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Der israelitische Lehrer · 1863-06-04 · 22 (4.6.1863) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
22 (4.6.1863)
Date
1863-06-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JLbrltck S2 Nummern. Preis des Jabrganes 1 Lhlr. -lfl. 45 h. Bei frankirter Zusenlung unter Kreuzband 2 fl. 12 kr. Bestellungen nehmen alle Postämter und BuLbandlungrn an. Feiner. Organ für die schule, die Familie und das Gemeindeleben des , Herauogcgcbcn von I. Llingenstein, Igna; Lehmann und A. Treu. ge» zu 1 L,r. die Petitzeile. Ausnahme in die Lehrervacanzenliste2> rLgr. i?insenrungenkn:»eder direkt an den verant» rrorilirben Redakt ur oder an di« Verlagsbandlung. Iudcntbums. 22 Mainz, >en 4. Juni 1863. (Drittel Jahrgang.) Professor I>r. Älerander Haindorf und dis israelitische Lehrerseminar zu Münster. | (Fortsetzung aus Rr. 18.) i VIII. (Tj ■ I J Ein Jeder, rer sieb nach Beruf ein Urtheil ul: er/ Lsb - TcrbilMinfi, den Wirkungskreis der Lek rer, besonders »er israelilist: en Lehrer zu verschaffen die Gelegenheit oder Pflicht hal, muß nack den in den ersten Jahresberichten benannten Lchrgegenstanden gestehen, daß die Austalk einer fach- und fachmäßigeu Oberleitung entbehrte. Dis Angabe re» Lehrstoffes must den praktischen Schulmann um so mehr defrcnidcn, wenn man oic damalige Zeit in Betracht zieh, Ine Zeit, da die pcstalozzischcn Erziehungsprinzipi^n allein halben würdige Pflege fanocn, da in Rheinland stnd Wests phalcn (Brühl, Mors, Soest) im pcstalozzischijn Geists (Wagencr, Diestcrweg, Ehrlich) gewirkt churde undi hochverdiente Schulmänner in frisch erblühenden Lchrsrseminarien echte Lehrerbildung zur praktischen Anschauung brachten. Davon hätte der wahre Schulmann nicht unberührt bleiben dürfen. -! Im Haindocf'schen Seminare wurde gelehrt: ’a) Religion, b) hebräische, denische, lateinische, französische Sprach lehrc, o) ^technen, 6) Mathemat f, e) Geographif, t) Gcschichlc, ^) Naturkunde, st) Gesang, i) Zeichn.n, |k) Kaligraphic. ' So hoch wir auch in foruraler Rücksicht de» Unterricht in fremden Sprachen anschlagen, so kann ep doch dem zukünstigeu Lehrer den Mangel von stufenmähigtm, planvollem Unterricht in der Pädagogik, Methodik, Stylistik :c. nicht ersetzen. Diese Mißstände mußten theilwcist weichen, sobald das Institut hie Aufmerksamkeit von Schulmännern, die mit dem Dirigenten über deffcn Anstalt in - Unterhandlung traten, auf sich gezogen halte, und sich geeignete Lehrkräfte zur Aushülfe fanden. So wurde denn auch später :u. und notbwcndas Latein vom Unterrichtsplane grstriü dize-e Fächer traten an feine Stelle. Als Lehrer werden genannt: Hcrf B. Coden, W. Nüsse, und Lieutenant Michclir. Lehrer in der isr. Gemeinde zu Münk seiner Schule zum Vereine übe». Herr Cohen war er, uno ging mit Hier wolle der geneigte Leser mit uns auf einige Augenblicke bei einem Manne verweilen, dessen ganzes Leben in stiller Zurückgezogenheit, unbemerkt von (her Außenwelt, mit Aufopferung, Selbstverleugnung, rasiltscm Streben, der Schule gewidmet ist. — Herr Cohen »tai& an der Wiege des Vereines, und noch wirkt er, so weit de« schlickten, altersschwachen ManneS Kräf-e reichen, ein Greis oon 78 Jahren, mil jugendlichem Eifer. — Sein fünfunozwauzigjährigeS Dstnstjubiläum, sein fünfzigjähriges, »,ina unbeachtet an ihm vorüber; in 'einem Tiensteifer merkte ix es nicht Was er als Lehrer gethan und wie unermüect rchlick er gewirkt," oas grenzt a^ das Unglaubliche, so daß man mit Rücksicht auf dieses äußerlich unscheinbaren Mannes (Wirken, oas gestärkt war durch Berufötreue, die Worte Jesaiaö K 40 (V. 31 mit Siecht anwcndcn kann. ( v j Profesior Haintorf hatte dem Herrp Coden den ^itcl Oberlehrer beigclegr, den dieser in Bctracki (der Arbeitsmaffe an der Anstalt wohlverdiente; denn er hatte nickt äir einen großen Theil des Seminar-Unterrichtes zu ver» )en, sondern auch die meisten Stunden in dev Elementarnile zu krtbcilen Damit stand aber das Sgla v in keinem erhältniß, uno in der Thal soar der würdige Schulmann r Eriftcuz halber zu einem stundcnreichcn % rivatunterchtc gezwungen. Die Schüler des Herrn Ci hcn zählen nach Tausenden ans den höchsten, wie aus Lei niedersten Ständen. - Manchem undankbaren Schüler (unse *8 Volkes) dürfte es ein belehrendes, die Schaamröthe ins Gesicht trübendes Bild vor die Augen führen (falls nickt Aufgeblasenheit und Bornirtheit den letzten Funken beif Pietät i

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