Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 29 (16.7.1863)
- Date
- 1863-07-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jährlich 52 Nummern Preis de« Jahrgangs 1 Thtr. 1 fl. 45 kr. D«i franktrter Zusenm«g llnter Ikreuzband 2 fl. 42 kr. Bestellungen nebmen »L« Postämter und Buchhandlungen an. Der ZN llelitMke Iklirer. «nzemew j» > Lgr. di« Petitzeile. Aufnahme ist di« Lehrer- «acanz«Me2i rSgr. Sinsendstngrn ew weder direkt a» den »tränt«' »örtlichen Redakteur übtt an die Orßatt für die Schule, die Familie und das Gemeindelebeu des Zudeulbums. HerauSgegebrn von I. Arli«genstein, Ignaz Lehmann und A. Treu. N°. 29. ‘ Mainz, den 16. Juli 1863. (Dritter Jahrgang.) Die Erjirhurigsmillrl drs Mossismus. (Fortsetzung.) »l Lehrolbjecr der. jüdischen Kinderschulen. um so nothwendigrr geübt werden, da es danials noch an gedruckten Büchern fehlte. Rechnen und Geometrie wurden als die Peripherien der Weisheit angesehen. Man war sich überhaupt bewußt, daß die Thora ohne profane Hilsswiffenschaftcn gar nicht verständlich werde. Davon abgesehen, hatte man die Einsicht, daß die Erziehung aüch aus die Bedürfniße drs Gcwerbslebens die nötbige Rücksicht nehmen müsse. Aboth 3, 2t.! Als dos Ziel alles Unterrichts wurde auch hier die Gotteslehre hingcstelit 0^2 ij)2 mn TD^n, daher machte sie den wesciltlichen Inhalt des Unterrichts aus. Mit dem 5»., bei schwächlichen Kindern erst mit'dem 0. u. 7. Jahre begann der Unterricht im Lesen. In den 5 ersten Jahren wurde dann der Hauplfleiß aus die schriftliche Lehremn 2T22Bverwandt. Ter Pentateuch bildete den Haupt gegenständ. Diese Bücher wurden nickt bloß gtlefen^ sondern seit Esrobs Zeiten in die Landcsspiache übersetzt und erläutert. Pont 1«'. Jahre an, bildete die Mischna die 2. Stufe des Unterrichts. Dieser Unterricht dehnte sich dann aus bis zum '3. Jahre, von da ab wurde der Knabe rcligirs inündig n-Lv 12 erklärt, während der Miichnaunterricht bis zum 15 Jahre fortbetrieben wurde. — Vom 15. Jahre an wurde mit den Bessert gabtcn der Talmud vorgenommen*). Reben diesen religiösen Gegenständen, war Eckrnben, Rechnen und Geometrie Echulgegenstand. Die Schrift mußte *) Es ließe Feh lirr die Klage aussieven: war tiefer Gang etwa ein in dem pädagogischen Eaße ^vrm Raben z»m kntf>rnt»n. vom Leisten zum Sil w>ren, »cm Bekannten zum Unbekannten^ »ielle «i t »nbewußt begründeter? Jfl *<r Kertschritt ein sack ick er und sprachlicher? Ist'S übcihaipt ein Kortsckreiten in g eichen und älnlicken, oder in nur v«r«antt-n Gegenständen? Und schließlich: wie laßt fick mir die «m bekanntlich in der Miselna begründeten Lebrgenge die lpätere Praxis verantworten, die tbeilwrise beute neck gebräuchlich ist, u. aller Pädagogik zum Troß, mit falschem, sckenbeilig m Gebabren, 'olckes Verfabrin als u» Judentlum begründet und zur Rettung jüdischer Wissenschaft nothwrntlg erklärt — wo unreife Unoben in die Grmora eingefübrt " erden, ehe st« noch das BIbelwcrt bewältigt haben; wo man die schwierigen Probleme de» Talmud Hindern einbläut, dle zur Erfassung des einfackin Sinne» de» beiligen laut r,n Echri twcrt S »vck nickt d,e Gei'ieekr ft besitzen? Glaubt man wiiklick hierlurck Lieb« zur jüdischen Wifiensckaft zu pflegen, wird eine solch» T> lmudk.nnlniß je den wiffensu astlm en Ebarakter baben, den fie haben muß, soll fie aoderm prssanen Wiffcn das Gleichgewicht halten? sRed ) t*) Dre Methode. r Die biblischen wie die talmudischen Weisen,! welche sich über den Unterricht auslasscu, haben überall! als erstes Prinzip vor Augen: Mache die Lehre aus naturgemäßem Wege geistiger Entwickelung . so zum bleibenden Eigcnlhnm deiner Schüler, baß sie bei einsichtsvollem Verstau du iß ge lausig, unvergeßlich apsgefaßt, ihrem Herzen und ihrem sittlichen Leben zur Grundlage dienet die Richtschnur ihres Wollens und Wirkens werdet). Darüber läßt sich Deuteron 30, 14. am nachdrücklichsten ans mtt den Worten: ,122^21 ytz ike 12171 i i'“r« 21p o rry“? Sehr nahe muß dir das Wort sein: rry1?: icr^ In deinem Munde, in deinem Herzen, zur Beobachtung und zur Thal. Aus diesem obersten Prinzip stießen dann die wichtigsten Regeln der Methodik, die auch von den heutigen Pädagogen noch als leicht anerkannt werden: | 1) Unterweise den Knaben nach seine« individuellen Beschaffenheit 1211 '2 ly iyjt> “ja Berücksichtigte das Älter und die 'i nlagen, sowie die mehr oder weniger entwickelte Verstandesreife^). 2) Sei deutlich nnd bestimmt in deinem Vorträge exv :to id ick k^k Djcjb vcxn r<f> Id ixe 3) Der Vortrag erwecke die Aufmerksamkeit und das Nachdenken, damit der Schüler denkender und einsichtsvoller 9 Rasch! faßt dime Ltelle also auf: sC12 121“ “p^X, 2ip 'ODK fie^i ace-d 122^21 i'C2l? j 2) Badatathra 21 n. Aboth 5. 15. Auch bei Stnrem in ein und fcfr'flhB klaffe läßt sich diese Rücksicht nehmen, indem.man an di» Schwächeren die leichter.n Kragen rickter und'ihnen schtqer Faßliches «ehr Ano anschaulicher erörtert.