Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 4 (15.2.1862)
- Date
- 1862-02-15
- Page
- Seite 29 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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—: 29 zirllen. Die Lösung einer solchen Aufgabe hat aber immer etwa- Gefährliches, Beengendes. Daher mag e» auch nicht ' überall gelungen sein, weder Lücken zu vermeiden, noch scharfe Kanten abzufetlen; daher auch manches Dunkel in einigen Partiren, wo man dem Bcrf. eine Scheu, dtn Schleier zu lüsten, anmerkt. In dem Famuluz. B. sollte die Jntrigue, die dem Lehrer vielfach in den Weg tritt, zur Anschauung gebracht werden, und gerade bei dieser Person-Zeichnung wird der Leser durch Spezialitäten zu allerlei störenden Fragen genöthigt. — Dis erste Kapitel hätte wegbleiben können, indeß kann man es als ein anmuthiges Borspiel betrachten. DaS letzte Kapitel hätte etwas mehr auSgearbeitet werden können. — Wie geht« denn dem Famulus? — doch sollen diese Ausstellungen der Dichtung den Charakter des Wahren und Interessanten nicht nehmen. — Die zweite Novelle ist zum Theil den Lehrern deehemaligen HauS- und SchulfrenneeS 1658/60 bekannt. Sie bewegt sich entschieden auf dem Boden des israel. LchrerlcbenS. In den Zeichnungen ist Alles Leben, leicht und naturgetreu, so daß der Leser stets seitgehalten wird. Zum Schlüsse hat der Autor medr als nöthig geeilt. Die .Novellen im Schulrocke* find unstreitig im Interesse der Lehrer geschrieben, und sie werden jedenfalls nnt Interesse gelesen. — AnSstattnug gut, Preis (8 Bogen stark) 10 Egr.. also äußerst billig. A — r — vr. Kleinschmitt, Poetik, vierte Auflage. Barmen. LangewieScsil. (?) Cln in seinem Fache treffliches Werk. Cs führt in das Paradies der schönen Literatur der Deutschen und lehrt prüfen',. unterscheiden uno genießen. Der Verfasser hat nicht trockene Kegeln zum Schlüssel des Schönen gewählt, er belehrt in leicht faßlicher Darstellung auf dein Wege der Anschauung — Ein solches Buch thut jedem Lehrer Noth. Gar Mancher wird von dem Wahne, als sei das Lesen so leicht, geheilt, und der süße Glaube mancher Lesebuchschreiber, daß Alles zum Lesen gut und schön sei, nian brauche nur zusammen zu tragen, wiro zum Wanken gebracht. Aus Grund dieses Buches würbe die Kritik sicher manches Lesebuch in sein Nicklssein und indas Schattenreich verweilen, denn gerade am schönen und Geschmackvollen fehlt eS unserer Schule gar sehr, am Formlosen, Plan- und Geschmacklosen haben wir Ueberfluß. Die Poetik weckt und schärst den Sinn für das Form- und Inhalt-schöne, und daher muß sie allen Lehrer empfohlesi sein. \ T. Gxegetif ehes. % (gotrift,ung.) 1. B. Moser 2, 25: ONKN CPO-ny CJTJtP TTFI lETOQTP NTI WJO- —'Eigenthümlich übersetzt hier der Syrer (Jonathan) pnnp'’3)3T)DN xbi rrnrONi chn po^n prrrhn nm „Unb sie waren beide klug, Adam und seine Frau, aber sic verweilten nicht (hieltennicht au« in ihrer Würde! — War den Syrer zu dieser Deutung bestimmen mochte, lag vor Allem in dem Worte Q’O'ny, welches der Plural von dem im folgenden Vers stehenden Dy^*, listig, klug ist, währen» weiterhin die Form (3, 7) al« Plural des folgenden □“r>^ (3, 11) steht; letztere Form übersetzt auch der Syrer: n a k l Die abweichenden Formen führten ihn demnach zu der verschiedenen Uebcrsetzung; darum paßt« ihm auch sticht u kP) mit: und sie schämten fich, zu übersehen; dafür gab er die Deutung von säumen, »icjnBO S'EQ'O (2 B. Mos. 32, 1); und daß er den Zussttz machte: .sie weilten nicht in ihrer Würde, mag eine Hindculung auf Psalm 49. 13. 21 stein. (An solchen Anspielunaen und Hinweisungen auf Bibel- und Talmudftellsen ist der Syrer überreich.) T)r. I. Klei n, Gemeinderabbiner in Glogau. u -- Äkachrichte«. Oderiheiv, 1. Febr. Herr Lehrer Ehrlich au« Oberluftabt in d. bayr. Pfalz hat uns auf dir Mahnung des Herrn Kollegen Bärmann einescharfe Entgegnung ringesendct, die wahrscheinlich in der ersten Hitze niedcrgeschrieben mordest, und erwartet „von unserer Unparteilichkeit, daß wir diese ebenfalls aufnchmen." Bon unserer Unparteilichkeit werden unsere Collcgen überzeugt lein. Aber wir haben zu viel AchtuyL vor allen unseren Kollegen und besonder« vor Herrn Ehrfich, viel zu viel Liebe, zu unseren VerufSgenossen, und — osten gestanden, — zu viel Wichtiges für unser Blatt, als daß wir dasselbe durch Zänkereien entweihen sollten.. Was Herr Bärmann in Nr. 1 sagte, ist so unschuldiger Natur, seine Mahnung um D'bv ist Io gut gemeint, so Unverfänglich, und nach allen Seiten hin parteilos, daß gewiß Herr Ehrlich bei nochmaligem Dnrchlesen seinem liehen Freunde Bärmann versöhnt die Hand reichen und mit tnns sagen wird: die Sache sei für immer abgethan. Klingenstein. Wieil, 17. Jan. .Unter den drei au« Ungarn nach Wien versetzten Advokaten befindet sich auch rin Israelit Or. H. Kneblcr (aus Kaschau), welcher nach oen gegenwärtig ist Ungarn geltenden Gesetzen, wegen seines Glaubensbekenntnisses als unfähig zur Ausführung der Advokatur in Ungar» betrachtet wurde. j