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Der israelitische Lehrer · 1863-01-22 · 4 (22.1.1863) · p. Seite 16

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
4 (22.1.1863)
Date
1863-01-22
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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16 nannt worden. Er ist der vierte Professor jüdischen Glaubens '■«n der hiesigen Universität. Zwei derselben geboren der medicinischen Facultät and die be den anderen der philosophischen an. München, *10. Dez. Eine unterm 28.-v. M erlassene Entschließung des k. Kultusministeriums, veranlaßt durch die Beschwerde eines is-ael. Lehrers wegen verweigerter Gehaltserhöhung, führt sebv umfass nd aus, daß im Vollzüge des Gesetzes vom 1<> November 18ol bezüglich -der Elementarschulen der Israeliten von selbst eine wichtige Unterscheidung Platz greife. Dasielbe enthält nämlick: /I) Bestimmungen über, die Berechtigung des Schullehrer-Personals in A fickt auf Gehaltsuud Sustentalioits-Berhältnisie. In ersterer Beziehung finde das oben -angeführte Gesetz allerdings auch bezüglich der Elementarschulen der Israeliten analoge Anwendung, nur trete an die Stelle der Verpst cktung dr politischen Gemeinden jene der isr. Kultusgenossen, welcheVerpflichtung die letzteren. im Falle sie gemäß $. M des Judenedicses - igene Schulen besitzen, freiwillig übernehmen und beziehungsweise^ übernommen hac-cn, während im entgegengesetzten Falle ihren Kindern der Besuch der Orts¬ und Gemeinteschule offen stehe. Diese Anwendung es Gesetzes habe insbesondere, auch i insichtlich deS Art, 6 t effel en zu gelten, und sei' bei dessen-Pollzug aus.die Elementarschulen der Israeliten jederreit angemessene Rücksicht, zu kebmen, Dagegen finken die unte- Ziffer 2 hezeiö neten Bestimmungen des Gesetzes auf das israel Schullehrer-Personal ibre volle Anwendni g, und könne somit dessen Berechtigung aur Anspruch zur Gehaltserhöhung nicht ausgeschlossen w-rdcn. - — Interessant ist ein Erlaß , des. bischöflichen Bicariats von Velletri rm Kirchenstaate, durch'welchen, enum Israeliten, der wabrsche nlich zn deck früter.A s>ww.esenen gekört, die Aufentbalts-Erlaubnist ertheilt wird:ZGeneral-Vicariat Velletrie Äöack Ansicht und Ricktigsindcn dev von dein Gesetze verlangten Pässe, wird dem Israe iten üi. die Erlaubnis ertdeilt, für die Tauer von .... Tagen sich in-dieser Stadt aushaiten zn dürsen, und zwar zu dem einzigem Zwecke, einen biederen und ehrlichen Handel da zu treiben; tatet wird ihm aber fsir die ganze Zeit seines Aufenthalts aufgegebcn, sich.spätestens eine Stunde nach Sonnenuntergang in die von.ibm erwählte Wohnung zurückznzieben, um solche vor Sonneuauiganz nickt mehr zu verlassen; gleichzeitig wird ihm der Zutritt in jedes Kloster, Konservator rium, oder heiligen, der Episccpal-Jurisdiction unterliegenden Ort untersagt; ebenso der Gebrauch jedes vertraulichen oder familiären Ausdrucks. bei'm Reden und Handeln mit Christen. Die Uebertretung einer oder. der anderen besagten 'Vorschrift wird unnachsichtlich mit Gefängnis! und Geldstrafe von fünf Thalern zum Nutzen der heiligen Sache bestraft. Velletri,; am Sitze des Bicariats. den ... . 1862. J. Ve jir ex officio, General-Vicarius (Stempel' des Vicariajs von Velletri). Giov. Jessenschi, Erim.