Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 7 (12.2.1863)
- Date
- 1863-02-12
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Hanau 1× ep/1047937
- Itzehoe 1× ep/1044828
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28 «ungSabschluffe rin Baarvermögen von 22,225 THI. 6 Ngr. 2 Pf. > «ach. 148 verwaiste Familien erhielten jm abgelausenen Jahre Unterstützungen. die zusammen 2054 Tllr. 25 Ngr. betrugen. Interessant ist noch die Uei erficht der vom Verein gewährten Unterstützungen seit dem Jahre 1848. Im gen. ersten Jahre betrugen diese 73 Thlr., im zweiten 92.u.s. f. und setzt im Jahre 1862 nach 14 Jahren bei steter Progression 2054 Thlr. 25 Ngr. — Möchte es uns zur Anregung dienen! | — Vor den Assissen in Hanau (Kurhessen) war ein Herr I Löb Abraham aus Lorsch (Kr. Heppenheim im. Gr. Hassen) als Zeuge geladen, und wurde,- nachdem viele Christen den einjachen Zeugeneid ablegt.n, auigesordert einen „Jüdeneid" abzuleisten. Er weigerte sich beharrlich, gab in beredten Worten seinem Rechtsgetühle passenden Ausdruck, und — nachdem die Richter ihn vergeblich dreimal gemabnt. und sich dann wieder ms Bcratbungszi mmer zurückgezogen hatten, wurde er zum einfachen Zeugeneid zugelassen. Ehre solcher Staudhastigkeltl Itzehoe, 26. Jan. Die Regierung von Holstein hat den Stänken e.ne Vorlage gemacht^ betreffend: hie bürgerliche Gleich- ' stellung der Juden, der indessen die Beschränkungen hinsichtlich ihrer Wählbarkeit zu Abgeordneten nicht aushebt. Lemberg, 29. Jan. - Dir jüdischen Gemeinderäche sind von der Mitberathung des Gemeinbestatuts unter Protest zurückgrtreten, weil dasselbe zudenfeindlichc Bestimmungen enthielt. RodakowSki'S Antrag, diese zu streichen, wurde verworfen. (Preffe.) Berlin, 1. Febr. Vor Kurzem ist. einem jüdischen Lchr- , amtscanditat n, wel-ver das-Obrrlehrer-Eramen bestanden hätte! und nun das Probejahr an einem Hiesigen Gymnasium antrelen | wollte, die Erlaubnis, dazu versagt worden. Zu bemerken ist, *j daß das Probejahr keine Anstellung bedingt,' soizdern als ein I wesentlicher Thcil des Eramcns zu betrachten ist. j Frankfurt, 31. Jan. Das CoNiits zur Beförderung der : Handwerke unter den Israel. Glaubensgenossen veröffentlichte heute sein n zweiunddreißigsten Jahresbericht über den Bestand und. Fortgang seiner Bemühungen. Aus demselben entnehmen wir, daß fett dem letzten Bet chte im. Jahre 1800 — 26 neue Lehrlinge ausgenommen, und 4m Ganzen nun älö junge Leute zu tüchtigen Handwerkern hcrang.bildz) wurden. Unter de« Unt rftühten bennden sich 61 Frankfurter, 141 Kurhesscn, 591 Hessen-Darms, ädtcr, 115 Nassauer, 34 Bayern und ein Badenser. Die H. S. Goldschmidt'sche Stiftung gewährte bis jetzt 83 Unterstützungen, wädrens die C. Goldschmrtt'sche Stiftung in idrem 12- und 13jährigen Bestehen 10 Meistern zweckdienliche Beihilfe leistete. —*Die Ausgaben gleichen die Einnahmen von 10,398 fl. vollständig aus. Lederher). (AuS den Erinnerungen des Pfarrers vom Berge.) (Schluß.) Er murmelte leise Gebete vor sich.hin, dann rief er, wie irre redend, seinen Bruder: „Gieb das Gebetbuch und sag' mir das Schemah! Das Sch^mah will ich hören.! Das Schemab!" ' Dem Lipp wurde angst und bange, als kor Lederherz nun immer heftiger schrie: „Warum sagst du nichts?' Sag' das Sche- + , mah! Ist denn keiner-der