Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 19 (1.10.1862)
- Date
- 1862-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jährlich 42 Nummern am 1. und 15. jebm Monats. Preis j Thlr. oder 54 kr. halbjährig. De Anicigcn zu3 kr. «dir 1 «gr. die Pctitzeile. Bestellungen nehmen alle Buebhandlungsn und Postämter an. IskMlitiseKe IeKrer. Ein Organ für die Schule, die Familie' und das Gemeindeleben des Jndenthnms. Herauslgegeben I. Klinqeustein, Ignaz Lehmann und A. Treu. N°. i». Mainzj ben 1. Oktober m\2. Zum Neujahr! i. Wieder Cie Posaun' erschallt! Hnt cer Zeilen Allgewalt Führ: ein Jahr zu Grabe. Alrjahr Hai die Zeit verweht, Reujabr nach ihm aufersteht Hoffnung bii.igt's zur Gabe. Honnung! süße» Lebenslicht, Trüge beuic Binder nicht, 2s auf dich vertrauen. Wo rin Auge flehend weint, Wo ein Herz dir glücklich scheint, Führ s auf grüne Auen. Gäbrr die Zeit im Kamvfgewübl, Rühr' uns zu hohem 3kl, Rein durck redlick Srrcbcn; 2 b agf weitem drdenkrcis, 2b im engen Herzen leis, Stets zu beßcrm Leben I II. Herbst bläu welke Blätter fort. Faulen flc am dunkeln ^rt, sramm bleib: ruhig steten; Fest, in wandelbarer Zeit, Harrr er- bis sich ihm erneut Frisches Frühlingswchcn. Zcü steh' eü im. Wandel auch Wenn so mancher Eiseshauch Macht dich zrgbaft zittern; sei auf's Gute nur bedacht; Und ein gern gebracht, Sann dich Aicl-ts erschüttern. Lehr, o neues Jahr den-Mutb, Mehre der Begcist'runz Gluth Fn dem Lehrerstanime, Ta« er tretze jcber Roth, Wenn er auf kes Herrn Gebot Nährt,o er Wahrbcie Flamme. '■ Weh n auch welke Blätter ab, Faulen in dem dunkeln Grab, Rur dem Lumps ergeben: Stamm steht aufrecht, unverzagt, Trotzend feines Feindes Macht Treu dem Ruf: „zum Leben! “ Schaut nicht Gott von seinem Thron Seinen allertreusten Sohn, Lieb' und Licht zu mehren? Lehre ist die Hinimelsgab', Leuchtend stieg sie einst herab „Lehre ist zum ^eben!" T. Eine Selbstfchan. < Zum Neujahr- und GkdenKsrKr. Di^ Zeit ist eine blühende Flur, Und Alles ist Frucht und Alles ist Samen. , In ernster Zeit geziemt sich ein ernstes Worth Und wenn wir dem Jahre den Scheidegruß bringen, und. Licht un!v Sckatten als Erinnerung vor dem Spiegel unserer Seele vorüberzieht, da halten wir, wie da« Judcnthum in tiefster Erkcnntniß des MenfchenherzcnS es will und festgcstestt hat, Einkehr in uns selbst, um den Kern unseres Strcbens nnd Wirkens herauSzuschalcn aus der Umhüllung, in welche der laute Markt des Lebens cs eingesponnen hat. Eine solche Einkehr, eine „Sclbstschau" wollen auch wir halten; nicht als Herausgeber einer Zeitschrift, sondern als Glied de« gegenwärtigen JudcnthumS. Wir «ollen unS ernst und aufrichtig Rechenschaft geben über das Sein nnd Wollen der gegenwärtigen Judenhcit, um hieraus für unser Streben als Lehrer, als Israeliten edle Frucht zn° erzielen. Wir wollen uns fragen: wo fehlt es, und ,was muß die Aufgabe sein derjenigen, wclcl'c heute sür Juden und Judenthum, für die jüdischeschule und das jüdische Leven schreiben und wirken wollende Werfen ^vir vor allem einm Blick auf die Gesammt-