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Der israelitische Lehrer · 1863-06-04 · 22 (4.6.1863) · p. Seite 88

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
22 (4.6.1863)
Date
1863-06-04
Page
Seite 88 (sequence 4)
Language
German
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88 mm wie Sir. Herr Redactevr, in Ihrer Selbstschau brbauplcn, dir Sc! ule der einzige Döaßstab. ist iün dir Beurtbeillinq einer Gemeinde, welches Urtleil toll inan dann üb.er Dassel fällen? - diel crbaupt ist den Städten verhältnißmäßig weniger ausgebürdet, als-den Dörfern und da cs dukck>aus möglich gemacht werden muß. daß jede, auck die kleinste und ärm steGemeinde ihren Lehrer bade, ir dürste eine Nachdülfe aus der Provinzialsckulcaffe, zu welcher die Eladtgemcinden verhältnißmäßig viel beitragen. am Platze sein, io lange die isrckel. Lehrer den ckristl. nicht gleichgestellt sind und. gleich diesen Staatszulaae erhalten. Eine solche Gleichstellung wäre freilich-der. rettende Engel und , könnte eine Ausbesserung der Gehakte ermöglichen. Das Einkommen der ä-ristl. Leb rer besteht eit in der Benützung von! Grundstücken. Naturalien u.-dgl. und übertrifit. daher in der Regel I um Biele? das des jüdischen Lehrers, selbst bei gleich hoher Eomj pctenz. weil genannte Gegenstände.billig berechnet sink. Hoffen j wir, daß der Hobe Landtag uns der Hük'c t eillaitig werten j läßt. Die Borstcberämter :u Easiel uud Marburg sind von den - Lehrern ersucht, für die Sache tbätig gu sein: selbst die ckristl. . Lehrer der Bezirke Fronbausen und. Borken Halen kurrüistl. j Ministerium um, Gleichstellung ihrer jüdischen Ecllegei. gebeten, weiches Zeichen echter Eollegialität gewiß Anerkennung verdient. Das die vom Landtage tüp die Sckulängelegenbciten ernannte , Eommissicn in. unserer Sacke Methan bat, ist noch nickt bekannt. Nordeck, am Ibl. Zlpril- INi.!.. - B. Plaut.! u tu s ich a u . ( — Ein preußisches Minister inlrescript erläutert, daß nur . die in den Svnaaogen-Gemeiadcn ordnungsmäßig anzustellenden! Lehrer die S.ualisication eines Elcmentar'ckullebrers baten muffen: daß aber sonst „Schächtern und Äbnlickeir-Personen" ohne jede . Prüfung die Erlaubais. 'irr Ertbeiluug des Unterrichts im! Hebräischen und in der Religion^gestattet werde:: kann!*) I — In Ferrara haben sich, wie der Ediu-.. l-,r. mittbcilt, ( am IT». Mai Abgeordnete der isr. RelrgionsgemeiNden des ' Königreichs Italien versammelt,- sowohl um r.richiedeue brennende politische und religiöse Fragen :u erledigen, als auck um die Sckcp'ung einer stänkigenEentraliRcp.räsentan: herbei zu sübreu. —. Ein Ukas des russischen Kauers debnt die Ausnahmen von körperlichen Stra'en aus die Lebrct der Bolks'sulen und die Geistlichen — auck die-,nichtchristlichen --- aus. ——————i^————l——— - Irr-« e ge. Ein Ledrnsdild -von L. K i Fcrtsetzui->äO Die betäubt stand Reka da. und schaute noch lange den: sortrcllenken Wagen nach. „Also dar er. mich dock erkannt", sprack sie leist' sür sich, bim „und ick gläubte doch, -die Leiten hatten mich unkenntlich gemacht f Daß gerade er zuerst es sein mußte, der bier mich trifft von allen meinen irübern Bekannten, , der Mann, den ick so hinterlistig 'gerauscht hake.- Also auch er berüber! Vielleicht um meinetwillen nur, weil bevtemock nuck liebend, treu und hingehend, wie damals vertrauend! .