Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 27 (2.7.1863)
- Date
- 1863-07-02
- Page
- Seite 106 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4896751-5428748-5431222--0546-4897204- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
106 Joreh Teah. Herr L. gibt zu, dast „etwas Aehnliches" da stehe, um nicht zu sagen, daH genau dasjenige da stehe, dessen er sich schuldig gemacht hat. In dem folgenden Eapitel steht freilich nichts auf den betreffend» n Fall Bezügliches. weil dort eben von etwas ganz Anderem die Rede ist. Wie schlau Herr L. doch ist und seine Leser zu'täuschen sucht! Will Herr L. auf solche Weise—dürch'erdichtete Belege— seine Leser glauben machen, er wisse etwas, waS doch nicht der Fall ist? — Tie Verweisung aus ein königliches Testament ist bei diesem Fall auch.uns unklar geblieben. Die Behauptung, daß in jener Landgemeinde um 10 Uhr noch Echacharitb in Verbindung mit Muffaph gebetet wurde, ist falsch. Aber weiß Herr Prediger L., der im usurpirten Rabbineramte so gerne rituelle Fragen zu entscheiden sich erlaubt, nicht, daß gar nichts Religionswidsiges darin liegt, zwei Mal zu beten, orain cnnx'frsvb ’ip? Warum hat uns-hier Herr L. nicht den augedeutet, welcher dem entgegenstünde? Aber Herr L. hat darüber entschieden, wie er selbst sagt, und wir haben davon schon erfahren, wie er vermuthet. Jetzt wißen wir, wer dm Zankapfel in. die friedlichm Gemeinden wirst. Nux dann geht ein Landsmann zu Herrn L., wmn er einm Helfershelfer sucht, dm Friedm in der Gemeinde zu stürm. 'Herr'£ wirst uns Eigmnutz vor, obwohl wir noch nicht einmal durch erlaubte Erbschleichern uns dieses Prädikats würdig , machtm. Thut Herr L. Alles umsonst, auch paskmm? gar nichts für GeÜ>? Herr L. ist doch nmerdings von hoher Behörde angewiesen, 'eine Funktionen lediglich auf - die MitoKedet seiner Religionsgesellichast zu beschränken. Wer hat ihm denn erlaubt, im vorliegenden Falle wieder seine Befugmß überschreitm und die Anweisung der höhen Behörde unbeachtet lassen zu dürfen? .verr L. gestattet uns, ihp deßhglb zu denunziren. Dies wird gehörigen Orts schon geschehen. Und nun — farewell for ever! — — '— Die Redaction. IS M f cg> O tt. Der .Therefienkreuzer-Verein" in Wien bat'im vergangenen Jabre H57 Kinder unterstützt. Ausgaben für Ewule und Lebrgeld (in öst. W.) 51«>6 fl. 58 kr.; für Bücber i52 fl. 77 kr.; für andere Requisiten 279 fl. 64 kr.; für Bekleidung armer Kinder am Chanukka mehr Als 2000 fl. — Dahrlick, die Wohlthätigkeit der isr. Gemeinden ist immerdar ein« blühende, und bleibt die Zierde und die Krone Jsrael's. — — Wir empfingen im Lause der vergangenen Wocke den viertm Jabresbericht über, die erste iSr. Sabbathschule für > israelitische Handwerks- und HaadlunzSlehrtinge zu Odessa,! von dem Gründer-und Leiter diese« Anstalt, Dr. I. Goldcnblum.! Jemehr wir den im Vergleiche mit unseren deutschen Verhältnissen niederen Culturzustand der ärmeren jüdischen Klasse in jenen Gegenden beklagen, um so mehr müssen wir die Energie j j und Aufopferungsfähigkeit des edlen und geehrten Leiters dieser j Anstalt bewundern. Wir haben sckwn in einem früheren Be- ,! richte (1861) darauf aufmerksam gemacht, daß die diese Schule I j besuchenden HapbwcrkS- und Kaufmanns:Lehrlinge selten oder fast nie auch nur die AnfanaSgründe des Lesens und Sckrei- | bens oder der religiösen Lehrfächer in diese Anstalt mitbringen, und daß dieselbe also die allerersten Anfänge in diesen Unterrichtsgegenständen bieten muß. Jeder Unterricht wird unent-! zeitlich erthrilt. Mit liebevollen Worten werden die Jünglinge j gleichsam gebeten, die Wohltbat, die ihnen Herr Dr. Goldenblum mit seinen hochachtbaren Mitlehrern reicht, nur anzunebmen.! So ist cs ihm gelungen, in diesem Jahre wieder 96 Schüler aus i allen Berufsklaffcn zu unterrichten, während die Gesammtzahl > aller bisberigcn Schüler 499 ist. Dabei sind nach unserer Ansicht nickt einmal die Spenden bedeutend für diese so überaus wohltbätige Anstalt. Das ganre Vermögen derselben ist 128 Rub. 55 Kop. Ausgaben im vergang. 68 Rub. 7<> Kop. Möge die Anstalt wachsen und gedeihen und fort und fort segensreiche Früchte bringen, die der einzige Lobn deS edlen Gründers und der mitwirkeuden Lehrer sind. Aus dem Haag, 18. Juni. In ihrer heutigen Sitzung hat die zweite Kammer den Handelsvertrag mit der Schweiz mit .‘13 Stimmen gegen 17 verworfen, weil einige Schweizer Eantone den Israeliten Beschränkungen aufcrlegen, gegen welche die holländische Regierung nickt emmal protestirt batte. In den Niederlanden herrscht allerdings vollständige religiöse Toleranz. Das diesige Recht gestattet chem Glaubensbekenntnis auch nicht den leisesten Einfluß mehr aus bürgerliche oder politische Befugnisse. (Rat.-Z.) Ä n r e i ge n. Ci« Mädchen (Israelitin) von anständiger Familie, welches längere Jahre einem große» Haushalte vorgestanden, sucht zum nächsten flli eine Dienstherrschaft, am liebsten in einer größeren Stadt in Reinland oder Westphalen. Näheres auf frankirte Briefe bei denk Mitredakteur dieses Blattes — Herrn Seminarlehrer A. Treu in Münster in Westphalen. -8 r i t f f a ft r n. Freund R. in W.: Erhalten! Zur gefällige» Beuchtung. Zrührre Johrgäuge dieser Zeitschrift find gegen Einsendung von 20 Sgr. baar, »sowohl durch jede Buch» Handlung, als auch durch die Herausgeber dieser Zeitschrift zu beziehen. Ebenso ist das erste Halbjahr dieses Jahrgangs gegen frankirte Einsendung von 12 Sgr. — 42 kr. (event. in Freimarken) und No. 1,1 bis 25 b. I.- (die vielfach beifällig aufgenommene Novelle „Irrwege" enthaltend) gegen Einsendung von 7', , Sgr. (21 fr.) zu erhalten. . _ Pte Herausgeber. Leram»orlU«ber Redakteur: I. Klingenftein t» Ldernbeim in Rhrinbeffen; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buckbandel: tn . Kommission bei. C. L. Fritz so e in Leipzigs— Druck von I. «ottSleben in Mainz.