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Der israelitische Lehrer · 1863-10-01 · 40 (1.10.1863) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
40 (1.10.1863)
Date
1863-10-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jäbrltcki 529himm>rr Preis des JadrgmiA« 1 LHIr. — 1 fi. sü kr. Bei frankirter Zusendung unter Urenzbant 2 fl. 12 kr. Brflellnnqen nebmen alle PoKLniter und Buchbandlungm an. Der IsmelrtisM Iestrer. Snzeigei, ,u 1 >Lgr. die ü-elikje-le. Ir »abme in die Lehrervacanjenlifte^l^Sgr. Einscnrungen cmweder direkt an den verant» wonltcken Redakteur oder an die Drrkaqsdandlung. Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindeleben des Zudenrbums. Heraus gegeben! 1 von I. Kliugeirsteiu, Jgna; Lehmann und 2l. Treu. IX'v. Mainz, den I. Oktober 1863. (Dritter Jahrgang;.} Das Uebersetzen des Pentateuch.') Von S. Simon in Gedern. Das Uebersetzen der Bibel, namentlich des Pentateuch, aus dem Ebräischen ins Deutsche, bildete von jeher einen Hauptgegenstand des Unterrichtes in der isr. Schule. Erst in neuerer Zeit fing man an, von Seiten pädagogisch - ge bildetet Lehrer, etwas Methode in die Ertheilung besagten! Unterrichtes zu bringen.- In wie weit das denselben ge- 1 hingen ist oder gelingen konnte, mag vorerst noch unerörtert; bleiben Gewiß aber ist, daß für die religiöse, wie für die j gesammte Geistesbildung der isr. Jugend überhaupt sehr j wenig oder gar Nichts damit erreicht worden ist.; Wer weiß es nicht, auf welche langwellige, geisttödtende j Art die alten und neuen „Bachunm" diesen Gegenstand in ■ ihren Schulen traktiren und radebrechen? Wem ist cs . nicht bekannt, wie die Schüler die ebräischen Wörter fehlerj hast, wie halb im Schlafe, ausstoßen, und der guusi Lehrer j ihnen die deutsche Uebersetzung, ob korrekt oder nicht, | oorvrgelt. V Man ist in besseren Schulen etwas weiten indem man angefangen hat, das grammatische Element der ebräischen Sprache heranzuziehen, um nur etwas Geist und Leben in diesen Unterricht zu bringen und dm nothmmdig damit verbundmen Mechanismus daraus zu mtsemen. Allein auch dieses ist nur sehr nothdürftig gelungen; jedmfalls für die wahre religiöse Bildung kaum etwas erreicht worden. Mit Allem, was namentlich in der Schule getrieben wird, muß irgend ein Zweck verknüpft sein, soll die Arbeit nicht zu einer zwecklosm herabsinkm. Welchen Zweck hat nun aber in unseren Schulen die Uebersetzung des Pmtatmch? Hier wird man allerdings gleich mit der Antwort bei der Hand sein: Die Schüler sollm den Pmtatmch verstehen lernm. Das ist viel gesagt. Ich will zum Bortheile dieser Antwort von dem „Verstehen" im weitestm Sinne abstrahirm und sagen, die miro D’je D'D. Die Ansicht, welche im vorliegenden Aufsätze ausgesprochen, steht dm in diesen Blättern mehrfach geäußertm schnürst rat« mtgegm. Wir konntm dennoch nicht unterlassen, aus Achtung vor dem schätzbarm Verfasser sie hier auhunehmrn, in der Hoffnung, daß auch gegmthrillgr Ansichten sich äußern und die Gründe des Verfassers beleuchten werden ^uUietur et eitere pes und .1O3N D3TTI Dr^E1D_ PSUp. Red. Schüler sollen so weit gebracht werden, daß ihnen für den ebräischen Text der deutsche Ausdruck geläufig wird. Allein auch dieses Minimum ist kaum noch erreicht worden. Denn man schaue sich nur unter dem jüdischen, der Schule entwachsmen Publikum um, ob viele darunter find, die aus ihrer Schulzeit her dm Pmtatmch uock übersetzen können? Wenn ja einmal Jemand Lust bekommm sollte zu erfahren, was am Sabbath die Sidra enthalte, so nimmt er entweder Zunz's Bibel oder irgend eine andere Uebersetzung und liest nach. Und in der That, dieses Lesen ist weit fruchtbringender, als eine zeitlödtende Uebesctzung auf obm angedeutete Weise. Durch das bloße Uebersetzen des Pmtatmch lernm die Schüler dmselbm noch nicht verstehen. Thatsachen reden. Wo es in irgmd einer Schule vielleicht in diesem Gegenstände etwas weiter gebracht worden ist, so ist das gewiß aüf Kosten anderer wichtiger Unterrichts-Gegenstände geschehen. Was nun aber thun, wird man fragen, um diesen Unterricht fruchtbringmder zu machen? Antwort: Hier ist gar Nichts zu khun. Ter Gegenstand wird, da wir nun einmal Dmtiche und nicht mehr Ebräer sind, nie fruchtbringend werden. Das Ueberieyen des Pentat. ist, behaupte ich dreist, eine ganz unnütze Arbeit. Die Bibel wird, und muß ja doch gelehrt werden, insoweit sie für die religiöse Geistes- und Herzmsbildunq unserer Jugend nolhwmdig ist. Wozu also noch ein Uebersetzen? Ich sehe schon manchm Strenggläubigen den Kopf schütteln und sagen: so, da soll das>Ebräische aus unserer Schule verbannt werden? Noch nicht. Ich will das Ebräisch - Lesmlemcn so lange darin beibehalten wissest, sy. lange unsere Gebete noch in ebräischer Sprache abgehalten werden. Man behalte auch meinetwegen das Uebersetzen der „T'fila" bei Ein Dkehr aber ist Zeitvergeudung und unnütze Arbeit. Das Uebersetzm des Pmtatmch ist ebenso nutzlos, als wollte man mit der Echuljugmd aufangen, den Cicero oder den Homer zu übersetzm. Gewiß wird so mancher Orthodoxe in das fromme Alarmhorn swßm, um alle treum.Gläubigm gegen diese Neuerung zu Häuf zu rufen. Auch so mancher unserer Lehrer, der dem vernünftigen Fortschritt angehürt, wird diesen Gedankm noch nicht zu dem seinigm machen können. Aber nichts desto wmiger ist die Sache so.

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