Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 1 (1.1.1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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JLHrlick Ü2 Rümmer». Preis deS J-brg-mqs t 1 Lhlr. — 1 fl. äü kr. Bei fraukirtrr Zusendmig unter Sreuzband 2 fl. 12 kr. Bestell»»-«» nehmen all« Postämter und Buchhandlnngrn an. 2)cm siMlilMke P Lnzeigen zu 1 Sgr. di« Petitzeile. Aufnahme i» die Lrhrervacaiuenlifle L Egr. Einsendungen eniweder direkt an den verantwortlichen Redakteur oder an di« DerlagShandlung. Organ für,die Schule, die Familie und das Gemeindclcbeu des HerauSgrgebrn von I. Klingenstein, Ignaz geimann und A. Treu. Iudcnthums. jXo 1. Mainz, den 1. Januar 1863. (Dritter LalirALnx.) j i \ h UeLer gehrerbilduug. Dir Ledrrr in der Schule muffen Geilt Heden, um Geist anzuregen. Es gab eine Zeit — wir haken sie Ihkilweise miterlcbt, und sie wirst ihre letzten Schatten noch in die unsere j — wo das dürftigste Wissen hinreichend erachtet wurde zum! wichtigsten und folgenreichsten Lebensberufc; wo Charakter, j Klarheit des Denkens und angemessene äußere Erscheinung i bei der Wahl des Lehrers und Bildners fast gar nicht in! die Wagschale fielen.!! Heute noch ist in vielen jüdischen Gmcsnden eine auj genchnic Stimme, eine einmalige Probe im gottesdienstlichen | Dortrage oft das allein Maßgebende bei der Ausnahme i eines Lehrers, und das das Schicksal des JugendbilvurrS | und — der Jugeudbildung oft allein Entscheidende. Heute noch l.scn wir sehr ofr Auöschrciben von großen jütischen Gemeinden, die einen Cantor oder Schächter, einen Chordirigcntcn ur.d Prediger suchen, der „nebenbei auch die Kinder in Religion, in diesim oder jenem Fache unter- > lichten soll." i Auch unter den bester Gesinnten, und leider insbej sondere unllr eincoi großen Thcile des sogenannten „ge-! lehrten" Standes wird die mindeste Rücksicht genommen! auf das Erste und Rothwendigste, aus die pädagogische Ausj und Durchbildung. Während Manche für den Lehrer eben! im Ganzen nur ein geringes Maas von Misten-auch heute noch nvthweudig halten, legen andere auf den Umfang desselben ein viel zu bedeutendes Gewicht, w.il ihnen selbst jene Gründlichkeit der einfachen elementaren Wissensgebiete abgeht, die zu einer richtigen Beurtbeilung des Elementar-Lehrere, seines Wirkens und dcfsin, was einem ) solchen vor Allem Roth thut, unumgänglich ist. Bei dem allrrwärtS eintretendcn Lehrermangel und bei der sieb immermehr Bahn machenden Erlenntuiß, daß die unfern Lehrern bisher gebotene Bildung immerhin eine mangelhafte genannt zu werde» verdient, werden aber gerade jetzt hie und da Anstrengungen gemackt zur Heranbildung allseitig tüchtiger Lehrer, und es ist die Frage über Mittel und Wege einer im Allgemeinen befriedigenden Lehrerbildung wohl eine brennende. —. Sie ist eine solche für die Gemeinden — denn ayS sehr , triftigen und verschiedenartigen Gründen wild das Bedürfniß rach guten jüdischen Lehranstalten bei allen Klassen der jüdischen Gesellschaft und.selbst bei solchen, bei welchen wir es jetzt noch nicht erwarten, sehr bald durchdringen. — Sie ist eine LebenSftage für den Lehrcrstand selbst, — und von der höchsten Bedeutsamkeit für dcsten Streben nach Besterstellung, nach allseitiger Anerkennung. Diese Erreichung unsere praktischen Bestrebungen sind keine selbstsüchtige, wenn sie sich gründen auf einen vollberechtigten, sich seiner Ausgabe bewußten Lehrerstand, auf eine tüchtige Berufsbildung. Mit der Begeisterung für den Beruf steigt die lebendige Theilnahme von und nach außen, und mit dieser Theilnahme die Anerkennung. Nur der Gebildete hat E trcbcn. Rur dem Strcbei den gehört die Zukunft. Wohl haben wir als Israeliten eire der größten Schwierigkeiten auf dem Gebiete unserer Lehrerbiltnng nicht zu betämpscti, die sich dem Streben und Wollen der deutschen Pädagogen im Allgemeinen cntgcgei^tellh; — in jüdischen Kreisen gibtS keine Autoritäten, die die Lehrerbildung auf das Rothdürftigste (das oft gerade nicht da'' wir lich Nolhwendigste ist), beschränken, grundsätzlich einen lähmenden Einfluß aus das Höherstrcbcn der Lehrer äußern wollen, lind dazu Macht und Mittel haben. Wir haben 'keine „Minister" für unsere Schulangelegenheiten, die, wie so Manche in der heutigen Zeit, befürchten, daß, „wenn die Intelligenz der Schullehrer in einem höheren Grade gesteigert wird, auch ihre ökonomischen Bedürfnisten gesteigert werden," „daß ihre Unzufriedenheit sich mit den erhöhten Forderungen, die man an ihre BUdung macht stets vergrößert;" und die daher in Erwägung ziehen, „ob nicht auf einen einfacheren Bildungsmodus der Lehrer zurückgegangcn werden ■5 3nr gefällige« Beachtung. Mau £ in Mainz erscheiaravea „Israeliten" za vermeiden. bittet bei Poflb.stellnnzea am arnanr Titelaagabr, am Berwcchölnng mit dem auch