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Der israelitische Lehrer · 1863-06-25 · 26 (25.6.1863) · p. Seite 102

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
26 (25.6.1863)
Date
1863-06-25
Page
Seite 102 (sequence 4)
Language
German
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102 ©meinte den Dank der Versammlung aus für das ansehnlich« Geschenk von 150 Th.'zum Besten der UnterstützungSkasic sowie der DirrctioN dsr Gesellschast .Harmonia" sür die entgegenkommende Freundlichkeit, womit dieselbe ihren schönsten Saal der Consercuz pir Disposition gestellt, welebem Danke die AnwcsevkrnI durch Erbeben von ihren 'Plätzen den entsprechenden Ausdruck verleihen, und nachdem norb ein Mitglied dem Vorsitzenden' und dem Verstände sür ibre Mühewaltung^ gedankt,' wurde die Eonfercnz geschloffen. — Der Nachwittag vereinigte dann noch in heiterm Beisammensein., eine Anzahl Collcgen im zoologischen Garten und aus einer kurzen Rbeinfahrt im reinen Genüsse der schönen Früdlingsnalur. Möge Jeder einen bleibenden Eindruck und eine angenehme Erinnerung an diese Tag^e mit in die Heimath genommen haben! . ' Hertmanns. ä f f g e m c i n e s. Correspo«denz. Aus Meklenburg. sFortfetzuug.) Was nun unsere pecuniäre Stellung tettiffr, io ist ne -weit beiter, als die der baier., hefig und ckurbess. Lebrer. Das. kann ich mit Bestimmtheit sagen, ta ich ein Landsmann von Ihnen»..Herr Rcdacteur bin (Ihrer Familie wohlbekannt) unk ionack die baicr'lschcn Stellen aus eigener Anschauung unk die Piälrer Stellen aus eigner amtlicher Erfahrung genau' kenne. In meiner damaligen amtlichen Stellung mußte ick ein Drittel meines Gebaltes an den Pensionsionk abtreten, was Hlles hier nickt stattnntct. Tie mittelmäßigen Stellen . im hiesigen . Lande bringen «bne die Sckechitagebübren T Haler pr. Ecur. nebst Heizuna. Wohnung und dem dazu Nötbigen oh. Außerdem erhält der da;u befähigte Lehrer für jede Eidesverwarnusig eine Gratiffeat.on von 2 Jtdient. Mil einem Worte - -der jütische Lehrer kann hier cbcr zu einem Groschen Geld kommen, als im Süden. Doch, genug nun von der materiellen- Seile des edlen Lehrcrberu'es; wir wollen zu der geistigen Seite'desselben übergeben. Die von uns zu unterrichtenden^Lebraegenstände der Neligionsschule sind: I) Hebräisch Leien, 2) lledenesten bebr. Gebete (das Minimum bei Mädchen ist. das Brrsränkniß des Schema Israel unk der Ketm'chab.i,.. :>) Öibliid-f (nad- Flebinger oder Bütingeri unk jütische Geichichte"l,nach Elkan). i) Gleichzeitig mit dem rorigen Gegenstanks Lakidcskunke Pa.äst wa's nack Gans, '») Glaubensunk Pilicktenlehre .nach Herrrr.uler. i Bibelkebntniß in Verbindung m-.t' den Elementen der bebr. Granimatik.inack' Biannbeimcr oder- Levd). Bei tiefem Gegenstände erinnere ich mich lebba't'des beißenDebattenkampsts in der vorjährigen Herbstconierenz unserer Pfälzer lsollegen, unk wi>- man damals kas ganze b hu weich und nick-ts Ankerest?) den Kindern in die Hand gegeben wiffen wollte. Von Jntereste wird es Labernden Lesern sein, wenn ich ibnen sage, wie's in diewr Beziehung bei uns aussiebt. In der grrßberzgl. Verordnungnrr die jüd. Schulen des Landes beißt es: - „Die Auswabl des Tertes betreffend, so ist das. b'ebräisckw -Lesebuch, Auswabl bistorischer. vropbetischer und voetisiber Stücke aus-fast allen bibl. Schrotten, von Dr. M- A., Levv, Religions'ebrcr zu Breslau, besonders zu Grunde zu legen."