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Der israelitische Lehrer · 1863-09-10 · 37 (10.9.1863) · p. Seite 146

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
37 (10.9.1863)
Date
1863-09-10
Page
Seite 146 (sequence 8)
Language
German
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146 V in f eh a u. — Dir taten bereits Veranlassung, von der bedeutungsvollen Wirksamkeit der im rorigen Blatte erwähnten „Alliance >--»«- litt uuivtrsiN. “ su sprechen: -Es dürste den Lesern.dieser Blätter noch vom vorigen Jabre her erinnerlich sein, welche Leiden die serbischen Juden beim Bombardement Belgrads trafen. Die Vertreter derselben baden nun in einem Schreiben an Herrn Dr. Löw, Rabbiner in Szegctin und Herausgeber des „Ben- Ebananjab" ihre Lage geschildert und um dessen Intervention gebeten. Sie erinnern in diesem Schreiben daran, daß bei Crei rung des Fürftenlbums Serbien— als dasselbe kor iK> Jahren seine Autonomie crbiclt — die Frage aufgeworfen ward, zu welcher Jurisdiction die ,,m Landewohnenden Israeliten gehören sollten, und daß der damalige Fürst Milosch Odrmovis sich dahin äußerte, daß die in Serbien "wohnenden Israeliten serbische Untertbanen werden /sollten. -Unter- Fürst Milosch lebten die Juden auch glücklich, erwarben Güter vjii siedelten sich im Lande «n. Bei der Revolution im Jabre 1642 würden sie aller hie ser Rechte beraubt, und die Regierung -des Fürsten Karadjordjevits beraubte die Israeliten aller ihrer Eivilrdchte,' verjagte sie aus dem Innern des Landes, undverwies sie in «in armseliges Viertel, innerbalb der Schanzen der Stadt Belgrad. Außerhalb derselben wurde ibnen verboten, sich tü eiabliren und. Hantel zu treiben, Rack niedreren Schwankungen ist beute npn die Sachlage diesesbe, wäbrenk zudem rock die Armen durch das Unglück, welches sie vor einem Jabre durch das" Bombardement der Stadt hennsuckte, aller übrig gebliebenen Güter beraubt würden. Die gegenwärtige Regierung nimmt aus ihre Bitten feine Rücksicht, und sie bitten um Intervention bei den Regierungen, von Frankreich und England. Dr. Löw wandte sich nun an den für das Wohl seiner Glaubensgenossen wie früher so auchsetzt bereiten hochberühmten Präsidenten der Allicknck Herrn Ad, Eremicur. und dieser hat sich vor Kurzem im Namen der Alliance in einem herrlichen Schreiben an den Minister der auswärtigen Angelegenheiten gewendet. Ein gleiches Schreiben wurde, an den Minister des Äußern bei der hoben Pforte, gerichtet. Abschriften desselben sind bereits nach Wien, Turin und an He „Boar«l of Deputits' in London abgegongen,- Hoffen wir das Beste für unsere bedrängten Glaubensgenossen.' — In Graz wollte ein israelitischer Landesploduckenhändler seine Firma protokclliren lassen, und wurde von der Handelskammer abschlägig beschiederz. Er recurrirte an das Landesgericht, welches in einem Bescheide vom s4. August „nach gepflogener Vernehmung der hiesigen Handelskammer dem Ansuchenden darum keine-Folge gibt, weil derselbe als Israelit.nur eine vorübergebende Ausentbaltsbewilljgung besitzt, und daher sein Geschäft kein stabiles, sondern nuk vorübergebcndes, zur Protokollirung nicht geeignetes sei". '. — Am 10. August war He gute Stads Dover Zeugin einer daselbst seltenen Feier. Die neue Svnagoge der dortigen israel. Gemeinde wurde an diesem Tage mit allen bei eiuem solchen Anlasse gebräuchlichen Eeremonien und Feierlichkeiten eingeweiht. Das-imposante Gebäude ist — was'man freilich wunderlich finden mag — im griechischen Stble aufgesührt und faßt in seinen Räumen