— Bielleickt von mir um sein Lebensglück betrogen-, während tr und ick, weitn auch nickt vereint, dock in anFeren glücklichen Verhältnissen in der so schönen Heimatb ruhig und glücklich leben könnten! ..Wenn Ebristian wüßte. daß mein einstiger Bräutigam — i den er dock 'rüber auck emmal gesehen batte — es war, den! *) pja-.re Rücksicht! >! er heule behcrvcrgrc. Und er, 'ür! en :ch all>.s gclban habe, dem ich, ach, auch öeute noch mit unaus'preck sicher Liebe anbänge, dort gebt er hin, nud begreift mich nickt, begreift nickt das Sebnen und den Sckmerz meiner Seele. Ach. wie oft erinnere ich mich an ein unschuldiges Spiel aus meiner Kinderzeit. Ick brach Blumen von der. Nelke und wollte sie an den Rosensiock besten! auf „daß sie dort weiterblühen und anwe.chsen sollten. Meine selige Mutier gewahrte dies, und sprach: Laß das, mein Kind! i Die Nelke wird nie mit dem Rosenstock verwachsen, nie an ihm blühen und muß hier verwelken. Friedlich können sie im gleichen Beete nebeneinander wohnen, ziehen ihre Nahrung aus derselben Mutter Erde, ja aus einer Sckollc: nie aber wird die Nelke zur Rose, die Rose zur Nelke, nie vermögen sie sich zu einem Stocke zu vereinigen. Dock ersrenen sie Auge und Herz gemeinsam durch ihre Farbe und ihre vereinigten Woblgerücke: verbindeit sich selbst, aber nur zu einem Strauße. Was Gott vereint, das soll der Mensch nickt trennen; was aber Gott getrennt, das k a n n derMensck nicht vereinigen, als hätte es Gott geeinigt — in der Eh<" Im Hause Ebriitians gina alles den gewohnten, rubiren Gang fort, und doch herrschte ein tiefer-Zwiespalt in. den Gemütbern des Maunes und bcs Weibes. Wieder trn^z Reka eine Hoffnung unter dem Herzen, und sie glaubte, daß k^es ibr auck die gan-e Liebe und das Pertrauen ibres Mannes wieder Zufuhren würde. Aber, sie tauschte sick, die Arme. 'Nock liebte Ebristian seine Reka, aber er verstand sie nickt, wenn sie den Erinnerungen ibrcr Jugend nackbing. Er glaubte, sie. hätte diese ganz vergessen müssen. Dir sabcn es ja aus seinen Ans drücken, wie nur diese „jüdischen* Gcwohnbeiten, die dock mit ihrem ganzen Leben so innig verwachsen warm, es veruriackt/m, daß eine immer tiefere Spaltung der Gemntbcr eintrat, eine immer weiter sick ausdehner.de Kluft sie trennte. —! Reka genas eines Knaben. Es schien,^ als ob dieses Ercigniß c:nen tiefgehenden Einfluß aus das Gemütb ihres Mannes ausübte, uud er sorgte für sie mit wahrer Liebe und Hingebung. In der 'Nackt, die dem siebenten Tage der Geburt ibres Söhnleins folgte, warb Re'-i unwohl. Sic lag in. Fieberkrämpfen und wirre Träume umstorr.n ibr.n Geist. Sie rief, ob der „Gevatte mann* nock nickt da sei, wann der „Möbel* komme, ob die „Iüdischkerz" brenne und noch mehr, was Ebrist!.->n alles wobl nickt ganz klar verst in^, sich aber ^ock Nnbänsig erklärte. Es verdroß ihn. daß er auck sich des reinste» Genusses, der Batcrt'r.ude, nickt erfreuen konnte, obne an die jüdische Abstammung der Mutter gemabnt zu werden. In seinem Aerger wa.^crke er eine'Stunde weit ror. der Farm in eine Schenke, die ein Irländer an der Straße angelegt halte, und wo er schon oft seine trüben Gedanken durch Wt-iskv betäubt batte. Heute traf er tcr* lustige Ges.ll'ck a-t: es u ar eine Truppe Ar- Wanderer aus Deutschland a »gekommen, die »ach Eincinnati bin wollten Eine derbe Banerndirne aus Thüringen insbesondere sch-.e. ein besonderes Gefallen in iln: z-.: er egen, wie er ein solches, seit er, Reka kannte, nock nie beim Anblicke eines Frauenzimmers geiüblt hatte- Er setzte sich neben sie. trank ihr taprer zu, und sie hielt her ihm aus. Wobl dämmerte das Bild seiner Reka ror ihm an' abr er betäubte die'.'» Bedenken i::::n:r durck einen tüchtigen Sckluck aus dem rollen Glase, und. als es Nackt ward, batte er im Rausche alles vergossen, was ibm sonst doch noch heilig gewesen wäre. Er lud die leichtsinnige Dirne ein, statt nach Eincinnati, als Dienerin zu ihm zu ziehen, da er eine „kranke* Frau habe, und diese — der der junge leichtsinnige Farmer gefiel — willigte ein, nächsten Morgen zu ihm zu kommen. Der letzte Akt im Lcbensdrama Rckas hatte seinen Anfang genommen. (Schluß folgt.) Verantwort!,wer Redakteur: I. Klingenüein in Odernbeim in RbeinheNen; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchhandel: in Kommission bet <k. L. fs ritz sch e in Leipzig. — TV-itf von I. v>»ttSleben in Mainz

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