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Der israelitische Lehrer · 1863-12-10 · 50 (10.12.1863) · p. Seite 198

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
50 (10.12.1863)
Date
1863-12-10
Page
Seite 198 (sequence 4)
Language
German
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198 sehr tüchtigen Lehrer wegen Hebertafiung einer Kammer zu einer beschränkten Dienstwohnung -durch-alle Instanzen prozessirt, während dieselbige Gemeinde ihrem jetzigen Perweser dieselbe nicht nur freiwillig einräumt — einen Lehrer müssen wir haben, hieß es, als sich Einer anbot, jene Kammer zu eine Niederlage seiner Waare zir micthen, aber Dich nicht — sondern auch nock das Haus mit vielen Kosten für die Eltern des Lehrers wohnlich einrichten läßt. — Der allerdöchste Erlaß vom 28^ Juni d. I., welcher unsere Cultusvcrhältniffe ordnet (?) -hat im diesseitigen Bayern die Anerkennung nicht gesunden, wie laut Ihrem' Blatte in der Pfalz. Er läßt Alles in statu« cjuo, saNktionirt damitdie in so vielen Landgemeinden herrschende Ordnungslofigkeit und erhöbet aus ungebührende Weise die Macht der Rabbinen, ohne irgend eine Ueberorchinng ms Leben zu rufen. Man wird nicht fehl gehen, wenn mandenselben dem Einftuß eines in der Legislatur in hervorragender Stellung wirkende,/Mannes unseres Glaubens zuschreibt. 'Man sprach m Miipchen lange von der Organisation einer isr. Oberkicchenbehörde. Die Berge kreisten und gebaren eine Maus. Freilich fürchteten Biele einenConststonal-Präsidenten Bamberg er, aber wir thcilten diese Furcht nicht; unsere Jett ist nicht darnach angelbän. Ad vocemt Rabbiner Bamberger. Derselbe..jammelt eifrig für „se in StMiinar." Ob er's zu Stande dringt, und welche Summe er bereits zuiammenge- . bracht, weiß er nur allein, denn wie mir ein Mann aus keiner Umgebung und ein wahrer Pergötterer desselben sagte, beobachtet er darüber ein gänzliches Lchweigcn. Bei großen Spenden scheint jedoch kläglicher Meise eine Ausnahnle gemacht zu werden.^— Ein wahres Krebsübel des Gemeindewesens bildet dermalen der unaufhörliche Zug in- und ausländischer Bettler, die nach ihren Zeugnissen aber lauter ausgezeichnete fromnie, vornehme Männer in Israel find und gegen welche Polizei und AbMehr nicht aufkommen können. Fünf Generale der Regierung von Mittelfrgnken - gegen diesen Unfang warn bisher wirkungslos. Hilf Dir selbst! heißt es hier. u m s ch a u. Bo» kein Geiste. der neck in mäncker Gemeinde des jenstiliqen Tbeilcs des Großberzocsthums Hessen waltet, gibt Zeueniß die Beralbung der 2. Kammer der Stände üver eine -Beschwerde der Gemeinte Sickenbosen wegen-I? rtsbürqer - Aufnahme, bei der es nck um einen in der Gemeinde bcimathsbe reckliqten Juden bandelte. Ter Gemeinderath. hatte die Aufnahme verweigert und fick dabei daraus gestützt, daß der Betreffende keinen guten Ruf - babe. ' Unter Anderem hatte der Gemeinderatb in einer Erklärung an das Kreisamt die Befürcktung ausgelprccken. daß, wenn dem Betreffenden die Durchsetzung seines Recurses gelinge, in Kürze sämmtlickt Juden des Ortes seinem Bei'picle folgen und die Ottsbürger-Ausnahme verlangen würden, „woiür Gott sein wolle, denn alsdann hätten ste die Iudenpest i» der io alten christlicken Gemeinde, .und es wäre ihnen die größte Geißel aller Seiten.auserlegt." Weiter wurde bezüglick des Rws des Juden wörtlich erklärt: »wie Bittsteller üch anickmiezt, kann ihm der Gemeinderath, im Einzelnen ge- ncmmcn, kein Lob spenden, die Juden find ohnedies Schlauköpse 1 und suchen