Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 23 (11.6.1863)
- Date
- 1863-06-11
- Page
- Seite 92 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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V 92 — werde *), weicher sich jceech auf-die-ReligionSsicher beschränken soll. Der Lehrer hat dafür zu sorgen, daß die Kinder an genannten Tagen nicht mi.t Schreib- und Rechentafeln zur Schule kommen,-und überhaupt die sonntägl. Ruhe nicht stören. Zuwiderhandlungen werden die Zurückziehung dieser Gestattung zur Folge haben. Schon oft habe ich mich gefragt: Warum interefsiren sich nur so sehr wenig Rabbiner für unser Lehrcrorgan?**) Ltegr ihnen sa doch die Beaufsichtigung de? Religionsunterrichtes ob und müßte sie danach jede geistige Regsamkeit in der Lehrerwelt fteuen. Ack! es zog . mir sehr kalt durch alle Glieder, als neulich ein Rabbiner äußerte :den„israel. Lehrer". Hab« ick stets mit Mißtrauen betrachtet, ft.) Zum Schluffe noch eine Bemerkung. Sebr oft betrachtet man in jüdischen Zejtschrifteu die ~ großen Städte für das Volk. Das ist ein arger Fevler, wrlä r bewirkt, daß die Leser der Blätter leicht Zeinen falschen Begriff von der Cultur des Volkes bekommen. Es heißt z B. in Nr. 20 d. Bl. »Im Hamburg wurde nm vergangenen Samstag (d. 2. Mai) eine Erinnernngsfkier (zu Ehren des I)r, Gabriel Ricsser) im neuen Tempel "gehalten; in Mainz bat, wie wir dören, Herr Dr. Aub denselben gefeiert und wird diesewohl in d»n meisten Synagogen Deutschlands der Aall gewesen sein." Die Synagogen, in tctun dies der Aall war, sind gewiß zählbar^, wahrscheinlich find es mehrere große Städte, und die groge Mäste hat rem geehrten Tobten keine Feier veranstaltet, weil — sie ihn nickt kannte, weil sie nicht weiß, wie-Vieles wir ihm verdanken. Die großen Städte bilden-nicht das Volk. B. Plaut. u m s cd a u. Zu Baiern ist Herr -Tr- Arnheim .wiederholt zum Abgeordneten in die Kammer gewählt: wahrscheinlich wird ibn die Kammer auch wieder zu ibrem Sekretär undrunr st.llitgliek'des Gesetzgebungs-Ausschusses ernennen. — In Bävrrn sind 12 isr. Advokaten und 2 Notare, die -fast - alle sehr deschä'tigt sink. Jnsbeiond«re bat Herr Dr. Franke.nburger in 2iürnb.rg .-in »dir bedeutendes Bureau. und be'chä'tiat I Rechtsconckpienten. Derselbe hielt neulich glänzende Vorträge im Interesse des Forticdritts und iginz als EOatzmann aus dtr Wahlurne hervor. Die L-abl der älteren Abgeordneten hatte er beantragt. — lieber die Stellung der Religionslehrer in Bayern sollen Erkundigungen von Seilen der ÜkdgicrUng-eingezogen worden sein.!**Dfienbach, I. Juni.' Ems T-rauerieier zur Er- \ inneruug an Dr. Gabriel Ri eisev wurde gestern von der Gesellschaft „Eintracht" dahier - in ihrem etsprcchend teeorirten Saale mit großer Betheitigüng aur eine würkevclle Leise ab- . gebalten. Ernste Gesänge mit geistreich erfaßten und tieiemp'uni denen Reden reibten sich in harmonischer Abwechslung aneinander und als Riesser's ausgestelltes Bild vom schwär,en Schleier entl hüllt und mit Immortellen bekränzt' wurde, füüte üa> die lautlose Versammlung tief ergriffen." Tie Redner schlossen ibre Vorträge mit den Lorten: „Das Asskenken des Gerechten sei zum Segen!" , . f) Seit cco. neun Jahren - war dieses in unserer, Provinz untersagt; dagegen siele» zwei Unterrichtsstunden auf den Samstag. **) Leider gibt es auch noch viele Lehrer, denen dieies Interesse adgeht. Emi. Ein Send.mg fron Jcru'alcn: