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Der israelitische Lehrer · 1862-08-01 · 15 (1.8.1862) · p. Seite 110

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
15 (1.8.1862)
Date
1862-08-01
Page
Seite 110 (sequence 2)
Language
German
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110 erzielt werden sollte, mit Herrn €imo« Hirsch land, Vorsteher zu Essen, der sich Ulr unentgeltlichen Caffen- Berwaltung erboten, io AprbtndNNH zu trete». Der Vorsitzende »erlaS hierauf ein Schreiben des Herrn Dr. Steinberg iti Münster, worin derselbe unter Bezeigunz «ärmster Theftnahme an dem Gedeihen der Unterstützungcaffe derselben 25 Thaler als Geschenk überreicht. Die Versammlung drückt dem edlen Geber ihren Dank durch Erheben von ihren Plätzen aus und hegte gewiß den frommen Wunsch, daß ein so schönes Beispiel reichliche Nachahmung finden möge in der Gemeinden Israel». Möchten diese nicht versäumen, ein Institut zu unterstützen, welche» ihre« Lehrern denso schweren Beruf erleichtere durch einen erheiternden Blick in die Zukunft ihrer Familien! Alsbach erstattete dann Bericht über die dem Haufe der Abgeordneten unterm 22. Januar übersandte, Petition und Denkschrift. Herr Rechtsanwalt Metz habe sich der betreffenden Arbeiten mit größter Zuvorkommenheit unterzogen und der bekannte Lehrerfreund und Abgeordnete, Herr Harkort die Angelegenheit mit gewohnter Humanität in die Hand genommen. Ein^ Formfehlers wegen hätte die Petition indeß zurückgezogen und umgeändert werden müssen, befindet sich aber in diesen Tagen nebst der gedruckten Denkschrift bereits in den Händen der Abgeordneten. Die Versammlung spricht Herrn Metz für feine Mühewaltung ihren Dank aus, wünscht der Petition besten Erfolg und beschließt, die Petition mit einer Ansprache, resp. Aufforderung au alle jüdischen Lehrer Preußen»,, die Abgeordneten ihrer Kreise für unsere Sache zu gewinnen, durch die allg. Zeitung dcS ZudcnthumS *) zu veröffentlichen. Der nächste Gegenstand der Tagesordnung betraf den Unterricht im Hebräischen. ES würben folgende zwei Fragen aufgeftelit: 1) In welchem Umfange soll daS Hebräische in der iSrael. Elementarschule betrieben werden? 2) Auf welche Weise ist daS feftgrstellte Ziel am festen zu erreichen? An der lebhaften Debatte betheiligteu sich fast alle anwesenden Lehrer. AlS das Resultat derselben führen wir in Kürze an, daß jeder berufstreue Lehrer dahin streben müffe: *) Die Tenkschrikt ist bereits im „Israel. Lehrer* abgedruckt. Auch eine Ansprache Treu.'« habe» wir'in Lrtra a izügen, soviel uns Namen preußischer Lehrer bekannt waren, mit der Petition unter Kreuzband verseudet. E« würde uns gefreut haben, wenn auch hiervon i» der Allg. Zeitung des Judenthums Notiz genommen worden wäre. Sollten wir dorten nur genannt werden, wen»Gelegenheit da ist, uu» zu „wevle»*? Gelegentlich bemerken wir. auf verschieden« Ansrazen, daß wir uns durchaus nicht veranlaßt fühlen, auf di« Perfidie d. g. Devl, uns absichtlich, als mit dem „Jsraeliten^eins darzustellen, Antwort zu geben. Wir schreiben nur für unsere Freund«, für Lehrer. Diese babe» ihr Unheil, das wir in solchen Sachen nicht zu beeinfluffe» nötbig haben. K. 1) daß die Kinder geläufig hebräisch lese» lernen.; 2) daß sie die wichtigsten Gebete fertig übersetzen könne»; 3) daß sie den Pentateuch mit Ausschluß der für die Jugend nicht paffenden Stücke im Urtexte recht verstehe» und 4) daß sie von der eigenllichen Grammatik so viel erfahre», als erforderlich ist, um mit Hülfe eines Vokabularium» oder einer Ueberfetzung felbstthätig aus dem Hebräischen in» Deutsche zu übertragen. Für die Mädchen genüge 1. und 2. Danebm sollen unsere Töchter aber in so weit mit der Liturgie bekannt gemacht werden/ als es ein« lebendige Theilnahme an de» gottesdienstlichen Verrichtungen bedingt. Der zweite Con^erenztag begann mit einem Bericht über den Unterricht in der biblischen Geschichte- Göthe's Ausspruch: »Die Bibel ist nicht bloß ein Volksbuch, sondern da» Buch der Völker," als Ausgangspunkt nehmend, äußerte sich Referent über die Wichttgkeit deS Bibelunterrichts. Er will für die. Erzählungen nicht die Bibel wörtlich; andererseits aber recht viele bibl. Kernstellen, möglichst wortgetreu, namentüch solche Stellen, die zur Erhärtung von RrligivnSwahrheiten dienen, Worte, die als tröstende Engel in den Tagen de» Unglücks, als warnende und mahnend« Boten in den Stunden der Versuchung an uns herantreten, oder die durch ein besonderes historisches Moment oder durch einen tiefsittlichen Charakter sich auszcichnen. Die Bibel soll den Kindern nur im Auszüge in die Hand gegeben werden. Empfohlen wird als recht brauchbar: Büdinger, und für einen weitergehcnden Unterricht die treffliche: „Kleine 'Schul- und Hausbtbel vou vr. Jacob Auerbach. Leipzig bei'Blockhaus. Die an den Bortrag sich schließende längere Discuffion wurde durch die inzwischen erfolgte Ankunft des Herrn vr. Philippsohn unterbrochen. Derselbe, von einer Deputation in die Versammlung geleitet, spricht sein tieseS Bedauern ans über sein durch ein Mißverständniß herbeigeführtes, verspätetes Eintreffen, und nachdem die Mitglieder der Conferenz ihm vorgestellt worden, wünscht derselbe eine Mittheilung über die bereits gepflogenen Verhandlungen, was durch den Vorsitzenden geschieht. An der hierauf fortgesetzten Debatte über den Unterricht in der biblischen Geschichte beiheiligte sich Herr vr. Philippsohn. ES wurden hierbei sehr divergirende Ansichten laut und wurde , sachgemäß das Ueberseyen dcS Pentateuchs vom vorigem Tage wieder ausgenommen. Die Einen «ollen die Bibel ganz gelesen haben, wogegen ankere geltend machten, der j Lehrer solle mit den Kindern nichts Unverständliches vori nehmen; dem Kinde gehöre die Milch, das Fleisch dem ' reiferen Alter. 'Auch in day Land der Wunder gerieth man, und durch den Vorgang in Kurheffen veranlaßt, nach

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