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Der israelitische Lehrer · 1862-11-15 · 22 (15.11.1862) · p. Seite 172

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
22 (15.11.1862)
Date
1862-11-15
Page
Seite 172 (sequence 10)
Language
German
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172 Cultusbeamtm häufig zur Vereitlung der Termine und zur Verschleppung deS Rechtsstreites selbst Veranlassung gegeben haben. (Also nicht ans moralischen uni/ in der Sache selbst begründeten Rechtsgründen; sondern zu^bstcu- Ersparuug!) — Das Journal „verite. israelite“ .zeigt an, daß es nach dreijährigem Bestehen zu erscheinen aufhört. So geht es,, wenn Tncm7 wie der Herausgeber Herr Cohen gcthan, das Papstthum unterstützt*). — Herr'C. ist aber nickr allein Redakteur eines Plattes,, das den pomphaften dla.ncn „I» verits israelite" trägt, er war auck Plitglied des ab- ' getretenen Pariser Eonfiftoriums: dennoch halten wir stin Votum für weiter nichts * als einer der in Paris allbeliebten Phrasen. Er sagt: drS Papstthmu ist eine sittliche Idee;-nun ja, ebensowohl als manche? Andere. Welches Gewicht haben solche Phrasen? Rur das , das man ihnen beilegt! — — Dem Schweizer „Bund" wird von. Berlin geschrieben : Vor dem hiesigen Gerichte schweben sitzt mehrere Eivilpri^zcsse, welche ein cigenthümlickes Lickt auf die Gclevcrhältnissc unserer Pairs werfen. Ein Mann der gutgesinnten Partei, der 'fürs Herrenhaus -reif war, ein Herr von E., hat sich seiner Earriere dnrck die Flucht entzogen; er wird wegen. WechselfÄschuug s.rckbricflich verfolgt. Da viele dieser Herren Juden zu Eläubizeru haben, so ist cs nicht zu verwundern, wenü sie ejne Presse organisirleu, welche jetzt eine söriullckc Judcnhcye iuaugurirt hat. Schlägt man die Juden tcdt, .so schlägt man auck die Gläubiger der „Herren"'-tedt. Freilick will das Volk auf den Zopf nickt'anbcißcn, der ihmvou feudaler Seite hingehaltcn wird. Uni so wüthcndcr wird aber die kleine Kläfferprcsie, welche jetzt unter dem Schulze d-.r Reaktion groß wird. (Sollte nicht vielleicht, so eine Ordonnanz im Style dieser „Herren," d. h. im- Geiste des Mittelalters, herbciznführen sein, die die „Judenschulden" tilgt? Tas wäre ein gar nicht unpassendes Sciteüftück zu manch anderere Vorkommnissen; ist ja alles sckon dagewesen — unter Kaiser Wenzel und Sigismund im 13. und 14. Jahrhundert. — 3« Freiburg (Baden) wurde in der Gemcinderathssitzung vom 28. Oktober der erste JSrgclitc, in der Person des HerrnHofgcrichtSadvokaten Räf bürgerlich.ausgenommen. ^4 Herr Lohen ist der Schreiber der bekannkxn. famosen Artikel in der Zeitsebrift .France," die die Erhaltung des Papsttbinns als moralische Rothwendigkeit für Frankreich und.die ganze Livilisation, insbejmecte aber auck .fürs Iudcntbum" halten! — In einer Versammlung Abgeordneter der badischen iSraelitischm Staatsbürger wurde znm Andenken! an den in der vollen bürgerlichen Gleichstellung enthaltenen Sieg deö Rechtes die Veranstaltung einer Sammlung beschlossen, aus deren Ergebnissen eine Stiftung zur Unterstützung hilfsbedürftiger Lehrer aller Bekenntnisse errickttt werden soll. Die StiftungSurknude soll von einer Abordnung dem Großher^ogc überrtickt und derselbe um Ucbcrtzahme des ' Vrot.ctorats der Stiftung ersucht werden. (So! schön und au rlcnneuSwerth die Sache an und für sich ist/ so nsreulich ans doppelten Gründen insbesondere dem Lcdrcrstande bie Ancjrkenntniß seiner hohen Bedeutung von Seiten unserer Glaubensgenossen ist, so will uns doch a,H Israeliten die Mptivirung durchaus nicht behagen. Es | ist gar zu. servil, ^im Reckt, für das man seit Jahren gcksimpst, nun- " mehr doch, formell mindestens, als Wobfthat erscheinen zu, lassen. Red.) — Auch im synagogalcn Vcrfassungslebcn Badens bereitet sich eine durchgreifende Veränderung vor. Schon im August d. I. war in Felg^ einer beim Ministerium des Innern eingcreichtcn Denkschrift dcrObcrrath d^r Israeliten von dieser Behörde mit Ausarbeitung einer Neuen Verfassung beauftragt worden. Eine Versammlung von Synagogenräthcn und Bezirksältestcu in Karlsruhe hat nun beschlossen, den Oberrath um baldige AnSarbeiti ng dieses Entwurfes und Vorlage desselben au die Gcmci 'den - und Bezirksvorstände zur Begutachtung zu ersuchen. Die zweite Lesung deS auSzuarbcitcndcn Entwurfs ist nack. der ministerillen Verfügung einer Sunode vorzülcgcn, über deren Zweckmäßigkeit und Zusammcnsci.uuig jedoch der Sberplth der'Israeliten zuvor noch gutachtlich sich ausznspreche»! hat." Tic jüdischen Bürger Badens haben nun Anlaß ihrerseits den Geist zu bekunden, der über der Erlassung des Gesetzes zur vollen bürgerlichen ^Gleichstellung gewaltet hak. -j Lehrervacanzenlifte. Einmalige Aofnahmr 18 kr. — 5 Sgr. Erledigt ist: Die Reljgionslchrer- und Dorbeterstcllc zu?tiedcr-Olm bei Mainz. Gehalt 200 st., nebst freier Wohnung, Heizung und 'Nebenverdiensten. Berichtigung. Auf dir Titelvignette hicg cs fälschlich seither; Jährlich 12 Nummern statt .21 Nummern", was übrig,ns klar. — In der vorigen Nummer Eorrcip. aus O. Zeile 22 sind die Fassung" wegzulassen. I Worte: .in der Lerantwortlicher Redakteur: I. »ilingcnstein in Odernheim in - Lommiffion bei C. L. Frißsck» ui Leipzig Rheinhesitn; Selbstverlagder Redaktion. Für den Buchhandel: in . — Drnfi von I. Äottslejben in Mainz.

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