Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 27 (2.7.1863)
- Date
- 1863-07-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I Jährlich 52 Äu mm ein. %xtii de» Jahrgangs I Lhlr. l ft. 4L kr. Bei frankirter Zusen- »ung unter Jtrtuibomb 2 fl. 12 kr. BeiteUungen nrimm all» Postämrer une Bueb Handlungen an. Der IsmeMisM Lehrer. Änzeiaen zu 1 -gr. di» Petitzeiie. Äuf« nahm« in di« LehrrrvacaazenlifteL'^Gz». Einsendungen rniweder direkt an den verantwortlichen Redakteur aper an di« Verlagshandlung. Organ für die Schule, die Familie und das Eemeindeleben des Zudentbums. Herausgegcbcn von I. Lriingenfteiu, J-»az Lehmann und 4t. Treu. j\°. 27. Mainz, den 2. Juli 1863. _ (Dritter Jahrgang.) Diejenigen Herren Abonnenten, welche unsre Zeitschrift bisher unter Kreuzband bezogen haben, und welche dies Blatt nicht bis zum 8. Juli zurücksenden, oder auf andere Weise abbesteUen, betrachten wir . fortlaufend als Abonnenten; wir werden alsdann, wenn wir den Betrag nicht bereits empfangen haben, bis zum 22. Juli denselben durch Postvorschuß erheben. Odernheim in Rhemhessen. Die Erp. d. isr. Lehrer. Die Eniehungsmittri dcs Monismus. Moses war sich, wie wenige andere Bolksführer, der pädagogischen Wahrheit tief bewußt, daß der Mensch zu seinemerhabenen Berufe nur dann erzogen werden könne, wenn der erziehliche Einfluß schon mit der frühesten Kindheit, beständig und allseitig geübt werde'). Die Anschauung galt ihm als das nächste Mittel, um das Nachdenken wach zu rufen. Tie beständige Belehrung des Vaters sollte dem fragende,?Kinde eine Leuchte sein über Gott und sein Wort, wie seine rechtzeitige und ernste Zucht ein schützender Zaum gegen Ausschreitungen des Lasters, und die regelmäßige Gottesverehrung in Haus und Tempel sollte die! Religion . selbst üben als eine heilige Pflicht für die Familie, wie für; die Nation. A. Die Erziehung durch dir Anschauung. 5 as Haus, die Welt des Kindes für seine ersten Lebensjahre, sollte ein Familientempel sein. Tie Pfosten des Hauses und seine Tkore predigen die Grundlehre: „Der Ewige — Gott-est einig und einzig. — llnb« du sollst den Ewigen, deinen Gott lieben, von ganzem Hexzen, von l ganzer Seele und mit ganzem Vermögen!" Früh; unb spät j I war es des Vaters erstes und letztes Wort, als Priester des Hauses diese Lehre zu verkünden und fie seinen Kindern einzuschärfen. — Rach jeder genossenen Mahlzeit mußte dem ') Cjtob. 13, 8 u. 9, 14 u. 16. Rrmiri 15, 37— 39. Levitleu» 23, 42 n. 43. Allvater am Tische, dem Familienaltar der Dank dargebracht werden für das gesegnete Land, das er den Vätem gegeben. Am Schluffe jeder Woche wurde der 7. Tag als ein Tag des Ewigen gefeiert, als Weltcnschöpser ihm gehuldigt und seines Bundes mit Israel gedacht, der die Heiligung unserer Kräfte und unserer Tage zum Inhalte hat. Außerdem verkündigt der Anfang einer jeden neuen Jahreszeit Gott als den segensreichen Spender der Feld- und Gartenfrüchte,und als den alleinigen Herrn Israels, der es mit starker Hand vom menschlichen Sklavenjoche befteite. Aus dem Hause sollte nicht nur jeder Götzendienst sondern auch jeder Aberglaube und jede Art heidnischer Eilttn verbannt werden, - Tie Speisen und selbst, diq Geräthschaften, deren man sich bediente, sollten geheiligten Natur sein, um.nach allen Richtungen hin Reinheit des! Geistes und des Gemüthes zu befördern. Eben so rein, wie das Haus, mußte auch das Land sein; nirgends ein Standbild, eine Anböhe, ein Altar oder ein den Göttern geweihter Hain sich finden; dagegen errichtete ma ^überall Denkmäler, wo Gott sich wunderbar in seiner Führung offenbarte. (SieheDeuteron 27,1—8; Josua 8,30—35) Hierzu fand das Volk Beispiele vor von seinen Vätern Abraham, Jizchakend Jakob (Genesis 12,8.—2(>.—28,18.—85,8,9—). Von vorzüglicher Wirksamkeit auf die religiöse Erziehung mußten die Wallfahrten an den drei Hauptfesien zum Nationalheiligthum sein. Hier hatte die Jugend das spre^ chendste Beispiel freudiger Gottverehrung in Opfern urd Lobgesängen, und inniger Angehörigkeit zu allen Landestkindern, von denen die Wittwen und Waisen, die Armen > und Fremdlinge zunächst bedacht werden mußten. Diele | Mildthätigkeit, ein Zeichen wahrer Dankbarkeit gegen dem ewigen Vater, sollte aber nicht nur im Tempel und zu den Festeszeiten, sondern und vornehmlich auch ine Hause geüvt werden, so oft sich nur Gelegenheit darbot. Von jeder Ernte sollte den Dürftigen der ihnen gehörige Theil auf