Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 32 (6.8.1863)
- Date
- 1863-08-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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V JLbrtick 52 Nummern. Preis des Jabrgangs I Thlr. — 1 fl. 45 fr. Dei frankirtrr Zusendung unter Kreuzband 2 ft. 12 kr. Bestellungen nehmen alle .Postämter und Buckbandlungen an. Der AsrsMlsqKe A ♦ Org.-ul für die Schule, 'die Familie und das Gemeinde! eben des Herausgegcben Snzeizen zu 1 L gr. die v etiteeile. ituf» nabme in die CfQier- 0Qcaiijciilifle21,2Ä8i. Einsendungen eniweder direkt an den verant« wvrilickcn Redakteur oder an die Derlagshandlunz. Zudeutlnuus. von I. Ktinqenstein, Ignaz Lehmann und 2l. Treu. ' 32 Mai uz, bot 6. August 1863. (Dritter Jahrgang.) Die Erziehungsmittel des Miilaisinus. (Schluß aus Nr. 29.) Das Verhalten des Lehrers zu leinen Schüleru und zu seiner Gemeinde. Wenn der Erfolg unserer Wirksamkeit überall im Leben nicht nur von der Befähigung und Tüchtigkeit in unserem Berufe, sondern auch von dem rechten Verhalten gegen unsere Umgebung bedingt wird, so ist dies ganz bewnders beim Lehrer der Fall, der unmittelbar mit Kindern verkehrt, die vom äußern Eindruck sich leiten lassen. A ch t u n g und Liebe, Furcht und Hoffnung sind die 4 Momente, die des Menschen Gesinnungen 'überall leiten, — die des Kindes auch. Der Lehrer stelle sich daher seinen Kindern so gegenüber, daß diese Momente gleichzeitig in ihm erblickt werden. Tics konnten die israelitischen Weisen der Borzeit nicht besser bezeichnen, als mit dem kurzen, aber vielsagend, n Ausspruche 2'T »--27 17" 501? die Furcht vor deinem Lehrer gleiche der Furcht vor, Gott. Eine Hochachtung, begründet auf Ehrerbietung vor! dein Wissen und der Persönlichkeit des Lehrers, sei vor Allem'unter den Schülern vorwaltend. Um diese Hochachtung dir zu verschaffen, halte die Schüler zu einem ehrerbietigen Verhalten an/ Dulde nichts, was die Ehrerbietung verletzen könnte, keinerlei Vorwitz, Unachtsamkeit und Nnhöflichkeit; halte streng aus pünktlichen Gehorsam, und, sei nicht zu nachsichtig gegen Vergehunen der Art °p"2T2 x'v: p'i. Jedes,Vergehen gegen die chuldige Hochachtung muß nach Gebühr bestraft werden.^ trenge allein würde jedoch nimmer d>e Ehrfurcht und ochachtung erzeugen, die im Inneren des Herzens vorwalten . Men. Strenge allein erzielt nur knechtische Furcht,-macht scheu und erzeugt Widerwillen in den Kinderherzen. Darum han unsere Alten dem Lehrer in eben so hohem Grade Geduld d Sauftmuth, Liebe und Freundlichkeit, Beet d cn h c i t und Freudigkeit in seinem Berufe empfohlen. als den strengen Ernst. Unter den 48 Eigenschaften it welchen die Thora unser Eigenthum wird*), rechnen sie Nlfch .1X7'21 ,-,2'X2 unter Anderen auf: ....-nrrc rv.nan rx 2nx ciptn rx 2~x.... sie 2P2 C’sx °px2 Vor Allem hüte sich der Lehrer vor Jähzorn pspn;\x 72. Wer von Andern geehrt sein will, der ehre *) Aboth 6, 5. Andere Tx-2 77;' 2'2- "pv^n1 7122 ■-*. Wer aber glaubt,. Kindern sei man in dieser Beziehung keine Rücksicht schuldig, irrt und fehlt sehr. Kinder haben meistens sogar ein sehr zartes Ehrgefühl und web dieses bitter verletzt, hat sich ihre Herzen nicht-selten für die ganze Schulzeit entfremdet und mit den Kindern oft auch die Ellern, die in ihren Sproßlingcn einen Thcil ihres Jchs erblicken. Sei daher vorsichtig, keins von den Dir anvertrauten Kindern dem Hohn und Spotte auszuietzen durch Hervor Hebung seiner Mängel und Schwächen, oder ihnen gar Vergehungen znznichreiben, die nur auf Vermulhungen beruhen. Hat.sich ein Kind wirtlich ein ernstes V,rgähen zu Schulden kommen lassen, io werde ihm, jedoch in würdiger Weise, der gehörige Ver weis, oder auch die verdiente Str.a»e; dulde aber nicht, daß ihm dieses von den Mitschülern vorgehalten werde. — In seinem Verhalten zur Gemeinde: sei des Lehrers Pt.,.../, das freundliche Wort Hillels =pH 2!"." 2.~x p,-,x T r.-n rrir.1?;2-,p2i -•"n.-x 2--X CT Sei ein Junger Ahrons! Hebe den Frieden, strebe nach Frieden und führe deine Mitinenichen der Gottcslehre zu! ^— Fehlt der Frieden zwischen Lehrer und Gemeinde, so! wird sein schwerer ^eru» ihm bitter; statt mit Freunden verkehrt er mit Feinden. Selbst die Kinder, deren Eltern oder sonstige Angehörige'mit dem Lehrer feindlich stehen, verlieren das Vertrauen zu ihm, ohne welches an eine moral fche Wirksamkeit doch nicht leicht zu denken ist. Nichts darf deshalb dem Lehrer usn feinet- und feiner Wirksamkeit willen höher stehen als der Frieden. Zur Störuiijg desselben finget ,sich jedoch -bei mancher Gemeinde häufig Gelegenheit. >Ta ist Einer, dem er zu hark oder parteiisch gegen sein Kind erscheint, ein Zweiter, dem er zu viel oder zu wenig Stu dem er nicht kratznissig genug »den gibt, dort noch bist Dritter ist, in der traurigen Meinung. der Lehrer sei ein od?r dem seine religiöse Richtung nicht zusagt, dem er zu ortlwdor oder zu aufgeklärt'ist. — „Wie soll ich bei so vielfachen Veranlassungen zu Friedensstörungen den Frieden erhallen können", möclfie mancher meiner Amtsgenossen fragen. >„Thue Recht und scheue Niemand!" stehe dem Friedensprinzip zur Seite. Der öffentliche Beamte kann und darf sich nicht zum Diener der einzelnen Wünsche und Meinungen machen, er sei und bleibe ein Mann ie"xi n'nvl 7-ürn. irx pxs- 2722, -ein Mann, der nach bestem Wissen und Gewiffen in seinem Berufe thätig ist. Aber er berücksichtige die Schwächen und