Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1863-02-19 · 8 (19.2.1863) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
8 (19.2.1863)
Date
1863-02-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4896751-5428748-5431180--0449-4897125
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Jährlich 52 SRummfrn. PrriS d«S Jahrgangs 1 Lhlr. — 1 fl. 45 kr. Bei frankirter Zusendung unter Sreuzband 2 fl. 12 kr. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Der ÄNwMMlw Feiner. Anzeigen zu 1 Egr. die Petitzeile. . Auf« nahm« in die Lehreroacanzenliste2«^Sgr. Einsendungen entweder direkt an den verantwortlichen Redakteur oder an die Derlagshandlung. Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindeleden des Judentums. Herausgegeben von I: Klingenstein, Ignaz Lehmann und A. Treu. IX °. 8. Mainz, den 19. Februar 1863. (Dritter Jahrgang.) Professor Dr. Älerander Hsindorf und das israelitische Lehrerseminar zu Munster. (Fortsetzung.) irr. Im Jahre 1825 hatte sich zu Minden ein »Verein zur Beförderung von Handwerken unter den Juden" gebildet. Vom Direktorium dieses Vereines wurde Haindorf ersucht, ein ähnliches Institut als Zweig - Verein für den Regierungsbezirk Münster ins Leben zu rufen. Haindorf entsprach, nicht nur dem Gesuche, sondern entwarf auf Grund desselben den weit größeren, für die Cultivirung unseres Volkes weit wirksameren Plan zur Gründung eines Vereins zur Bildung von Elementar!ehrernund Beförderung von Handwerken und Künsten unter den Juden. Der Verein zu Münster trat bald als selbstständiger vor die Oeffentlichkeit, und der zu Minden ging nach Verlauf von etwa acht Jahre» in dem ursprünglichen Zweigverein auf. Das Lehrerseminar ist also ganz die Schöpfung Haindorfs. Haindorfs Plan wurde von der Regierung, an deren Spitze der dem Gründer befreundete, edle Vinke, Obcrpräfident von Westfalen, stand, von der iSrarl. Gemeinde Münster, vielen andern Gemeinden der Umgegend und in dem ^großen Kreise seiner einflußreichen Freunde und Bekannten mit Anerkennung ausgenommen und kräftig unterstützt. Der Oberprästdeut zeichnete einen jährlichen Beitrag von 1b Thlrn., die iSrael. Gemeinde zu Münster 173 Rthlr, "Hamm 330 Rthlr. u. f. w. Es wurden Circulare verfchickt, Landräthe, Bürgermeister und sonstige einflußreiche Personen um Unterstützung ersucht, und durch Amtsblätter die Förderung des edlen WerkeS nachdrücklich empfohlen. Selten fand eine hochherzige Stiftung, besonders von einem Israeliten für Israeliten, so allgemein gute Aufnahme; und selten vereinigten sich das tiefgefühlte Bcdürfutß, günstige Zritumstände und des Gründers guter Ruf, das Ver- , trauen, das man von allen Seiten ihm cntgegcnbrachte, zu solch glücklicher Ausführung, wie bei dieser Stiftung. Rach Abwickelung der erforderlichen Formalitäten trat 1 der Verein unter der Direktion des Gründers in Wirksamkeit. Es wurden gewählt: als Präsident der Herr Regie-; rungsrath Körner, als Assistenten der BanquierLöwen- Wärter, Kaufmann Koppel und der Lotterie-Einnehmer Windmüller. Letzterer führte in den ersten Jahren das Rechnungswesen. Der erste Jahresbericht, welcher vom 16. Febr. 1827 datirt ist, nennt 6 Zöglinge, welche Behufs Ausbildung zu Elementarlehrern ausgenommen waren, vier Knaben waren zur Erlernung eines Handwerks unterstützt worden. Die Leitung des Ganzen, dessen intellektuelle und materielle (geschäftliche) Seite lag in den Händen HaindorfS, der unermüdlich, energisch und umsichtig, mkt väterlicher Sorgfalt das Kind feiner Pflege bewachte und groß zu ziehen strebte. — Die materielle Seite, Corresponvenz und Rechnungswesen , nahm in wenigen Jahren eine.solche Ausdehnung, daß eine Persönlichkeit zur Führung des Sekretariats gewonnen werden mußte; die Führung der Kasse übernahm im Jahre 1831 der Dirigent selbst :— In den Gemeinde wurden Geschäftsführer ernannt, welche zum Zwecke der Collekten, wegen Aufnahme von Zöglingen, Besetzung der Lehrerstellen mit dem Vereine in Korrespondenz traten. Auch aus weiter Ferne floß der Anstalt reichlich Unterstützung zu. Der geneigte Leser erwarte hier kein Schaugeprängr von Namen edler Geber; das verbietet der Raum dieses Blattes. Was die oben angedeutete geschäftliche Seite des In- ' stitutS betrifft, so müssen wir mit den kritischen Worten: »VerwaltuugSsachen!" uns bescheiden, auf SpecielleS nicht eingehen zu können. ES ist dieses ja anerkannt rin Terrain „bewegenderund beweglicher" Gründe undUr-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.