Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 10 (1.6.1862)
- Date
- 1862-06-01
- Page
- Seite 79 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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79 erweisen, daß deS Lehrers Wirken in der Schule und in der Gemeinde an Weihe gewinnt, wenn er Gatte nnd Vater geworden. Eine solche Klausel als AyschlagSzrttel vor dem Eingänge zu einer vakanten Stelle ist keine gute Lockspeise für Befähigte, was wer mehr im Interesse der Gemeinden,! als der Lehrer, .die ledig oder verehelicht, nicht um Stellen | verlegen zu sein brauchen, gesagt haben möchten. Bielefeld, im Mai. Den Mitgliedern des „iSraelitischerrLehrervereinSfür Westfalen und Rhein-' Provinz," sowie den Lehrern und Freunden überhaupt haben wir die frohe Nachricht mitzutheilen, daß die Statuten der UnterstützungSkqssc deS Vereins endlich unterm 15. v. M. von dm Hctren Ministem der geistlichen, Unterrichts- und Medicinalangelegenheiten und deS Innern genehmigt worden find. Daß unsere eigentliche Thätigkeit nun erst recht zu. beginnen habe, leuchtet gewiß Jedem ein. Mit Mühe und Ausdauer ist der Grund gelegt. Soll auf demselben das Gebäude errichtet werden, welches seit Jahren das Ziel unserer Wünsche war, so ist eS nunmehr an der Zeit, rasch und kräftig Hand an's Werk zu legen. Ein recht zahlreicher Besuch der Confercnz in Essen am 9. und 10l. M. kann daher wohl mit Sicherheit erwartet werden. — An die Israelitischen Lehrer der Pfalz. Zwanzig Jahre war der Unterzeichnete israelitischer Lehrer (Gehilfe, Hauslehrer und an einer öffentlichen Schule angestellt); mit Stolz gehörte er diesem hochachtbarm Stande an; mit Stolz wies er später, als er an einer höheren» StaatSanstalt zu funktioniren berufen ward, und mit Stolz weist er heute, wo er an der Spitze von neun geachteten Lehrern einem Institute vorsteht, jeden andern Titel als den eines „Schullehrers" zurück, und mit Freuden war von (eher und ist noch immer ein Theil feines. Strebens und Wirkens, soviel an ihm ist, der Volksschule, dem Lehrerstande der Pfalz, den er auf dem Lehrer- Congreß 1848 zu Frankfurt a. M. und auf der Lehrer^- Versammlung zu Nürnberg 1849 zu vertreten die Ehre hatte, gewidmet. Mit einigem Siplze — ich gestehe eö — führe ich diese Antecedentien an und ich dächte, sie wären geeignet, mich vor allen Mißdeutungen meiner jüngern Collegen, den israelitischen -Lehrern in der Pfalz, zu schützen. Aber die Jugend hat ein kurze« Gedächtniß nud darum halte ich cs für nöthig, hier vor dem israrl. Lehrerstande Deutschland'S j eS auszusprechen:!! „Mir schlägt leinwarmes Herz für die Schule, für ' „die Lehrer, wie für das Judcnthum überhaupt; „was in me nen Kräften steht, werde ich unter „Opfern mit Freuden bringen, den Schullehrerstand „zu! hebm noch Innen und Außen." — In dem am 8. Mai in der Versammlung dahier vorgrlegtrn Entwürfe einer Bitte an die Hgl. Regierung ist im Wesentlichen ausgesprochen: * „daß es an iSiacl. Lehrern in der Pfalz fehlt und „daß die jüngern, jetzt aus dem Seminare trctmden > „Lehrer im Hebräischen uad Religiösen den Anfor- „derungcn der. Gemeinden selten gehörig entsprechen „können; den Grund dieser Erscheinung erkennen „wir in der mangelhaften Vorbildung." Zu.dieser Ueberzeugung kamen wir durch die genauesten Erkundigungen bei Privaten, Rabbinern und Lehrern selbst und ich kann gar nicht einsehcn, daß dar AuSsprechcn dieser Wahrnehmung den Lehrern unangenehm sein könne — liegt ja die Schuld nicht an ihnen, liegt sie ja in Umständen die anders zu gestalten gar nicht ist ihret Macht lag. Allein gleichviel! In dem Augenblicke, wo meine Collegen, die iSrael. Lehrer, sich durch ein solches Wort verletzt fühlen, ziehe ich meinerseits dasselbe zurück. Die Bittschrift an die Kgl. Regierung ist noch nicht abzegangen;' wie aus dem von Dr. Gutherz eben mitgetheilten officiellen Protokolle hcrvorgcht, hat die Versammlung ihren Ausschuß ermächtigt, „diese oder eine andere Form zu wählen." Und nun bitte ich die Lehrer der Pfalz, entweder durch diese Zeitschrift, die Vertreterin unserer Jntereffen, oder, in Privatmittheilungcn an mich oder sonst ein Glied deS AuSschuffeS diejenigen Abänderungen zu bezeichnen, die sie wünschenSwerth finde» und was mich betrifft, so verspreche ich hiermit feierlich, die Wünsche der'Lehrer in dieser Hinsicht, soviel eS mir möglich ist, zu vertreten und denselben Rechnung zu tragen, wann und so weit mein Einfluß reicht. ' " ' ES lag ja entfernt weder in meiner Abficht, noch in der irgend eines Ausschuß-Mitgliedes, 'die Lehrer zu kränken, herabzufetzen — Gott bewahre! Heben.wollen wir den iSr. Lchrcrstand nach Innen und nach Außen; denn der Lehrer ist die Schule und in der Schule liegt die Zukunft des JudenthumS. — i Darum weg mit den Verdächtigungen; Offenheit, Ihr Lehrer, Vertrauen, Znsammcnw.rken, Einigkeit and Alle» wird gut werden! — Neustadt a. d. H., 15. M^.i 1862. Ignaz. Lehmann. u m fch Unter den von der bayrisch Notaren befinden sich auch einige — Die früheren jüdischen A au. en R-gicrung ernannten Inden. geordneten in'der preußischen Kammer,Herr vr.Kosch und Leonor Reichenheim find wieder gewählt wordcrfi