u, Sydney (iu Australien)! vcranlaßte da'elbst ein Meeting „:u Gunsten isr. Pilgerwobuun-s gen in der beiligen/Stadt." Der Rabbi Hvam Ze,ve Sneer'ohn hielt ror einer außerordentlich großen Versammlung eine Vors ckesung „über die Jtrstreuung und Wiedervereinigung der Juten' und der bochwürdige Herr Davis übersetzte die bebräiichc Am spräche des Sendlings von Jerusalem ins Englische. Dre isi. Bewobncr haben jenem Vorhaben wätige Mithülse;ug«sagt; und die eben so zahlreich veriamnreltcn Ehristc» unterstützten dasselbe eben so leobaft.— Dieselben Interesse», dieselben Jdeax, unk religiöse Fragen beschäftigen die Israeliten aller Zonen, unk auch jene vpr ganz kurzer Zeit säst noch wilde Gegenden zeugen von lebhafter Tbeilnahme am religiösen Leben der Geiaiymtbcit. j / (31a*. A. I.) I Im brittiictstn Parlamente bat der ekle Lord Sbailesburv gelegentlich der polnischen Debatte darauf aufmerksam gemawt, wie natürlich die! Abneigung der Juden gegen Rußland iei, wie die jungen polnischen Hebräer aus den Armen »brer Mütter gerisstn, gewaltsam getau-t und in die Armee gesteckt würden. Als Beweis sübrle er wei polnische Juden au', denen «* iu gleicher Weise ergangen, die der Armee entwischt, stck nun in London ausballen. Er fügt das bedeutungsvolle Wort eei: „Niemand erhebt seine Hand, um der südlichen Race Gutes oder Böses zu tbun, der nicht über kur; oder lang daiür bclobnt oder bestraft würde." Die „Alliance universell«; israclite“ sangts auch in Dksterreich an Platz zu greiseii, und wird voll der Reda.tion der „R«u;eit" ledbasl unterstützt. Wir werden nächstbin, lobald t«r Raum cs zuläßt, Veranlassung i.ehmen, aucl> unsere Ansicht :n diesen Blättern über Liesen höchst bedeutsamen Verein auSzusprechcn. In Bncharest starb kürrlicl Dr. Julius Bar-astb. der «nr die Israelit n der Donau'ürstentdümer in 'ehr segensreicher Weist wirkte. Dir Gesellschait, mr die Eultur der Israeliten, deren Präsident er war, kielt eine Seiner würdige Gedenkfeier, und gründete zu seinem Andenken ein „Institut Barraich", zur Unterstützung von armen Schülern und Snidiereiiden unter den Israeliten. Dieses wahrbait edle, eie Gründer und den Verstoreenen ehrende Unternehmen iand reichen Bei'all, und es wurden alsbald 1,7*X> Piaster (iüjO fl.) g. zeichnet, noch beror die Statuten von Herrn Mori- F.üael ausgestellt waren. Das Institut zählt bere is mehr als 2! Mitgli.der, und ist demzufolge -eine Tbatiacke. CA. I.) '3 n f f i fl t n. In Crininisfion bei Sigmund Burger in Szegedin erschein», und i: durch jede Buchlnurlunz. im L.irstg durch Franz -Lagner. in F-.ankiurk a. id'l. bei B. Aaifa-.rh, I. Ü ä 1: ffmann u. s. w.) zu beziehen: Ben-Cliananja Wochenblatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: Br. Leopold Löw, Cbctrobmcr in Szegetin. Lechster Jahrgang, 1863, d>2 Rummein mit Beilagen in 40 auf Velinpapier. Mit portofreier Prstzusenvung: ganzjährig 4 Rthlr 20 Sgr. pr. Cour.. (Gelder franco.) V Auf 10 Exemplare wird ein Freiexemplar verabreicht. W Interessant« Korrespondenzen und vorzügliche wissenschaftliche Abhandlungen, fite jeder gebildete Jsraelite mit vielem Interesse lesen wird, machen das Blatt zu einem der vorzüglichsten jüdischen Organe. Leranrw örtlicher Redakteur: I. Kl in Eommiifion ched «enstesn in -Odernheim in Rheinheffen; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchhandel: l. L. Fritzsch« in Leipzig. — Truck von I. Gattsleben in Mainz. in