-' <') Gesang (Kann der Lehrer den Ge'angunterricht nickt .ertbeilen. so bat die Gemeinde anderweitig kaiür zu sorgen ). Das sckulpflicktige Alter beginnt mit.dem achten Jabrc*) Anmerkung, jlnaben, die bas Gomiassum besuchen, find zu und dauert bis zum Anfänge des fünf zehnten Iabres. Unsere meisten ReUgionsschulan bestehen aus 'i Klaffen. In den beiden obcrn Klaffen findet, ausgenommen beim Gesang, Trennung der Geschlechter statt. Nock »st drmerkenswerth, daß zu den Neligionsstunden an den Werktagen die Zeit von -'<—6 Ubr Abends verwendet wird. — Der Unterricht beginnt und endet am Sonntag mit Gesang (nach dem würtcmbergisckcn Gesangbucke). Mit den vvrgeschriebenen Lebrbüchcrn darf ebne Genehmigung des Israel. Dberratbes keine Veränderung vorgenommen 'werten. Das Maaß von Kenntniffen, welches die Jugend beim Verlassen der Religionssckule besitzen soll, ist folgendes:! A. Knaben und Mädchen: 1) gründliche Kenntniß der Glaubens- und Pflichtenlehre nach Inhalt des Lehrbuches; '2) rvUstäudige Kenntuiß der bibl. und jüd. Geschickte bis aus die Gegenwart: l!) ÄLrständniß der täglichen, Sabbatb- und Festgebcte, sowie hinreichende Bekanntschaft mit der im Großberzogtbum eingeführten Liturgie: 4) Die ,Zähigkeit, gottesdienstliche Vorträge und Erbauungssckristen gehörig zu verstehen. Behufs Erzielung der letztgenannten Fädigkeit baden wir den gehaltenen Vortrag mit den Schülern der Dberklasse zu besprechen und sic anzuhaltcn, denselben seiner Disposition und dem Hauptinhalte nach,- schriftlich wiedcrzugedcn, was eine schöne Ausgabe für die Gvmnasiasten ist unk sie davor bewahrt, dem Invifferentismus zu verfallen. ir. Knaben noch außerdem: Verständniß des Wortes Gottes in der Uripracke und Kenntniß der dazu nöthigcn Elemente ^ter bebr. Grammatik. '■ Alljährlich finden 2 Prüfungen statt, die eine öffentlich iink kie an kt re nickt öffentlich. Außer den Festtagsfcricn haben wir mir den ckristl. Lebten gleiche Ferien, nämlick 2l Tage Hundstags- und l i Tage Weihnachts-Ferien. . > Körperliche'Strafen darf der Lebrer nur in der Unterklasse anweiiken: beim 'siackbleiben der Kinder, solche nickt obne Au'-! fickt lassen. '] Gegen das Urtheil des Sckulvorstantes in Streitigkeiten zwischen den Lehrern unh den Eltern steht der Necurs an den isr. Dberrath offen. Die Approbation der Lehrer findet vor dem isr. Dberrathcs statt. Die Eraminanhe» haben im Beisein eines isr. Mitglied des des Dberrathes, dkm Landesrabbincr, ihre Lehriäbigteit in tbeoret. unk praktischer Hinsicht unk namentlich in Betreff der Kaleckisation karzuthun. Die Prüfung wird tbeils münkliw,! theils schriftlich abgehalten. So haben Sie in fieimni flial nien ein Bild von den Verhältnissen der jütischen Schule und ihrer Lebrer unsres Großberzogtbnms. Sollte Sie!nleine Auseindersevnng nicht gelangireilt haben, so werte ick nächstens auch einmal Etwas über die bürgerliche Stellung der Juten unjeres Lautes schreiben. Ich >age Ihnen nstn ein herzliches Lebewohl mit der Bitt;u Gott, uns Lehrern bei unscrm schönen Berufe ein nur tonji Ihm kommendes Gut zu bewahren, die Begeisterung für kenjelbe». .1 einem Besuche der Rellgii nsichule von 4 Stunden wöchentlich verpflichtet» und ist hier streng daraif zu achten, daß jüdisch-religiöses Wissen mist den profanen Studim Hand in Hand gebe. Welche schöne Früchte dies« weise Verordnung für d t Sache des Iudentbums trägt, und welches Unglück die Lernachlässizmig einer zeitgemäßen religiösen Fortbildiwc der stucirenden Jugend Seitens einiger ultraortbödoxrr Rabbiner in Baiern gebracht bat, darüber behalte ich mir nn anderes Mal »u schreiben vor, und'zwar so, wie ich es mit eigenen Augen als früherer ütvmniw flaii anaeieben habe. i Peraniwcrrlicher Redaktkui: I. Alingeniiein in Qdernbeim in Rbembeflen; Selbstverlag her Redaktion. Für den Buchbandel: in Krmmi'üon' bei <Ä. t-. Fritziche' in Leipzig. — Druck von I. b>ottsleben in Mainz.

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