Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1862-03-01 · 5 (1.3.1862) · p. Seite 40

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
5 (1.3.1862)
Date
1862-03-01
Page
Seite 40 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/4896751-5428752-5431101--0233-4896937
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

40 . t Zarturg (Westfalen), 5. Frbr. Unsere Gemeinde hat mit ihrem Anträge bei den König!. Behörden, den Charakter der Ocffentlichkcit der jüdischen Schule auszuwirken, den erfreulichen uud seltenen Beweis geliefert, wie sie die hohe Bedeutung der Schule und ihre Entwicklung vorurthcilefrei zu würdigen wisse und vollkommen anerkenne, daß nur bei der freien Stellung des Lehrers rin segensreiches Wirken'in der Gemeinde denkbar sei. Die König!. Regierung zu Minden hat unterm 26 Ztovember c, nachdem sie vor drei Monaten die Wahl eines Echulvorftande«, an dessen Spitze der.Herr Bürgermeister Fischer steht, verfügt hatte, die hiesige jüdi'che Schule als öffentliche Elementarschule erklärt,'den seitherigen Lehrer Oppenheim definitiv laut Urkunde angestellt, sciue Vereidigung verordnet und der Stadt eine Rückvergütung an dir Gemeinde für jedes Jahr aufgelegt. Mögen alle wohldcukeaden Vorstände in den jüdischen Genreinden Preußens dadurch gemahnt werden, die Stellung uud die Leistungen ihrer Lehrer endlich zu begreifen und die panische Furcht vor dem Destnitivum-schwinden zu lasten. Sie begründen dadurch das Heil derer, die der Eltern Thcuerstcs sind. Petersburg, 25. Jan. Die „Staats-Zeilung enthält einen kais. vom Senate publicirteü Ukas, durch welchen den gebildeten Elasten der Israeliten bedeutende Zugeständnisse gemacht werden. Die Erwerbung des Doctor-oder eines akadcmifchm Grades ermächtigt zum Eintritt in alle Zweige drs Staatsdienstes und'zum Wohneu in allen Thcilen des Reichs'sowie zum Betriebe des Handels und der Industrie, wobei die genannten Personen auch zwei Dienstboten ihres Glaubens in die sonst den Israeliten untersagte Diftricte mitnehmcn und die Kaufleute Commis ihres Glaubens anstcllen können. Tie jüdischen Gelehrten bei. dem Unterrichts-Ministerium werden von allen besonderen Abgaben befreit. Israeliten, welche den Lehrcurfus an einem öffentlichen Gymnasium oder den an einem Privat-Gvmnasium mit besonderer Auszeichnung durchgcmächt haben, können das persönliche Ehrenbiirgerrecht beanspruchen, und den Dirrctorcn öffentlicher oder privater israelitischer Schulen kann das erbliche rcsp Persönliche Ehrenbürzerrecht verliehen werden .. — 4. Febr. Tie Agitation gegen die volle bürgerliche Gleichstellung »der Israeliten in Baden, ist sehr groß, und wird meist von Bürgermeistern de« alten Regime unterhalten.— Die beiden Rabbiner zu W a r s ch a u, Meisels und Dr. Jastrow sollen dieser Tage nach ihrer Hrimäth, nämlich nach Oesterrrich^und Preußen, transportirt werden. — Seit Ein¬ I ■ führung des Kriegszustandes in Posen rverden an in der Räte der Grenze wohnende Edelleuten und Juden keine Paßkarten nach dem Ausland'^mehr ertheilt. — 14 In Folge mehrfacher Belästigung christlicher Eltern in Oesterreich, die ihre Kinder von jüdischen Privatlehrrrn unterrichten lasten wollen, intcrpelllrte im dortigen Abgrordneteuhause Mühlfeld den Staatminister (Schmerling) behufs der Aufhebung des Verbots von jüdischen Lehrern für christliche Kiuocr. Schmerling versprach, die Interpellation zu beantworten. — 15. Herr JvnaS, Nieter von KöutgSwarter zu Wien hat nicht nur dem Magistrale 5000 fl. in Grundentlastungcn übergeben, mit der Bestimmung, daß die jährlichen Zinsen zur HcirathSautsteuer für arme Bürgermädchcn verwendet werden, sondern auch der israelitischen Cultusgcmeindc übergab er 5000 fl. als Beitrag zur Bekleidung armer Schulkinder, und 2000 fl. dem israelitische» Frauenvercin. All das spendete er zum Andenken an seine verstorbene Gattin, die durch ihre Wohlthätigkeit so ausgezeichnete Frau Josephine v. KönigSwartcr. — 10. Die dnrch den Tod des Baron« Vcnrin für Brüssel erledigte belgische Senatorsstclle wird wahrscheinlich dem Banquicr BischofShcim (wenn wir nicht irren, aus Mainz gebürtig,) der vor zwei Jahren erst die große Naturalisation erhalten, zufallcn. Herr Bischofsheim, einer der besten Financiers in Brüstel, einer der Direktoren der „Banque nationale,“ ist schon seit Jahren Mitglied dcS Brüsseler Gemeinderaths und steht in hoher allgemeiner Achtung. Seine Eigenschaft als Israelit (schreiben die liberalen Blätter), empfiehlt ihn doppelt zu diesem Posten, da seine Wahl eine neue glänzende Bethätigung der Bestimmung unserer Constitution ist, welche keinen Glaubrnsuntcrschied vor dem Gesetze und den staatsbürgerlichen Rechten kennt. Am iO. Februar ist Ilr. Kramstück, Prediger an der Evnagogc zn Warschau und zugleich Lehrer an der Rabbincrschnle gnr Fcstungt strafe nach Sibirien tran«- portirt worden. Vakanzen. BP Einmalige Ausnahme 18 kr. — 5 ögr. ^Sl Die iSrael. Religions-Lehrer und Vorbeterstellcn zu: Böhl, bayr. Pfalz, Gehalt 300 fl., neue schöne Wohnung mit Garten, Baumstück und Acker, Schechitagebühren und andere Accidenzien. Altenstadt in Oberhesten (Großherz. Hestcn). Gehalt 250 fi. (tncl. WohnungSvergütnng), 60 fl. von der Gemeinde garantirte Echechitagebühren; eventuell: Filial (Höchst eine Viertelstunde von A. entfernt mit Gehalt, 48 fl. —) zusammen circa 350 fl. Perantwortlicker Redakteur: I. i n j (n fi ei n m Odmchei« in Rheinbessen; Perlag von Friedrich Schott in Mainz; Druck von I. Gottsleien in Mainz.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.