ihre Portbeile durch allerlei dUittel und Wege zu erlangend Das Kreis-Amt hatte sich durck-diese „ckristlicken" Bedenken des Grmeinderaths nicht abba ten lasse», die Ortsbürger-Aufiiahme des Petenten zu versnae». Ebenso würde der, vom Gemeinderatb erhobene Recurs vom Ministerium verwor' fcn: Dasselbe geschah mit der bei der Kammer .ingereichte». Beschwerde nack längerer Diskussion, bei der die Animoütät und Intoleranz des Gemeinderatbs gebührend ge»ddigt wurde. — Eine weitere ähnliche Beschwerde einer Gemeinde wurde in äbnlstl er Weise mit allen gegen 2 Stimmen (von Löw uud Wambolt) zurückgewiesen, und zeigt nck hier i» den einzelnen Fällen, sowohl Ständekammer als Regierung dem Reckte günstig. Sollte das nicht Veranlassung bieten, diese Sacke im Allgemeinen zum Austtag zu bringen? — Der .',5. Jahres-Berickt der engliscken Iukenbekebrungs gesellschaft ist erschienen und bat in einem englischen Wochenblatte, »n „Saturday Review" einen sehr denk.ndcn und scklaa fertigen Beuttbeiler gesunden. Der Bericht weist nach, daß Etat onen mit 124 Missionären über alle von Juden bewohnten Theile der Erde zerstreut leben. (Uns zunächst Kreuznach?) Da nun diese im vergangenen Jahre mehr als ', Million Gulden (43* x> Pfund Sterling) verausgabt baden und hiefür circa «*» Juten getauft wurden, sv rechnet das bezeicknete Platt ans, daß eben jeder Täuflng in runder Summe tiOn Pfund Sterling' (721 *> fl.) kostet, was für solche namenlose Gesellen (der Bericht nennt nur ten Namen eines Seemanns auf dem Kriegsschiffe Mars) etwas viel ist. Was würde da etwa Dr. Adler (Ober- Rabbiner von England) Montofiore oder Rothschild wertb sein? In Jerusalem, wir alles für die Zwecke der Mifflon auf's Beste organisitt ist, wurden im vorigen Jahre 4M 4 Livres Sterling verausgabt, und dafür — i Juden getauit. > Das mackt netto 1111 Pfund Sterling für einen Juden aus dem heiligsten Boden. Wenn nun auck nur der Turcksckniltepreis von diesem Jabre gelten soll', so würden hock die Schätze Perus und Ealiiorniens nickt binreichen, um die '»//Mill. Juden der Welt taufen :u können. Anzeige. Die Anerkennung, welche meine JugenduudBolksschriften gesunden, haben mich bei der geringen Perbreitnnß speciell jüdischer Werke, besonders wenn sie nicht von dem „Institut" herausgegeben werden, veranlaßt, vier derselben uud zwar 1 )i Familie Hoch; 2) Hosagenl Meier; 3) „Jüdische Erzählungen" und 4) „Israelitische Erzählungen" — „Bilder aus dem jüdischen Volksleben" sind gänzlich vergriffen — an mich zu bringen, und bin ich erbötig. dieselben, deren Ladenpreis 2 fl. 24 kr. ist, gegen Postnach nähme oder portofreie Einsendung eines pr. Thlrs., sra n ki r l zu versenden. Bon dem Erfolge dieses Unternehmens wirb meine fernere schriftstellerische Thätigkeit aus diesem Gebiete abhängen. Lehrer S. Frcämrr, in Altenmuhr in Bayern. Wir können, bei der oft gehörten Klage über Mangel an Volksschriften, diesen Vorschlag unseres Krämer unseren Collegen nur dringend-anempsehlen. Die Erzählungen K's stehen unter den wenigen jüdischen Jugend- und Volksschriften in erster Reihe. Beranlaffen wir darum nach Möglichkeit eine weitere Cultur seiner vorzüglichen Kraft. Redaktion. Hierzu als Beilage: Ausruf »egen Grüuduag des UaterstützullgskrriseS. Beranrwörtlicher RedakteurJtlingenfUtn m Odernbeim n» Rheinbefsen; Selbstverlag der Redaktion. Kür den Buchhandel: in Commisßon bei- C. L. Kritzsebe i» Leipzig — Druck von I. Gottslebrn in Main». >

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