Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 22 (15.11.1862)
- Date
- 1862-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jährlich 24 Nummern cm 1. und 15. jeden Monats. Preis j Tblr. oder 54 kr. kalbjäkrig. Tcr »MMsrKe Irhrer. Äneeigc r zu 3 kr. vdir 1 Lgr. die Pctitzcile. Bestellungen nebmen alle Burdbandlungen - und Postämter an. Lia Organ für bic SÜ;nle^' die Familie und das Geumndeleben des Zudemhums.! Herausgegeben I. tklinqenstein, Ignaz Lehmann und 2l. ren. N°. 22 Mainz, den 15. November 18(12. Cine Selbfsfe^»au. (Fortsetzung.) „Willst Tu immer schweifen, sich' das Gute liegt so nah." — Wir haben in den zwei vorhergehenden Abhanoluugen unter diesem Titels unsere Sclbstjchau als Israeliten im Allgemeinen vollendet, und dürfen nun nicht versäumen, auch uns, die Lehrer, in diesem Spiegel zu betrachten. — Ist ja die Schule des Judenthums eigentliches Leben und Wirken! Wie die Erhaltung und Fortbildung dcS Letzteren nicht allein von der religiös-sittlichen, sondern selbst aizch von der socialen Bildung seiner Zuzend abhängt, so sind auch nur die Institutionen, welche die Gemeinden für diese Bildung getroffen, der sicherste und fast einzige Matzstab des intellcctucllen und religiösen Standpunktes einer jüdischen Gemeinde. Was sonst noch geschieht für religiöse und sittliche, wohlthätige rc. Anstalten, kann ebensowohl und ist leider heutzutage oft eitles und fruchtloses Thun, uno erfüllt seinen Bernf'in Wahrheit und Wirtlichkeit erst durch die religiöse und geistige Vorbildung des nachkommenden Geschlechtes. Die israelitische Schule ist die Eemeitde. — Eine Gdmrindc ohne Schule ist ein lucus a non lucendo, ein Licht, das nicht leuchtet, ein Nichts, ein Unsinn. v Der Lehrer aber ist die Schule. Des Judenthums erste Pflicht ist darum die Sorge für Shule uno Lcbrer. Alles Andere, was von vielen mit uncehcurer Emphase gesülcht,— angeblich für die geistsge und religiöse Erwcck.-mg und Entwicklung des Judenthums ist — sicher eitel Dunst, so large nicht eine wohlausgerüstete Scbaar charakterfester Lehrer des Judenthums, herangebildet worden, alü eben so ricle jn)n orc, als Männer, die den befruchtenden Samen des jüdischen Geistes und Lebens in die Furche der Zeit streuen, aus daß emporsprießen, wachsen und gedeihen tüchtige Halme und fruchttragende Bäume. Sind wir daü? Sind es alle Lehrer des gegenwärtigen Jrrdcnthums? G.bt es, ine hinreichende Zahl solcher Männer? Wir sind auf uns selbst angewiesen. Uederall in seinem Berufe, seiner Vor,- und Fortbildung tönt ldcm j'-dischen Lehrer er>xn nnx entgegen! Seine eigene .Pflicht ist eS, sich zu der Höhe cmrorzuschwingen, aus der er vermöge seines göttlichen Berufes stehen soll. Heil ihm und wohl ihm, wenn er die erfrischende und erquicken^ Kraft kennt und begreift, die aus idem „Selbst ist der Mann" hcrvorkcimt; ein Wort, das sowohl zur Höhe als zur Ti:fe fuhren kann. j Unsere Aufgabe wäre ei, nach den Weise, wie wir bisher unser Thema ausgeführt haben, zu sagen: jivic die Lehrer sind, wie sie sich selbst gegenwärtig carstellen, Nnd wie sic ihren Berus anffasim. Allein nichts ist schwieriger und undankbarer, als sich zum Richter ailswcrfeu wollen über seinesgleichen, über die Glieder des eigenen Stande«. Wollen wir darum in einigen wir im Allgemeinen a getreuen Erfüllu Zügen Einzelnes auSsprecheni, was lßer der selbstverständlichen ng der praktischen BcrufSpflichten als geboten erachten. Wenn wir da an«, wiederholen, wenn wir nichts Neues sagen, so hoffet! wiv doch anzuregrn, und so die oberste Ausgabe unseres Blattes zu erfüllen. Mögen sich hie einzelnen Lehrer diesen > Spiegel selbst Vorhalten. Wir erachten cs als die Pflicht des!LchrcrS und beziehungsweise dcä Lchrerständeö: \ I 1) Sich stets fortzubilden, nie stihlc zu stehen! Ob die Weityrdildüng unseren jüngeren Lehrern eine so heilige Lebensaufgabe geworden, als sie ötu| ältcrn war? ob sie dem eigenen Fortschritte so mit ganzer S:clc zugclhan sind, als die Heroen der Aulodidaktik, welch, thülweisc noch jetzt die Zierden de« Lehrerstandes bilocn! 3 Sir fürchten, ein „Nein" aussprechen zu müssen. Woher ,as rühren mag? Ob die materielle Zeitrichtung^ ob die größere Leichtigkeit, mit welcher ein bestimmtes Maas „zur Prüft ng