-Secr des Bisthums." Moses Mendelssohn. Ein Wort der Erinnerung an seinem Sterbetage (4. Januar.) (Fortsetzung und Schluß.) Mendelssohn war der Mann des reinsten erhabensten Gedanken. der edelsten Empfindung, der treuesten That. Sein Derbältniß zur israel' Religion ist ausgeprägt in seinem Leben, in seinem erhabenen kl aratter, der ihm die Achtung der edelsten Menschen in so reichim Maaße zn Theil werden ließ , Lessing — der Prophet der Humanität — der-edelste Eha akter des Jabrbu"der1s — sein- Busenfreund.) - In der Treue gegen das Heiligthum seiner Seele, gegen sein Judenthum, ist er Muster und Vorbild geworden der großen Reihe edler Männer des vergangenen und gegenwärtigen Jahrhunderts, die als das höchste Gut des Lebens ihre Neberzeugung festhielten, und sich nickt zum Abfall führen ließen von dem verlockenden Scheine glänzender socialer Stellung und entsprechenden Wirkungs- und Berutskreises; ein Opfer, das unstreitig das höchste und erhabenste ist, das ein Mensch bringen kann, oft >'o groß, als das Leben selbst. Wie sehr Mendelssohn von dem Glauben an die ewige Gottbeit*) durchdrungen war. sehen wir auch an ndc wenigen Worten, welche kurz nach seinem Tode in mehreren öffentlichen Blättern zu lesen waren: ') „Es ist ein Gott, das sagte Moses schon, .Dock den Beweis gab Moses Mendelssohn." Am meisten aber ist er unseres treuen Airdenkens würdig, deshalb., weil er trotz aller Schwierigkeiten, die ihm von den eigenen Glaubensgenossen seiner Zeit entgegen gestellt wurden, irotz der Donnerkeile, welche die alten Rabbi's vom polnischen Scklag auf ibn schleuderten der erste war, welcher das geofsenbartc Wort Gottes in reines Deutsch übertrug, das geknechtete Israel des vorigen Jabphundcrts durck die Zauberkraft seines Wortes aus dem Schlamme der Niedrigkeit und der Verachtung zur sittlichen Höhe und Menschenwürde erhob; weil er den Samen ausstreute im deutschen Israel, welchen beflügelte Geister seitdem in alle Welttheile getragen und weiter beförderten. So wie nun die deutsche Schule mit Recht Vater „Pestalozzi" als den Mann bochsckätzt, mit dem die Volksbildung in ein ganz neues Stadium getreten, der zu einer edlen, naturgemäßen Erziehung den Impuls gegeben, so darf gewiß die israel. Religionsfaule als solche den Mann hoch verehren, welcher unserer Jugend reines Deutsch lehrte, den Schlendrian und den geistiödtenden Mechanismus, so weit es in seiner Kraft lag, zu beseitigen suchte. All dies sei» Wirken für Israel knüpft sich cingentlich erst an die zweite Hälfte seines Lebens, und ward hauptsächlich angeregt durch den Kampf, der mit Lavatcr begonnen, und der sein Streben mehr und mehr dcm Judentbum zuwendete; wurde - möglich durch die Rübe und heitere Geselligkeit die in dem heiligen Kreise einer edlen Familie, umgeben von den Besten seines Jahrhunderts sich ihm cköfinete. W>r wollen an dieser Erinn ruirg in diesem Jahre nicht so rücksichtslos vvrübergehcn, auf daß sich bewähren die Worte des Propheten ypin irra O’P’Dtpeni 1JJ1 Dtiyp D’3303 DO-in ’pnSDl Frankcnthal, 1. Januar 1863. I. Singer. •) Als ihn einst ein Jünger Lavaters mit den Worten anging: „An Gott, den Vater glaubt ihr schon, , ^o glacbl doch auch an ninen Sohn. „Ihr pflegt doch sonst bei Vaters Leben i „Dem Sobne gern Credit zu geben" — ' gab Mendelssohn zur Antwort: „Wie könnten wir Credit ihm geben? „Der Vater wird ja ewig leben!" Lehrervacanzenliste. tC3t~ Einmalige Ausnahme 18 kr. — 5 Sgr. Erledigt ist: Die israel. Religionslehrer und Vorbeterstelle zu Lorsch, Kreis Heppenheim a. d.. Bergstraße Gehalt 250 fl. . freie Wohnung und Heizung. Verantwortlicher Redakteur: I. Klingenflein in Tdernbeim in Rl>«inbesien; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchbandel: in Commission bei C.L. Fritzsch« in Leipzig. — Druck von I. Gottsleben in Mainz.

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