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Der israelitische Lehrer · 1863-09-10 · 37 (10.9.1863) · p. Seite 144

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
37 (10.9.1863)
Date
1863-09-10
Page
Seite 144 (sequence 2)
Language
German
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144 rechten Lehrer muß eine rechte Lehrergattin, eine Familie, die er sein nennt, zur Seite stehen, die des Lebens Wege ihm mit Rosen bestreut, sein Herz erfreut und erheitert. Und darum darf sein Kommen und Gehen nicht abhängig sein von den Launen Ungünstiger und Unverständiger, er 1 muß, mit einem Worte, definitiv angestellt sein! Nur j der befütitio angestellt«, der mit 's einer Famij lie und mit seiner Gemeinde innig verbundene i Lehrer ist ein rechter Lehrer! Wir wünschen dann ferner, daß .da» Gehege und Gestrüppe, die Dornen .nnd Disteln, die den Lebensweg so pianchenLehrers mühselig,.schmerzvoll oder ganz ungangbar machen, hinweggeräumt werden, daß das Weh, das von'Miß- und Ungünstigrn dem Lehrer oft absichtlich in den Weggelegt wird, endlich einiMil gründlich beseitigt werde. Wir verlangen einen kräftigen, tiefgehenden Einfluß gebildeter und einsichtsvoller Gemeindegenossen auf die Schule, Wir sind auch nicht gemeint, daß die Gliederanderer Berufszweige, daß insbesondere die Glieder des geistlichen Standes — soweit wir von solchen unter Israeliten sprechen können — die Rabbinen, durchaus ohne Einfluß auf das Leben der Schule bleiben mögen! Im Gegentheil! wir. haben dies schon oft ausgesprochen, und wir bleiben'dabei: soweit unsere Schulen einen specifisch israelitisch religiösen Charakter tragen, ist der Rabbine als bestellter Wächter und Lchrer der isracl Religion berechtigt und verpflichtet, zu sorgen, daß das religiöse Moment, als oberster und reichster Inhalt des SchullebenS gewahrt werde. Ader wir wollen, daß endlich alle Rabbiner einsehen und erkenne» mögen — wie es Gottlob viele bereits erkennen und aussprechen — daß sie nur als Freunde der Lehrer, als ihre, wenn auch höher gestellte Berufsgenossen für ihr eigenes Wohlsein und - für das Wohl der Gesammtheit wirken, daß ste nicht mehr, wie uns leider neuerdings wieder von -mehreren der besten unter unseren College» angedeutet worden, als die Störenfriede' und Steine des Anstoßes, als des Lehrets unversöhnliche Feinde und Gegner gelten, obne Berechtigung, ohne Grund, blos aus sogenannter Pastoralklugheit — '(d, i. Unklugheit >, aus angebornen und angewöhyten, wenn auch abgeleugneten hierarchischen Gelüsten, au» übelverstandeneitt Hochmuth und die Gemeinheit der eigenen Seele zeichnendem Mißtrauen. Mißtrauen! Als wenn nicht gerade der tüchtige Lehrer die Würde des tüchtigen Rabbinen am meisten zu begreifen, und, indem er dessen Bedeutung für das religiöse Leben'zu beurtheilen vermag, dem .Verdienste zu . huldigen recht gerne bereit wäre. „Nur der Mann von Wissen hat Achtung vor dem Wissen und seinen Trägem." — Ist unsere Zeit für hierarchische Gelüste angethan? Ö, wenn jene Herren begreifen mögen, daß, „wer Andern eine Grube gräbt, am Ende oft selbst hinein fällt!" Darum.—. Friede und Freundschaft zwischen den Angestellten, den. Bediensteten der jüdischen Gemeinden.. - In unserer. Hand liegt es, uns einander zu heb/n, wir können uns ab-er auch einander drücken. . (Schluß folgt.) - \ Erziehungsanstalt und Familie in besonderem Hinblick auf die Samsonsschule jn Wolfenbüttel. (Fortsetzung.) So wohl begründet indessen diese und viele andere Veranlassungen sind, durch welche Kinder ihrem Familienkreise entzogen werden, so selten werden sich Eltern dessen klar bewußt, worin eigentlich die Bedeutung der rechten Erziehungsanstalt liegt. Sie kalten sich in der Regel an das, was ihnen äußerlich in die Augen fällt, übersehen aber die tiefer greifenden Momente: daß die größere Gemeinschaft zugleich die beste Vorbereitung für das bürgerliche Leben ist; daß die Schulgesetze mitfestgeregclter Hausordnung den Sinn für Ordnung, das Gefühl nothwendiger UnterordnuiU unter das Gesetz wecken; dasi die einfache, naturgemäße Lebensweise, die gerechte Zucht, die sorgsame Abwechselung von Arbeit und Spiel, von Ruhe und Bewegung, .überhaupt von geistiger urrd körperlicher Anstrengung — Geist und Körper gesunden lassen; und daß endlich durch Entfernung von allem geselliger Schein und von Rücksichten weichlicher Verzärtelung ebenso die Gemüthsbildung gefördert, als das Gefühl der natürlichen Kraft, des energischen Willens, des sittlichen Muthes geweckt wird. Hieraus ergjebt sich nun diejenige Anforderung an die Erziehungsanstalt, welche ich vorzugsweise betone: sie sei unabhängig, Und zwar ebenso unabhängig von dem Publikum wie von den Strömungen des alltäglichen Treibens; denn nur so vermag sie den gerechten Anforderungen an ihre Wirksamkeit zu entsprechen, die unberechtigten Ansprüche abzuweisen. Diele Unabhängigkeit, welche jeder selbstbewußte Erzieher sich zu erringen hat, ist unsrer Samsonsschule durch einen fest dotirten Legatenfonds vom Anbeginn gesichert. Dieselbe hat aber diese günstige Lage nicht dazu benutzt, sich ihrer Verantwortlichkeit vor der öffentlichen Meinung zu entziehen, sondern bloß alles das fern zu halten, was blendender Schein, was Mode, Unnatur und Unvernunft, was die zufällige Gunst des Publikums, was Laune oder gar hie Anmaßung des Geldbeutels fordert. Allerdings ist solchen Grundsätzen die allgemeine Anerkennung nicht gesichert, und weil auch andere, weniger günstig gestellte Schulen unter dergleichen Forderungen vielfach zu leiden haben, weil überhaupt das Verhältniß der Familie zu der Erziehungsanstalt nicht immer richtig gewürdigt wird, so möchte es nicht unangemessen erscheinen, hierüber an Eltern und Lehrer ein kurzes, der Erfahrung entsprossenes Wort zu richten. (Forts, folgt.)??od> einiae Bemerkungen über das Trauerspiel Bar Kochba. (Schluß.) Und wie verhält es f(ch nun mit Baruch? Daß ich vor allem mit dessen Haß und Rache nichts specifisch Jüdisches darstellen wollte, beweist wohl schon jener Ausruf des Entsetzens, dm (p. 11) ein jüdischer Krieger selbst vor der Rachsucht des Baruch erhebt, welcher Ausruf dadurch um so bedmtuugsvoller wird, daß dieser Krieger ein früherer Lehrer,

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