Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 49 (3.12.1863)
- Date
- 1863-12-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ILbrltt S2Rmmnrrn- Preis d«» Iabrganzs iLhtr. — tfl. 45 fr. Lei ftanfirter Z»sentmng onttr ftttuifanb 2 fl. 12 kr. erfitlngai alle PaftLnter «nb Buchheadlrnige» an. Der «raeMiscste JeKrer Snzeigen zl Lgr. sie Petik^ük.^ Ausnahme in Id» kehreroacanjei»Ust«l2i<rSJr. Linscnvunaen emweber direkt an v«n verantwortlichen > Redaktrur oder an die Berlagshlmdlimg. Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindeleven des Iudenthums. Hrrausgegrben von I. Kliugeufteiu, Ignaz Lehmann und A Treu. N°. 4». Mainz, bcn| 3. December 1863. (Dritter Jahrgang.) Aufruf« Die Gründung einer Unterstützungskasse für hilfsbedürftige, dienstunfähige isr Lehrer, für isr. Lehrer Wittwen und -Waisen ist ein anerkanntes Bedürfniß, ist eine Aüsgabe der deutschen Judenheit. Wollt ihr das» Judcnthum, Euer heiliges Erbe, vor äußerem und innerem Z« rfall wahren, wollt Ihr Bildung, Fortschritt und Humanität in eueren Familien und Gemeinden gekrästigt und verbreitet wissen, so sorgt für gute Schulen. Wollt Ihr gute Schulen, so schafft einen würdigen, in sich gekrästigten, sich seinem Berufe mit Liebe weibenden, und demselben mil Begeisterung angehörendcu Lehrerstand! Verlangt Ihr von Euren Lehrern Begeisterung 'und Hingebung, so enthebt sie i er schwersten Sorgir, .damit sie ihre ganze Tragkraft widmen können der rechten Erfüllung ihres erhabenen Berufes. — Die herbste Sorge aber ist die, darben zu müssen in den Tagen, wo Alter oder Krankheit uns zur Erfüllung des Berufes untüchtig machen, ist die Sorge für das Schicksal unserer — Wittwen, unserer Waisen, jn den Tagen, wo wir nicht irehr sind. . Die Erfahrung hat befiättiget, daß die in kleineren Kreisen zu solchem Zw« e angestrebten Vereine keine sichert Garantie des Bestehens, überhaupt kein gutes Resultat liefern; schon deswegen nicft, weil leider zur Zeit noch die Mittel des Lehrers nicht hinreichend find, bedeutende > Opfer zu bringen. -selbst wo es seine eigene, und seiner Lieben Zukunft gilt. f 1 Es haben jedoch die heute hier zu diesem Behufe •) Versammelten mif freud ger Hoffnung ein Mittel ergriffen, das nach unserer eingehendsten Prüfung und vollsten Ueberzeugung geeignet ist'; ahne irgend rin Opfer von Seiten der Lehrer und selbst ohne nur nennenswerthe Mühe derselben, nur durch Bethätigung einer vol en Hingabe Aller an ein gemeinsames Ziel die Mittel zur Gleichung des obenangedeuteten Zweckes'zu bieten und auf'sicherer Grundlage eine Unterstützung« - kaffe für Lehrer aufzubauen. < ES ist dies Mittel vorläufig die Herausgabe eines sjüdischen (rot>) und allgem linenj Kalenders mit Jahrbuch, der von den Lehren, und anderen gebildeten, für unseren Zweck zu wertthätiger Liebe bereiten Israeliten zum Besten dieser Unterstützung-kaffe verkauft wird. Wir sprechen hier zugleich die Ueberzeugung aus, es werden die hervorrugendsten Kräfte unter den deutschen Schriftstellern isr. Bekenntnisses einem so edlen Zwecke ihre Mitwirkung nicht versage n, und so eine Schrift von Bedeut tung und Werth geliefert werden, die von dem Geiste der Israeliten Deutschlands ri hmliches Zeugniß gibt. Alles aber, pms trennen könnte, alle religiösen oder politischen rc. rc. kontrovers;n, sowie alles speciftsch Pädagogische soll ausgeschloffen bleiben, und nur ein allgemein belohrenides und unterhaltendes Buch ar sprechenden Inhalts geboten werden. Das Jahrbüch mit Kalender soll — etwa .10 Bogen stark, zu £ Tlhr. pr. — 54 kr. Vereinsmünze verkauft werden. Ertraabzüge des Kalenders mit einer kleinen Beigabe zu dem billigen Preise von 2$ Sgr. — U kr. Vereinsmünze sollen auch dem Minderbemittelten die Theilnahme an dem edlen und gen einnützigen Unternehmen ermöglichen. Jeder dem Vereine' beitretende Lehrer verpflichtet sich, jährlich niindestens z vei Kalender mit Jahrbüchern und etwa 10 Kalenderabzüge zu verkaufen. Wir haben die Ueberzeugung gewonnen, daß, wenn auch nur die Hälfte >er isr. Lehrer in Deutschland dies ausführeu, uns jährlich ein Reinertrag von mehr als 2000 Gulden zur Unterstützung mferer Kollegen geboten sein dürfte. Andere Unternehmungen ähnlicher Art,, die sich diesem später anschließen, könne, selbstverständlich den Ertrag noch bedeutend erhöhen. Der Entwurf eines-Statuts für diesen Verein soll durch das Organ der üdischen Schule, dem „isr. Lehrer" später veröffentlicht, durch die im Frühjahr zu berufenden Sonder- und General »ersammlungen endgültig festgestellt, snb dann eine definitive Verwaltung und ein Rendant freigewählt-«erden. Bis dahir werden alle heute hier versammelten Lehrer und Nichtlehrer als provisorische Eomitös mit Zuziehung einer möglichst großen Anzahl vou Männern aller Gegen den Deutschlanddar Nöchigste veranlaffen. *) Auf Grund bä Einladung in 9ft. 45 d. »isr. Lehrers*.