Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 9 (15.5.1862)
- Date
- 1862-05-15
- Page
- Seite 71 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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1 — n — den Standbildern Sijhiller's und Githe's auch das Standbild Lesiing« ausgestellt werden. Nicht um uns von der allgemeinen Sammlung von Beiträgen und dadurch von dem großen einheitlichen Zusammenhänge deutschen Lebens abzusondern, fordernj wir unsere GlaubmSgenofsen zu Beiträgen aus; — es! ist vielmehr ein innige« Zusammenschließen in den vchi Natur und Geschichte gegründeten Kreis, wenn wir Juden uv« besonders verpflichtet sühlen, in dankbarer Erkenntnis; der geistig und sittlich befreienden Macht LcssingS, uni gegenseitig zn erwecken, damit wir in der Bethätigung unseres Danke« für die höchsten idealen Güter nicht zurückb! eiben.' Möge daü heutige Geschlecht, als die geistige N< chkommenschaft MoscS Mendelssohn'«, <^S bereitwilliger Träger und Vertreter des Geistes, in welchem Lessing und Mendelssohn ihre glorreiche Freundschaft geschlossen haben, sich bewähren, indem es diese Pflicht der Dankbarkeit gern und freudig übt." - s her — Ein preußi hauptet in seiner A darum, ob der Könsg tereS wollen die Frcunoc Israels? Gott bewahre mich Proselytcnmackerei, höchsten Kreisen der Landwehrofsizier oou Schmeliug beisprache an die Wähler: es handle sich; oder die Juden regieren sollen; letzwkratcn. — Dein! — Die Kreuj zeitung bringt einen „Aufruf an alle Ein solcher Aufruf an einer solcken Stelle reizt die Ncn sierde, und regt zu dem Wunsche an: vor meinen Freunden! Die Neugierde wird auch befriedigt. ES handelt sich um professionelle welche man, auffallend genug, in den Staates der Intelligenz begünstigt; man erfährt, daß der MissiouSverein seit seinem Bestehen 10,323 Thlr. 2 Sge. 7 Pf. eingenommen, und für Pflege und anderweitige.Interessen 2872 Thlr. 16 Sgr. 9 Pf. ausgegeben hat. Nun hat er ein Haus für 42,OX) Thlr. (!) aekaujt, uuv es sehbm ihm zur Anzahlung 1000 Thlr. Da hat sich em treuer Freund erboten (wir citircn wörtlich) sofort einen außerordentlichen Beitrag von 10 Thalcrn zu ,geben, falls noch andere 99 Freunde sich bereit erklären, ein gleiches Opfer zr bringen. Dem traten 5 fröhliche Geber bei und mir sehr arme Wittwe, die-bei Groschen und Dreiern mühst m durch sauere Arbeit ihr Geld verdient, hat 2 Fricdrichödor gegeben; man ist der Zuversicht, daß der Herr, der bisher so treu geholfen hat,, binnen Kurzem die noch sohlenden 93 Namen derer irennen wird, die zu einem gleichen Licbcsopfcr bereit sind. — Die N F.Z. fügt zu dieser Nachricht hinzu: es scheint nickt, daß der Unterzeichnete Schatzmeister, der die 10 Thaler und den doppelten Friedlichst vr in momentanen Besitz hat, uird die mitunterzcichnctcn zwei Pastoren zu dem LicbeSopfer bereit sind, denn sonst würden nur 90 Namen an den 100 nock fehlen. Welche Zwecke, welche Mittel, welche Menschen! — Diese Art Proselytenmacherei hat das Judrnthum .am wenigsten zu fürchten. ES ist vielmehr ein gesunder Au«- scheidungSprvceß, der auf solche Weise hrrvorgerufen wird.! DaS verkommene Gelichter,.-daß für Geld und einige Wochen freie Kost und Wohnung diesen Menschcnjägern in die Hände fällt, macht dem Zudcnthum durch sein Verbleibe» eben so wenig Ehre, als sein Uebertritt zu beklagen ist. — Als das Weimar'schc Ministerium vor einiger Zeit sich auf den Grund der verfasiungsmäßigen Gleichberechtigung aller Glaubensbekenntnisse verpflichtet sah, auch für den Aufbau einer abgebrannten Synagoge und jüdischen Schule eine Landescollccle! auszuschreiben, hatte dieses, wie wir f. Z. berichteten, die ganze Wuth/ der Berliner Kreuzzeitung erregt, die in einem solchen Akte der Mildthätigkeit eine Schändung des Chrinenthumü erblickte. Die christliche Bevölkerung des GroßherzogthumS Weimar scheint jedoch die Sache nicht so angesehen zu haben, denn sie hat freiwillig so viel-' gespendet) daß der Ertrag der Collcete ein ansehnlicher geworden. {Heute ärgert sich dieselbe Kreuzzeitung Gottlob wieder, weil ein jüdisches BanquierhanS edcldenkend genug war, um den bisherigen Jutcndantur- Srcrctariats-Assistentcu Kähler, der in Folge der Veröffentlichung de« bekannten Schreibens de« Ministers v. d. Heydt an den KriegSminifter vom Amte snSpcndirt worden war, eine Anstellung zn bieten. Daß doch diese Juden nicht so werden wollen, wie die söbl. Kreuzzeitung wünscht; daß! sie oft edel handeln, und von den wahrhaft (und inch tnur; dem Titel nach) Edlen der Zeit ekel behandelt werden. — Die italienische Regierung hat Herrn Isaak ' Artom, einen Juden, zum ersten LegationSsekretär in! Paris ernannt. — ES liegt uns der neunte Jahresbericht des Vereins! zur Unterstützung und Erziehung mittelloser Weisen zu > Main; vor. Der Verein, wurde gegründet am Tage der l Einweihung der neuen Synagoge, und besitzt gegenwärtig; einen Kapitalstock von 20,732 fl. 4 kr. Der Wohlthätigkeils-! sinn der Mitglieder und Freunde des Vereins äußerte sich ir r : zahlreichen Geschenken auch im abgeschlossenen RöchnungSjahbc, : und ersehen wir, daß diese freiwilligen Beiträge allein in diesem j Jahre 460 fl betrugen. Obwohl die Zahl der dem Institute zur ' Obhut anvcrtrautcn Waisen beim Jahresschlüsse von fünf auf sieben gestiegen war, sind zu eigentlichen Vcrcinszwcckeu —'für Kostgeld, Pensionen, Unterricht und Kleidungsstücken nur i 559 }i. 4 kr. nothwendig gewesen, während dcui Reservefonds in diesem Jahre allein 1085 fl. 14 kr. zuzewiesen : werden konnjc. >Wir sehen daraus, wie in solchen Gcmein- | <bcn bei edlem Willen ans kleine» Anfängen Großes sich , - ) - i.**