Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 33 (13.8.1863)
- Date
- 1863-08-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jährlich 52 'S „mein r. ixtii dk^ Jahrgangs 1 ifclT. 1 fl. 45 5;. Br> •ranfinfr Zusen tur.c, unter Äifuitsrl ■2 fl. 12 fr. JttnUunatr. r.tlmun cCf 5poftäm:n unk indibajitiungm an. ilrqan für - die Schule, die Familie und d§ö Gemeinde!eben. des Heraus.. cg^ den von I Zrli«genftcin, Ignaz Lehmann imd 4t. Treu. Snjeigen zi> 1 Ezr. vie Pktitzrilk. Siufnabm« in Mt OQrernQcatiifn(trte2,,2®8Titmfcnbungtti n#to»bft direkt an bat Mrant« »ortlirfitn Redakteur oder aw bi* Perlaqsbayblimg. ^udeutllu^is^ i ]\0. LL 3Raitu, den 13. Rugufl 1X63. (Dritter Jahrgang.) i 1 Synonymik nie ,Hweu; dis Sprachumerrickucs in dir liluncn tarfdmlf. 3l>cv richtig iiHfdn'ii und idjTi’ibf u n)iu, der muß eich ttg deuten können; wer unklar denkt, der wird sich auch litt Mummt und fehlerhaft ansdiiicken. Sprachlehre soll Tenk lehre >ein, und umgekehrt Morden jedeDenklehre und Denk ubnug die Fähigkeit, 'ich angeniest,n auszusprechen. — höher die Bildungsstti', »mes Palte», je mehr und je freier es dentl und denken darr, desto ausgebildeter und reifer in rernt S »rache; je mehr und b,nini»iter reine Begtiste, desto großer sein Wörlervorrath. — tViit der Ei weite, ung de» Begiists breites, de» .Üiute» »uum: auch teilt Reicbthnm an Wörtern zu. Ans dem wir reu Spiele der eulpsangenen Eindnicke, der Porstelkiingen und der Phantasie, ronderl sich Einzelnes und Besonderes, zur jtrarheit ad' Perwandtes tritt in Gruppen zusammen, und nnn dleidt es dem Sckmrssiuu, und der Ausbildniig des relben überlassen, das Liiinverwandte gänzlich von einander zu scheiden und jeder Vorstellung, wie jedem Begrase die eigen tlnlmliche, zutressende Benennung zu heben. „Wer gut rmtericheidet, der .ehrt gut. also: wer nicht gut unterscheidet. tann auch nicht gut lehren." Hat es der Sprachunterricht nicht blos mit dem Bei dringen von leeren und todteu Formel», mit einer Masse von trockenen Regeln zu thun; toll liniere Schuljugend viel mehr durch diesen Lehrgegennand zum richtigen Denken und zun, angemessenen Ausdrucke de» Gedachten Anleitung und Hebung haben: io darf der Elementarunterricht den Zweig der Sprachlehre, der so weientlich zur Etttwickelung und Ent wu rung der Begriffe, wie zur Klar heit des Ausdrucks bei trägt, nicht abmeiien. Tie Erklärung und der dadurch er zielte richtige Gebrauch der sinnverwandten Wörter ist ein .Hauptmoment des Sprachunterrichtes, besonders in der Ele mentarschule. Wie kommt es , daß nrau in den Aussätzen, selbst der retieren Zugend (aut höheren Schulen) 'o viel tat,che, schielende und widersinnige Ausdrucke zu berichtigen hct? Welche Mißverständnisse und Verlegenheiten verursacht in der Eon - veriation älterer Leute der Gebrauch solcher Wörter, die etwas Anderes bedeuten, als der Sprechende hat an deuten wollen? „Zch Hab, es io schlimm nicht, sondern anders gemeint; ich habe mich nur nicht gut ansgedAickt." Wozu der Zusatz: „oder besser Wagt" dessen sich Schritt steller oder Brirfickn eiber oft bedienen? Hängt nicht das Schuldig oder Unschuldig vor dem Richtet oft von der Unklarheiriin ei nein eiuzigrn Ausdlncke ab? Wie manchmal mag sich set verklagten Unschuld das raltdn’ Wort zu einem verbäugnißvollen Pech verwandelt, und einem nur Laster zu st Hein und zn suchen gewohnten :>iict>ter Gelegenheit gegeben laben, so lange zn drehen und zu deuten, bis die Unschuld in 1 dem Petze der Sophisterei verstrickt, vor einen Paragra.'den des Strafgesetzbuches geführt werden konnte, 'und dar« n fnroii. cheln mußte? — Genug der Fragen, um zur Hebe > zenäung zu gelangen, wie der Lvrachichkerricht sein Haupta igznmerk daraus zu wenden hat, daß [bini richligen^Gedanken auch das rrclike Wort gegeben .und das Wort zur Wahrln'it wt'rde. Tie Uebeteitistimmtitig des Denkens mit dem/ Sprechen must der Erzieher bei ieinem iZöglinge von Ansäng an) zu etsttebeti suchen. Die Echnlel bat dieie Aufgab/ nicht (ist zu beginnen, sondern torniin’twti, den» die.tiinderstnbe nmtz zu diesem Zwecke schon Beobächtunaen und Uebungen qnstellen. <i>anz verschiedene 't>orslellu»geu und Begrme werdtn selten mit einander verwechselt und sind dadurch ieltener einer salicheu Atiwendnng tintetmorsen; Wörter dagegen n)r verwandte Vorstellungen und Begrisse, -Daren hie Sprache reick> ist, und die sick) mit der Ausbildung der Sprache me! reu, verursachen leicht Verwechselung, Unklar heit und Pr thum. Diesem hat der Lprahnnterricht vorzubeugen Wenn wir demzufolge derSiinonnmtk in dem Sprach buche für Elenientarschnlen däs Wort reden, so wollen wi damit nicht gesagt haben, das die Sprachlehre ein Wörter buch der Srinoni-mik abgeben solle, noch viel weniger, das sich der Lehrer auf diesem G< biete mit Subtilitäten zu ln" fassen habe. Die haarspaltenten Begrissserklnrni gen taugen am allerwenigsten in der Eleinentar'chule. Auch hier gilt! das enn, griino saüs, nämlich: Alles am recht,m Platze, so weit das Bedürsniß es erheischt und die Fähigkeit des Schülers reicht. Werden diese Ri ckfichtcn nicht außer Acht ge lasten, so behaupken wir, und die Schuljugend keiner eite Zntereste abgewinnen wirb, a!s der in Rede stehenden. Wie sprechen aus Erfahrung, daß des Sprachunterrichtes mehr