Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 15 (1.8.1862)
- Date
- 1862-08-01
- Page
- Seite 116 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 116 — neuen Verfolgung zis entgegen, dieselbe den bestürzte» ulid verzweifelten Eltern jzurückziiführcn. DiescUc hat jetzt erklärt, sie sei möraliscb zur Taufe gezwungen worden, nnd verlangt in ibrm früheren Glauben wieder zurnckkchren zu können. Die isracl. Gemeinde zu Antwerpen berichtete ^«hchrüber au den Oberrabbincr Belgiens, Vr. i'ecb, Dieser kam nach Antwerpen, conferirte mit dem Mädchen, und versprach rhr, sofern sie nach einigen Monden noch dieselbe Geflnnnngcn hege, so würde er sie in Brüssel zur Abschwornng (?) des ihr octrevirten Glaubens zulasten und wieder in die jüdische Gemeinde ausnchmen. Die öffentliche Staatsbehörde glaubte die Schuldigen tu t einer scharfen Rüge entlassen zu können. Zm ganzen Lande erregte dieser 'Vorfall die äußerste "Entrüstung. (F. I.) —— Der Knabe Mortara wurde in Nom von dem Eorrcspondentcu des.Pariser Sii-cle in seinem Kloster gesehen und angrsp rochen. Er befindet sich in dem Kloster „des heiligen Petrus in Bandetf unter der spcciellcu Obhut eines Geistlichen. Zuerst sah ihn her Berichtei stattcr in der Kirche, wo er beim'Verrichten der „Mcßdieuste am Altar" verwendet churde, und sich sehr anstellig erwies. Später sah er ihn auch im Klosters ose, mit den anderen Knab.n spielend, wöbe er jedoch eine schwarze Soutarie trug, während seine Gefährten weiß gekleidet waren. Er soll itach der Aussage seincr.Lebrer sehr intelligent sein, und mit besonderem Eifer lateinisch lernen. Ans die Frage des Korrespondenten, vb cs ihm gefall», oh er gerne im Kloster sei, ward ihm ein tzi (Ja) zur Antwort. 'Sonst war nichts ans ihm hcrairSzübringen /!) Seine Eltern sicht er nicht »ehr, darf ihnen jedoch alle halb Jahre schreiben, daß sä!« sich bekehren rnögen. Die Elicrn beantworten die Brief« nicht. —. ES war dies im Mai. Am weißen weißen Sonntag feierte er seine erste Kommunion, die ihm ' von einem ber z. Z. in Rom anwesenden-französischen Bischöfe gespendet wurde. Der Geistliche, der ihn begleitete, bewies in seinen Worten, daß auch jetzt noch der Fanatismus der RÄnlingc tu Lrcstm Betreue trotz so mancher bitteren Erfahrung r-.icht gedampft ist. . —* Unter den Unglücklichen, welche durch den letzten Eonflict in Belgrad, am schwersten getrosten wurden, mnß besonders die israelitische, ans ungefähr 4<" > Familien oder 2000 Köpfen brsichcndoGcmcindc hervorgehcben werden. Viele sind, nag- Oesterreich geflüchtet. Diese Bemitleidestswerthen retteten aus reu» Bontbardement größtenlherls nur das nackte Leben, indem sic Ihre Habfcligkeiten irr ihren Häusern znrüülicßeu, in welchen sie in. der 'Rächt vom 17, bis 18.- Jnni von ähren serbischen Mitbürgern bi-5 auf das letzte Stück beraubt und geplündert wurden.. —- Die ungarische Tafel bat Advokatnrs-Candidaten lsraelitsicher Eouiession angewiesen, sich an die Gnade des Kaiser« zu wcNderl. Wie der P. Ll. vernimntl hat der Kaiser hie Zitlastnng der achi jütischen Petenten jur Advokatur bestattet, und ist die allerh. Entschließung bereits in Pefth öingetroffen. — Napoleon Hl. hat den Stgatsprocurator von Amsterdam L. Harlog, einen Israeliten, zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Ein Ordcnsgcziertcr jüdischer Staatsanwalt! was würde wohl ein preußischer Justizminis er -zu einem solchen weltnmstürzenden Factum sagen? — Die „Köln. Zttz.« thcilt Folgendes mit: „Jdcsfcld, im Znni. Nicht weil von hier wurde in dm letzten Tagen ein Mann sp schwer mißhandelt, daß er einige Zeit für todt am Boden lag! Die Schttlkinder der Nachbargemeindc Thurn (KreiS Mühlheim) waren die nächste Veranlassung^ Die Jugend schrie dem Manne nach, er sei ein Bluts übe, der Kinder holen und ihnen das Blut aussaugcn wollte, Tie Alten ließen die Stimme der Unmündigen nicht nilgehört, soitdcrn machten mit dem Dcschtildigteu kurzen Prozeß. Der Mann war aber kein Jude, cs war der römisch-kathclische Holzhändlcr Engels aus Rath." , Literensche Kiizeigeil. Socbeu ist erschicnen und btt ttm k>omii,issionSverl,g«r L. F ttzsche in Leipzig ,u haben: Jllnnr. Israel. Bolkskalrndcr iür das Jahr stnso, zum t-ebi-uck, als- Hans-, Reise- und Löirthschaftskalendcr :c>, herausgegcber Wolfs PajchtNs in Prag. Preis. 8 Rgr. Allgemeiner Hauskalender für Israeliten auf das Falr 5625; Etvmologit der Monatsnamen. — Die Feier-u. Festtage.- Z. G. von I. Inhalt: Poesien unk Anekdoten. — Erprobte Hauen,ittcl. — Verschönerungsmittel. — Einymidertundfünfzigsihr. Kalender. — Hedr. u. dem scher Fabroskaleader. — Chronologie der uneinigsten Ereignisse aus der jüdische« beschicht,. H,rausgcgcben von Büchner. Preis 5 Pgr. 2n? Syuägogknjahr. Handbüchlein der jüd. Liturgik für Slhule und Haus, von Adolph Hlamatsch. Prag 1862. Prei» 6 Rgr, Tcliorah, e,n Lehr- und Bildungsbuch für die Israel. Fugend Milbael Äteinert. Preis?0 Rgr. 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