Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 34 (20.8.1863)
- Date
- 1863-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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JLbrlit 52 Sfummmt. de« Jahrgang« I LHIr. — I fl. «5 kr. Kri frankirter Auf««- d«»- »nter Rreuzband 2 fl. 12 kr. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Der .MuWikicke Jebrer. Snzeigen,» 1 Egr. di« Petit;eil«. Aufnahme >n die Lehreroac«»zei>liste2"rSgr. Einsendungen entweder direkt an den verant» »orrliten Redakteur oder an die Berlagsbandlung. Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindete beü des Zudentbums Herausgrgeben von I. Klinqenftein,\ Ignaz Lehmann und 21. Treu. N°. »L Mainz,! den 20. August 1863. jTDri tter Jahrgang.) Synonymik l als Zweig des Sprachunterrichtes in der Elementarschule. > M (Schuß.)! Wir sind weit enfernt mit unserer Forderung auf Ori- > ginalität Anspruch machen zu wollen. Ehrlich, der «ner-'> kannt berühmte Pädagoge, hat in seinem, dem Socster,!Le- , seduche in anmuthigen Lesestückchen schon vor mehr als dreij ßig Jahren unserer Ansicht das Wort geredet. Für die; Schüler giebt es wahrlich nichts Anziehenderes, als diese , Lesestücke, vorausgesetzt, daß der Lehrer sie richtig zu behanj dein und die richtige Grenze zwischen Oberflächlichkeit und > trockner Begriffserkiärung inne zu halten versteht.! Einen Versuch, die Synonymik mit ihrm verwandten j Elementen inder Sprachlehre zur praktischen Anwendung! zu bringen, haben wir in unsrer „deutschen Sprachlehre alsGrundlage zur Stilistik"*) gemacht. Daraufeistgehende §§. sind: tz. 3 Bildung der Hauptwörter, tz. 8 Wötterfamilien, tz.!> sinnverwandte Hauptwörter nebst stilistischm Uebungen rc. rc. Besonders sollte in der Korrektur der Aufsätze dieser Gegenstand eingehender behandelt werden, als es zu geschejhen pflegt, und dieserhalb schon die Correktur sämmtlicher Aufsätze in die Schule und nicht in die Studirstube des Lehrers verlegt werden, vorausgesetzt, daß die Schülerzahl nicht j zu groß sei. Der Elementarunterricht hat vorliegendem Zweige des, Sprachunterrichts ein weiteres Feld anzuweisen, als es die^ Wiffenschaft thut, wenn diese erklärt, „daß zur Synonymik nur solche Wörter gehören, die in chrer Bedeutung zwar verschieden, deren Bedeutungen jedoch einander so ähnlich sein müßten, daß ihre Verschiedenheit nicht leicht zu bemerken ist". (Nach Eberhard und Maaß.) Unsere Forderung für Elementarschulen läßt sich die engen und doch so ungewissen Grenzen der wissenschaftlichen Erklärung nicht gefallen; die Schule muß alles das, was für ihre Zwecke brauchbar und zweckdienlich, zu verwerthen suchen Wir ziehen in das Bereich der Synonimik für Elementarschulen: Verwandtschaft, Unterordnung, Beiordnung und Gradoerschie- *) Coeöfeld, 1660. denheit der Begriffe; — Ibie durch verschiedene Vor- und Nachsylbm veränderte Bcreulung ein und desselben Wortes — ent, ver, zer — entgegen, vergehen, zergehen, aufgehen, — Wörterfamilien — Gc ng, Durchgang rc.,— verschiedene Bedeutung ein und bestellen Wortes: — ausgehen die geht auf, der Vorrath geht auf, — ganz verschiedene Wärter, die in der Umgangssprache irrthümlich verwechselt werden, wie:' „hart" und „laut". Wir begnügen uns mit diesem Wenigen, um anzudeuten, wie vielseitig von dieser Seite des Sprachunterrichtes aus der Schüler geistig angeregt werden kann, und daß, ist es um den Inhalt so viel als um die Forni der Sprache zu thun, dieses Gebiet nicht vernachlässigt werden darf. Zu dem sind Inhalt und Form nicht leicht zu trennen, — und dennoch giebt es viele taube Nüsse und nianche kernlose Schale. Der eigentliche Sprachunterricht in der Schule hat zu beginnen, ehe noch das Kind das Sprachbuch bekommt, ja noch ehe es lesen kann;'und damit ist der Unterricht im richtigen Sprechen gemeint. Um diesen lebendigen Sprachunterricht, der sogar in andere Fächer hinein reden darf, aber ertheilen zu können, muß der Lehrer ynt so vielen dm guten Lehrer ausmachenden Eigenschaften die Gabe verbin-' dm sich einfach, bestimnik, und der Wahrheit gemäß ausdrücken zu können. Was nun recht empfehlenswerth zur Begriffs-Entwickelung uüd Entwirrung der Lehrer (denn Keiner, wird fertig), das hrauchen wir diesen schließlich nicht nochmals zu sagm. Dr. Jfticfjaef ijess, mit besonderer Berücksichi igung des dmselben betreffendm Aufsatzes von Dr. Stern in Diesterwegs Jahrbuch 1862. (F »rtsetzung.) II. Heß wurde, (so fährt der Verfasser! des genannten Aufsatzes fort,) am 1. A iril 1782 zu Lmgsfeld im Weimarischen*) von streng or hodoxen Eltem geboren, und verklebte daselbst seine Jugeni in unverkürzter Uebung der talmudischen Vorschriften... Seine Eltem und seine Neigung *) Wo noch heute sein Bruder Rabbiner ist