Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 2 (14.1.1864)
- Date
- 1864-01-14
- Page
- Seite 7 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4896751-5428744-5431319--0695-4897322- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4 wie Die festliche Freude hier von dem.Feste im Gotteshaufe nicht zu trennen; wie das Judenthum die sittliche Freude heilige und weihe, weil unsere Religion eben eine Religion der Freude in und mit Gott sei. Stürmische Begeisterung folgte den ebenso heilem als zündenden Wortm. Selbst am anderen Morgen, als gerade in der der Wohnung des Herm Liebmann, (wo Dr. Stein zu Gast war,) gegenüberliegenden Kirche zum Gottesdimste geläutet wurde, brachte man demselhen noch eine Ehrenmusik,. wo sich die Klänge der Musiki mit dem Klange der Glocken vereinigten, und fast die Gemeinde vor dem Balkon des Hauses versamnielte. Mögen solcher Tage für dm Redner und für die Verherrlichung des Judmthums durch stinm beredten Mund noch viele sein.-r Aus Oberungarn im Januar (£...) Die'Jnfpektoratsfrage, die Anfangs in den Joumalm mit so großem Pompe auftrat ist dermalen ganz in dm Hintergmnd getreten und wenn man hie und da noch von Vertrauensmännem spricht, welche die schwebende Frage in Bälde ordnen werden, so wollen Sie hierin nichts als Phrasen erblicken, denen eine jede Bedeutung abgesprochen werden muß. Wir unsererseits tonnen uns nun einmal mit der vielgepieienm Autonomie, wie sie hier zu Lande gefordert wird nicht befreunden, und obwohl in einem Lande geboren und erzogen, wo die Schule schon seit Jahren frei ist, kön nen wir einer Autonomie, die.mit Anarchie gleichbedeutend ist, nimmer das Wort reden. Ohne an dieser Stelle polcmisirm zu wollen / sei es uns gestattet, einige Jrrthümer um so eher zu berichtigen, da wir Entstellungen unserer Schulverhältnisie um io weniger gleichgiltig hinnehmen können, weil Ihre Corresvondenz aus Ungarn leicht zu Mißdeutungen Beranlasiung geben kann. An den in Ungarn bestehenden Musterschulen wirken nieistens Inländer, Männer, die sich schon so manche Bcr- . oimste um das vaterländische Schulwesen erworben haben ''und da sie Jahre laug an Gemeindeschulen wirkten, gewiß auch die Wünsche der Gemeinden zu berücksichtigen verstehen. Daß unter den Musterlehrern auch 3 oder 4 Deutsche wirken, was will das heißen in einein Lande, wo ncbm dem Magyarischen auck Slavijch und Deutsch geredet wird? Wenn Ihr Korrespondent den Musterhaupkschulen dm Borwuri macht, daß sie unbrauchbare- Schulbücher sabriciren, o ist damindestens übertrieben, nachdem man in Ungarn nicht nur an jüdischen, sondem auch an katholischen Schulm nach vorgeschriebenen Büchern unterrichtet und die in jüdischen Schulen eingeführten von dmm an katholischen Schulen gebrauchten nur in den konfessionellen Lesestücken abweichen. Wenn Nun auch unsere Schulbücher nicht ganz ent sprechen und wir dem Bücherzwange am allerwenigsten an jüdischen Schulen das Wort reden, so sieht es doch nicht, gar so arg mir unseren Schulbüchern aus und haben selbst im Auslände die Lehr- und Lesebücher von Bernalekm, Becker und Hermann einm guten Klang. Auch stehen die Musterschulen nicht jo isolirt im Laude wie Ihr Herr Korrespondent „Aus Ungarn" glaubt, vielinehr sind dieselben ebenso beliebt wie die übrigen öffentlichen Schulen des Landes und ist n»ir zn bedauem, daß nicht säinnitliche Lehrer des Landes aus dem Sckulsonde ihren Gehalt beziedm und nicht alle Gemeindm Musterschule« haben könnm. Wir sind überzmgt, manche Stimme, die heute, wm» -auch erfolglos, in die Welt schreit, würde verhallen und als diplomirter Musterlehrer der wärmste Verehrer dieser vom Staate erhaltenen Anstaltm werden. — — Doch wir wollen ja an dieser Stelle nm so weniger polemisirm, als eine langjährige Bekanntschaft mit Ihrem geschätzten Korrespondenten, Herm C. Pollak, dieß uns unmöglich macht; wenn wir auch andererseits als Volksschnllehrer nicht gleichgiltig eiije Korrespondenz hinnehmew können, die schonungslos einen ganzen Stand behandelt, und noch dazu in einem Blatte, welches als das Organ der Lehrerwelt gewiß der wärmste Freund der Lehrer ist, und seien diese auch'vom Staate besoldete Schullehrer. — Das Araber Schulblatt hat zu erscheinen aufgehört. Das Buhlen mit Mainz mochte wohl in der liberalsten Gemeinde Ungams nicht so ganz am Platze gewesen sein; wmn auch nicht in Abrede zu stellen ist, daß Theilnahm-' losigkeit eine Hauptursache des schnellen Eingehens gewesen sein mochte. Das vor uns liegende Pogramm der Raaber Hauptschule, versaßt vom mackeren Oberlehrer N. Fisher, dermalen Musterlehrer in S. A. Ujhely,' bringt einige recht gut gehaltme pädagogische Aussätze und ist das „Wort an die Eltern" so recht zur Zeit gesprochen, ein ebenso inhaltreicher als meisterhaft geschriebener Artikel, der eine recht weite Verbreitung verdient.*) Gedanken über einzelne Stellen der heilige» Schrift " i von C Ziuchmaim, ilieligioneltbrcr in Adrkdors. steber die Anschauungen der Urväter in Bezug ans Wett und den < Kampf mit dem Wngel. 1. Abraham, besten Grundvorstellung von Gott war die Allmacht, durch die W ltherrickiaft und Gerechtigkeit in die Erscheinung tretend. Erstere ist auch dem kindlichen Verstände am Faßlichsten, die ganze Schöpfung ist ihr Bild. Schadai ihr Ausdruck 17, 1. Zwar begegnen wir in seiner Geschichte dem unaussprechlichen I—a, aber meist als Herm d"r Welt, wie in 14, 22. 21, 33 24. 3 -c., oder in obj.ttiver Beziehung, wie in 22, 14; denn aus 2. M 6, 3 gebt mit Evidenz hervor, daß sich die Patriarchen zur subjektiven Anschauung des höchstens Wesens, als — eines über Raum und Zeit erhabenen, in ewiger Glorie strahlenden rein geistigen Seins — noch.nicht erhoben hattm (Steh. Mendels?. Com. z. St) Auch 13, i>. n'- i-Mm „Er glaubte dem Ewigen" hat den Sinn: Abraham verlrauete den göttlichen Verheißungm. Bemerkungen zu letzterem Vers: ». Es heißt in diesem weiter nTV> p l“D*£TPt „Und der Ewige rechnete es ihm zur T ugend." Der Glaube ist eine Annahme derMahrhert oder des dafür Gehaltenen. Er ist geistig gemüthl ich er Natur und wird erst ver- - *> Da diese Aufsätze in -magyarischer. Sprache verfahr, wäre eine Nebeiiragung ins Deuljche mehr atS erwünscht und möchten wir unseren geschätzten ,)re»»d und (SoUegcn anburch ersucht haben diese Arbeiien durch Uebertragung ins Deutsche auch einem größeren Kreise zugänglich Machen zu wollen. X.