Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 14 (15.7.1862)
- Date
- 1862-07-15
- Page
- Seite 108 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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eislassen lärmte. Der britische Gesandte in Petersburg habe über die Vorgänge in Saratow Erkundigungen einzuzichcn gesucht, abtr nur die Auskunft erhalten, daß die verfolgten Personell. in aller Form Rechtens verurtheilt wurden. Er wolle nichts zu wünschen nicht sagen, daß die russische Zusti; übrig lasse; aber was die Behandlung Kaiser darin werde ohne Zweife energisch anbas sRikolsdirzer der Juden im Gangen betreffe, so habe der gegenwärtige Milderungen cintretrn lassen, und er ihre allmäligc Emanciparion n e n. (HörrHört H Zllstä»dk). Tie „Rikolebnrger Wochenschrift" bringt ein Gmgesendet, in welchem darüber Beschwerde geführt, dag'am!l1. v. M. „vier Staatsbürgern iSracl. Confcssion." welche in Doitelsbrunn ein Dad nehmen wollten, besondere Badezimmer mit dem 'Bedeuten angewiesen worden seien, daß dieselben ausschließlich für Juden bestimmt wären; der Badcinhabcr wird m ganz angemessener, ruhiger Weise aufgcfdrdert, die Schranken seines Laeeghettos ebenfalls fallen zu' lassen, da die Reuzeit so mancherser Schranken weggcspülr habe.' Hierauf erwidert der Badeinhaber Anton.Schneider in Voitelslrunn wörtlich; „Obnc mich für die Zukunft in eine weitere Polemik'- cinzulassen, gebe ich den vier Herren Staatsbürgern von RitolSbnrg iSracl. Confrssion bekannt, daß die Einführung vcn separaten Juden- und Ehrisrenabtherlüngen vonjc^er beslanocu, und trotz Derfafsung uud Parlament auch iortan bestehen wirs. — Warum? tiefe Beurteilung überlasse ich den badenden Christen. Wenn daher diese Herren,, namentlich der jüngere Staatsbürger der hinter den Ohren kaum trocken zu fein scheint und trotz Perlcugnung feiner Religion — dennoch die Bewilligung , iu den Ehristencabiuetten bedient zu werden, nicht erhielten, halte ich cs für meine Pflicht, vormals berufen, mit Leib und Leben-für Staatsgesctze cinzustchen-*), auch hier für Lronung und Reinlichkeit (!) zu bürgen. Tie Bade Eabinctte siud durchgehends von gleicher Bauart und Einrichtung, daher niemand verkürzt cdcr bcvorthctlt werden kann. Zeh werde in Zukunft gegen derlei lügenhafte Phrascn im Znteresse meiner Heilanstalt, um nicht nur der Zcitslrömung Rechnuüg zu tragen, sondern auch um die öffentliche Meinung aufrecht zu erhalten, meinen gesetzlichen Schutz weiter suchen, oder aber, wenn das Ganze bloö ein Bubenstück war, die vier Herren öffentlich nach Verdienst schopfbeuteln." Wie muß eS in RikolSburgaussehen, wenn der Unternehmer einer Curanftalt glauben kann, durch eine solche Sprache und solche Grundsätze sich beim Publikum •) Der Herr war wahrscheinlich Profo» in einer Strafcompagnir. iu i'rtbit zu setzen? — Die NikolSburgrr hatten mehv als andere Kleinstädter Oesterreichs Ursache, ihren israelitischen Mitbürgern gegenüber tolerant ju sein, da der Stolz ihres OrtrS, der um Oesterreichs Entwicklung so hechvcrdicntc So unenfclt, seine Wiege in derJudcngassc stehen hatte. — Rach dem „Mährischen Corrcspondcnten" findet man auch in anderen Dörfern der Markgrasschaft ähnliche consessionelle Sonderungen, so in dem bekannten Luhatschowitz, welches dem Grafen S crcnyi, Landtags-Abgeordneten uns Milglied des mährischen LandesauSschusscs, gehört. «Und in solche Bäder gehen Inden? R.) Ein S cl b stm ord. WittclShöfcr'S Med. Wochenschrift erzählt: „Ter Oberarzt Dr. Leopold Kohn vom 61. k. k. Znfantcrie-Ncgimcntc hat sich vor einigen Tagen in TemcSvar erschossen; Veranlassung hierzu bot, wie wir hören, eine Beschimpfung von Seiten eines Offiziers, der ans eine erfolgte Herausforderung erklärte, mit einem Jud'cn, wenn er auch dcnOsfizicrsrang besitz e, sich nicht schlagen z u w o l t cn; die ursprüngliche Veranlassung zur Beschimpfung dcü Dr. Kehn soll darin bestanden haben, daß letzterer sein Gepäck in den Eiseubahnwaggon selbst getragen hatte, w'r»S in den Augen der Mitreisenden Offiziere als ein entehrender Akt erschien: Tr. Kohn hatte nach seiner Ankunft in TcmcSvar seinem Vorgesetzten die Sachlage erzählt und eine Klage gegen seine Beleidiger gerichtet, wurde aber von hier aus abgcwicscn mit dem Vorwürfe, sich „„tactloS"" beucmn:cn zu haben; hierauf verließ Dr. K^n die Stadt und machte außerhalb der Festung seinem Leben ein Ende. Seine Leiche wurde einige Tage nach seiner Enfcrnung aufgcsnndcn, und zwar der Kleider beraubt. Die Untersuchung über den Vorgang-und'Tbatbestand wurde im Aufträge dcö Kricg-SminincriumS cingclcitct." Vacanzentiste. Einmalige Ausnahme 18 kr. — 5 Sgr. Die iSracl. Gemeinde zu Emmerich am Ricderrhcin suckl einen Elcmcnlarlchrcr un: Cantor. Fircr Gehalt 300 Thalcr. Gelegenheit zu Privatunterricht ist geboten. Bewerber belieben sich zu wenden an den Vorsteher der Gemeinde. Briefkasten. Hr. X. 8. in li. möge frank,rcn, der Aufschlags für Richtsrankatur willen, und mir die Portokcstcn nächstens in Abzug bringen. — Hirr A. E. in J. Darum so stille? Ist kein' Lieb' mehr da? — J. J. R. in 8. A. U. in U, «olle gütigst die angebotene Veröffentlichung in vortbeilbaftcr Weise bewerlstelligin, ich bin zum Ersatz bereit. Besten Gruß. Brieflich mehr, sobald ti« Zeit de: „schweren Rotb" des Bauern uns Lebrer» vom Lande einen Therl der „schweren Roth" abnimmt. Lieber G.! Warum nicht gar? Um einen tüchtigen Schlag zu versetzen, muß man weit «usholen. K. Verankwottlicher Redakteur: I. Llingenstein in Odernheim in Rheinhestcn; Selbstverlag der Redaktion. Für dcn Buchhandel: in Lommisfion bei 8. Li Fritzsche tn Leipzig. — Druck von I. Gotteleben in Mainz. WM" Abrechnungshalber ersuche ich um umgchmde Einsendung der noch nicht ringczogencn Betrage für dir von mir direkt bezogenen Blätter, andernfalls ich solche mit der nächsten Numuier für das nactsstc Halbjahr durch Postnachnabme erhebe.; I. Klingen steiu.