch >u stark! Liehe, Nachbemerkung. Heb. - 2i Herr Limen ist nickt Lehrer, mindestens seit lange nicht mehr. - Red. 3) Aber warum daü nicht sich an die Uebersetzung ebenso gut alö am Urstrte anjchlleßcu laßt, begreifen wir nickt. Red. -1) Wie, zieht es tiabitii'ncUc Erklärungen, die sich auch heute ns bp2 forlpsianzen? Wir werden am Ende rielleicht bald von einem Werke übcrrasckt, daß diese uralten, funkelnagelneuen Lfsendarungen (2"s>"n) die die vcrstoktc Welt nickt kennt, -bringt? y Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.