nabezu 260 Personen. Eine große Anzahl der angesehensten christlich, n Einwobner der Stadt war, um ihren israel. Mitbürgern einen Beweis ihrer Theilnahme und Achtung zu geben, hei der Einweibung im Gottcshäuie zugegen, uud alle wa- —-—1—"-- —-—— - - — ■ Lerantveoniicker Redakteur: I. Kling enstein in Comaüsfioa bei C. L. Frltzs ren von dem Eindrücke, welchen dieselbe aui sie machte, im dochsten Grade befriedigt. Aargau. Der Regierungsrath schlägt dem großen Rath in der Judenfrage folgenden Beschluß vor: Die Pollziebung des Gesetzes vom 27. Juni d. I., betreffend die öffentlichen Rechtsverhältnisse der aargauischen Israeliten, hat in der Weise ftattzufinden, daß die politischen Reckte in eidgenössischen und cantonalen Angelegenheiten, welche den schweizerischen Israeliten nach Maßgabe des Bundesbcschlusics vom 24. September lbr.'g; im Heimathsbeziehungsweise im Ziieterlassungs - Eanton zustehen, von den aargauischen Israeliten zu Dberendingen und Lengnau in ihren Eorporationsgemeindcn, beziehungsweise in den Kreisen Zurzach (für Oberendingen) und Kaiserstuhl (für Lengnau), von den in andern Gemeinden des Eantons niedergelassenen Israeliten in den betreffenden Njedcrlassungsorten von nun an auszuüben sind. Bern, 20. Aug. Der große Rath von Aargau ertheilte gestern mit Ni» gegen.04 Stimmen den Juden alle politischen Reckte gemäß dem Bundesbeschluß. Die Einbürgerung derselben bleibt ferneren Unterhandlungen mit den Bundesbehörden Vorbehalten. (S. M.) Ein Eomitö in Frankfurt, dessen Vorsitzender Herr Dr. I. Weil, und das von einer Versammlung von Verehrern Rießers gewählt worden, hat beschlossen, zur Erinnerung an demselben dessen gesammelte Schriften herauszugeben. Jeder, der 10 fl. zahlt, erhält ein Eremplar dieser Schriften, welche 4 Bände füllen werden. Außerdem sollen freiwillige Beiträge gehoben werden, und soll dann der Ueberscbuß eine Rießerstiftung bilden, deren Bestimmung nach den eingehendcil Beiträgen sich das Eomit« vorbehält. — Das bereits erwähnte neue holsteinische Judengesetz entbält nock manche mittelalterliche Bestimmung; so werden sie nickt allein in manchen Rechten als Bürger beschränkt — sie baden beispielweise weder das passive nock active Wablrecht zur Ständekammer, können nickt Lehrer an Volksschulen werden, (nirgends in Deutschland) keinem Ehristen einen Eid abnehmcn re. —Das Gesetz enthält auch manche veratorische religiöse Bestimmung. So sind alle Gemeinde« des Landes dkmDber-Rabbiner in Altona unterworfen. Die Geistlichen haben in der Svnagoge eine obligatorische Religionsprüsung vorzunehmen, und die Verheiratbung Jedem zu versagen, der sich dieser Prüfung nickt unterziebt. So sind die Vorsteher zur Fübrung eigener Geburts-, Trau- und Sterberegistcr verpflichtet u. A. m. Gaben für den armen, kranken und blinden Lehrer. Von Herrn pl. Rothschild, Rabbi in Alzev. ff. t. — I' K. fl. i. — Ungenannt 24 fr. — A. M 36 kr. — Ungenannt Poststempel L.h. .. 5 ff. — Einanuel Schonunger, Lehrer in (köllhemr b. Pf. 30 kr. Summa fl. 6. 30 kr. Soeben erschien bei W. Violet in Leipzig: Freund und Marx. Präparation zum Pentateuch. Zum Gebrauch für die Schule und den Privatunterricht. Heft 1. Preis 7(2 Sgr. Allen Hebräisch-Hehrenden und Lernenden sehr zu empfehlen; das 2. Heft erscheint bald; jedes Heft wird einzeln gegeben; zu beziehen durch jede Buckhandluug. ldernbeim in Rhetnbcffkn; Eetdstvertag der Redaktion. Für den Buchbantcl! in je in Leipzig — Druck von I. Sottsleben in Main».

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