mir die Liebe anthun will? Seid ihr . - alle stuu m und blind!'" Angstvoll kam der Lipp zu mir )n's Pfarrhaus und erzählte mir Alles. „Und was will er denn nur mit dem Schemah?" fragte er zitternd. Ich erklärte ihm, daß das die Verse 4 bis 8 rm fünften Buch Moses Capitel 6 bedeutet. Diese Worte enthalten das Glaubensbekenntniß der Juden, und mit diese» WoNen auf den Lippen hauchen sie gläubig ihren letzten Athem aus. „Was sollen wir thun?" ftagte Lipp. „Was wir thun können," antwortete ich, nahm meine hebräische Bibel, sucrte die Stelle, und begleitete Lipp nach Hanse. Als ich eintrat rief der Kranke: „Kommt Ihr? Ich bin bereit!" Ich begann nun in hebräischer Sprache die Worte: „Höre, Israel, der Herr unser Gott ist ein einiger Gott. Und du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller Kraft..." Als ich dies in hebräischer Sprache laut las, sah mich der Lederherz groß an, mit jenem wunderbar strahlenden Blicke, in dem das Menjchenauge nur in der Todesstunde erglänzt. Ich weiß nicht, ob er mich erkannte, aber kaum hatte ich die ersten Worte gesprochen, als er einfiel und mit erschütternder Stimme die Worte nachsprach, und wenn ich innehielt, winkte er, daß ich fortfahren solle, und ich wiederholte es sort und sort -Mit dem Worte Adonai (Gott) hauchte er seinen letzten Athem aus, und ich drückte ihm die Augen zu.... , Ich glaube, daß ich nie getreuer ein Diener am Worte und i J im Geiste der Liede gewesen bin, als jetzt, da ich, der christliche Geistliche, einem Juden sein Gebet in der letzten Lebensstunde verrrchten half. Spät in der Nacht kam der Bruder und eine Schwester des Verstorbenen und mit ihnen noch zwei Männer auS seinem Dorfe. Lipp erzählte ihnen, wie der Lederherz gestorben sei, und sie kamen zu mir und dankten mir unter heftigem Weinen. Als sie am Morgen mit der Leiche tacon fuhren, gab ich in G-meinschajt mit dem Lipp dem Verstorbenen das Geleite bis an die Grenze unserer Gemarkung. Dieß nun ist eine der Erinnerungen, die mir das Herz am tiefsten bewegen. Eine besondere Erhebung ist es mir, daß daS ganze Dorf — nicht ein Einziger ausgenommen — es in Wahrheit erkannte, wie ich an Leterherz im Gerste der wahren Religion der Liebe gehandelt. Was ich gethan, wurde damit zum. rnnern Segen für Alle. Lehrervacanzenliste. Einmalige Aufnahme 9 kr. — 2 liz Sgr. Die Religionslehrer- und Vorbeterstelle zu Rieder-Olm im Kreise Mainz. Gehalt 250 fl., freie schöne Wohnung und Heizung. Nebenverdienste. Schechita 70 st. % n } t’i ft s n. Ein Lehrer von tüchtiger Berufsbildung, der mehr auf offene und freundliche Behandlung als auf großes Salär sieht, wünscht eine Stelle, wo er nicht Vorbeter zu sein braucht. Näheres bei dtm Redakteur d. Bl. Herrn I. Klingeitstein, Lehrer in Odernheim in Rheinhcssen. Zur Förderung auch der materiellen Interessen der Lehrer und zur Hebung unserer Lehrervacanzenliste wollen wir bis auf Weiteres die Aufnahmegebühren in dieselbe auf die Hälfte (9 kr.—21,'2 Sgr.) herabsetzcn, und bitterz umsomehr unsere gesch. Collegen hiefür thätig sein zu wollen. Die Redaktion. Verantwortlicher Redakteur: "Jl Llingenstein in Odernheim in Rheintzlsfen; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchhandel: in Commission bei <5. L. Frißfche in Leipzig. — Druck von I. Gottsleben in Mainz. - j