Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 40 (1.10.1863)
- Date
- 1863-10-01
- Page
- Seite 158 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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V — 158 — Ums d> *o n. Die isr. Nackrichten und Briefe aus Ungarn zeigen mitunter so traurige Zerwürfnisse, , dass sie einen trüben Schatten aus die dortigen Zustände und Verhältnisse werfen.,. In der Jnspcltorenfrage sckeint eben die Einigkeit nur darin zu liegen, daß di« Gemeinden die sog. Autonomie wünschen und .unbesoldete" Inspektoren angestellt wissen wollen, wahrend manche und zwar die besten Lebrer nur mit Angst und Bangen auf den Ausgang dieser Frage warten, und nun bereits Mehrere uns schreiben, daß sie den Merkuriusstab ergreifen würden, wenn die Sckule der „autonomen" Gemeinde überantwortet würde, Run deren wir eben, daß iu letzter Zeit der „magyar iir&eiitm4 Vas einzige in ungarischer Sprache erscheinende jüdische Blatt connscirt wurde, wegen einer Kritik des Unterrichts.', in der ungarischen Sprache an der isr. Lehrerbildungs-Anstalt zu Pest, welche wir neulich erwähnten.' Wenn wir übrigens die traurigen Verhältnisse betrachten, nnter welchen die genannte Lehrerbildungs-Anstalt eristirt, da nach dem Mannten Berichte die quasi Seminaristen nicht einmal die allernöthigsten Eristeuzmittel baden^ -so daß der Direktor-um die Gründung eines Stipendienfonds mit den, wärmsten Worten kittet, so müssen wir allerdings scharfe Kritiken über einzelne Unterrichtsgegcnstände als unzeitgemäß halten ,;’X ncp pV dn. Die Menschen, die mit hungrigem Magen studtten können sind selten; und nock mebr drückt der Hunger und die Noth, wenn fle uns das geistige Brod entziehen, dessen wir verlangen. — Isr. Lebrerbiidungs-Anstaltcn sind ein Erforderu'ß der Zeit — weil weitaus die größte Zahl, wenn nickt alle christlichen Seminarien einen streu.-.-christlichen Charakter haben, -und die Zukunft, des Iudentbums ist in Gefahr, wenn nicht solcke Anstalten gegründet, unterstützt und gefördert werden. — Man wolle dies auck in > Deutschland beachten, wo man für die beterogensten und mitunter faktisch nur humbugartigen Zwecke sammelt, während man für das bedeutungsvollste, kür die Erhaltung nnd Kräftigung des Iudentbums durch. Heranbildung tüchtiger Lebr^r und würdiger Versorgung^ derselben noch nicht einmal die rechten Worte und noch vielweniger Dhaten hat. Mehrere Blätter (Hess. Landeszeitung Pf. Ä. u. A.) brachten neulich wieder einmal eine neue Mortarageschichte aus Rom. Ein isr. Mädchen von ungefährneun Jahren entfernte sich von ihrem Elternbause aus Furcht vor'einer Strafe. Auf dem Platze St. Eaterina de funari stng das Kindheftig zu weinen an; eine alte Betschwester erfaßte rs, und als sie seinep Namen erfahren batte, und nun wußte, daß sie eine Jüdin vor sich habe, iübtte sie das Kind in das Kloster., der, Katechumenen. Das Mädchen wollte nicht eintteten-doch die Betschwester zog es bei den Haaren hinein. — Die Mutter gelangte jedoch bald aus-die Spur ihres Kindes, und forderte es im Kloster zurück. Aber hier erhielt sie die Antwort: Än diesem Orte haben hebräische Kinder weder Vater noch Mutter mehr, da im Augenblick, wo Israeliten die Schwelle des Klosters betteten, dieselben getauft werden." Die Reklamationen der Familie haben bis jetzt nichts gefruchtet und groß ist die Verzwenelung der armen Mutter und der übrigen Verwandten. Anzeigen.! - * ' Einladung . zur vierten isr. Lehrervrrsammlung in der bahr. Pfvlz. Die Unterzeichneten Comite-Mitglieder haben beschlossen die diesjährige Lehrer-Conserenz am \ lliuutiiQ bin 12. Dctoöcr nächflhm und zwar wiederum ini Saale des Herrn Instituts- Vorsteher Lehmann zu Neustadt a. d. H. abzuhalten. >! . Als Gegenstand höchst wichtiger Berathung steht oben an: »Die allerhöchste Verordnung vom 10. November 186 t" und die unterm 2. August publicirte hohe Ministerial-Verfügung „die Aufbringung des Bedarfs für die deutschen Schulen nach den Bestimmungen obigen Gesetzes betreffend" so weit es die isr. "Lehrer und Schulen betrifft, und den allerhöchsten Verordnungen noch 'nicht alleiwärts gebührende Rechnung getragen wird. — Nach Erledigung dieses Gegenstandes soll, wenn noch Zeit vorhanden, über die Uebersetzung des Pentateuch oder eine andere wichtige Schulsrage gesprochen werden. Anfang-: halb 11 Uhr. Um halb 2 gemeinschaftliches einfaches Mahl. Von halb 3 bis halb 5 Uhr — Fortsetzung der Berathung und Schluß ' - Zu dieser Confereuz werden sämmtliche Herren Bezirks- ’ rabbiner und isr. Lehrer der Pfalz höflichst eingeladen. : Auch die lieben Kollegen aus Rheinheffen und dem GH. l Baden sollen uns willkommen sein, j Elsässer aus Edenkoben. I Schloss aus Speyer. Singer aus Frankenthal. Stern aus Ludwigshafen. { Bärmann aus Mutterstadt. Anzeige. Die iörael. Gemeinte Hillesheim, Kreis Oppenheim, sucht einen Lehrer und Vorbeter; Gehalt zweihundert Gulden, freie Wohnung und Heizung und Accidenzien. Ein junger Mensch, der etwas für seine Ausbildung zu thun wünscht, findet schätzbare Gelegenbeit. Näheres bei dem Vorsteher 41 Gabriel Eahn. verantwortlicher Redakteur: Z. LUngenstein i» Odernbeim in Comw'iNon bei.«. L. Fritzfche in Leipzig Srheinbeffeo; Selbstverlag der RrdaÜlon. Für den Buchhandel: in — Druck »vn I. vtottSleben in Main».