Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 4 (15.2.1862)
- Date
- 1862-02-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jährlich 24 TKununtnt csi 1. und 15. jeden Kcnaw. Perlt 42 kr. oder 12 Egr. h-ldjädrig. Eiu Lrgau Der Anzeigen Zu 5 kr. «der >j fe$r. die Petitzeil». Bestellungen nehmen «I« Buchhandlungen und PostLmte: au. für dir Schule, die Hemilic uud da^ GlMtiudelkbeu des Judrulhums. HerauSgegeben von Dr. Vmannel Kerbt, I. fiHngrnj)rt|t und A Treu. 4. Mainz, den 15. Februar 1862. Wir mache« wiederholt darauf aufmerksam, dah die Anftau-e wegen Postbezug nuferes Blattes gehoben find, uud kann dasselbe durch sämmtliche resp. Poftanftab teu bezogen werden. Redaktion und Verlagshandlnng.! Nachtrag zu dem Coafrrenzreferct übet „Biblische Geschichte." (Vor. Jahrgang Rr. 10, ll, 13, 15.) (Fortsetzung und Schluß.) ' Wir haben uns nicht gescheut, in einer solchen Frage unsercMcinung offen und ungescheut auSzusprechen — wir können auch Widerspruch ertragen. Kampf, wenn er mit redlichen Waffen und offenem Visir geführt wird, stärkt die die MahnungLaßt die Tobten ruhn, und wirket f^r's Leben! Zu unserem Gegenstände zurückkehrend, wollen wir hier nur noch eine Stelle aus den Protokollen der allgemeinen deutschen Lehrervcrsammlung in Köthen anfügen, die sich über unfern Gegenstand ausspricht. Wir dürfen dabei nicht vergesse», daß das Wesen des protestantische» Ehristenthums, mehr sm Glauben seine Kraft findend, auch mehr innere Nöthigung har, d>!m Buchstaben der Bibel sestzuhalten. geistige Kraft und reinigt die Luft von schädlichen Dünsten. Luch auf Verketzerung sind wir gefaßt. Hat man es ja vor Kurzem gewagt, des seligen Jost religiöse Grundsätze anzutasten, seine Meisterwerke in den Staub gemeiner Kritikaftcrei zu ziehen, in der noblen Voraussetzung, daß der todtc Löwe nicht verwundet. Schöne Grundsätze daö! ES kann uns durchaus nicht rinfallen, Josts GlaubeuSausichtrn vrrtheidigen zu «ollen. Auch dieser scharfe, schneidende Nationalismus hatte seine Zeit! Abrr r>^L2ll.ir>'ll! Zudem haben selbst JostS Ansichten bei größerer Leben-reife sich sehr geändert. Unter allen Umständen ist cs verwerflich, ist es eine Sünde wider den freien Geist jüdischer Wiffenfchast, wenn wir „kleine Geister" an Männern wie Jost unser« klein! chen Maßstab legen, an Männer, welchen da» Judenthum und die jüdische Wiffenschaft doch so unendlich viel zu verdanken hat. Wir muffen dabei vorauksetzen; daß nur edle Hingebung an das jüdische Leben, daß im Grunde mir Religion zu solchen Thaten befähigt, wie eS dt« Aufopferung eines ganzen Menschenlebens an eine äußerlich so wenig lohnende Wiffenschaft ist. — Haben sie geirrt in ihren Zielen, so war die Zeit Schuldnerin, die in der Negation Heil zu finden glaubte. Für un« aber nochmals > Diese Stelle lautet: „Der Religtonsuvterrichr zerfällt , in drei.Stufen. Die unterstrStufe möchte ich nennen i den religiösen AnschauNngSunterrich t. Es soll j der Lehrer im Kinde dir innere Anschauung wecken, das I Kind soll den lebendigen, sich in seinem Herzen offcnbaren- I den Gott alS Schöpfer, Erhalter, Regierer re. schauen; was , das Kind angcschaut hat, soll zusammrngcfaßt werden in einen kürzest Spruch, und ich halte fürs Paffendste einen Liedervrr», der dem Kinde der gewonnenen Anschauung gemäß zu erklären ist, und den das Kind auswendig lernt. I Hat der Lehrer alles recht erklärt, so daß das Kind wirklich eine instere Anschauung' gewonnen hat, so wird es diesen Spruch ohne Schwierigkeit mit dem Gedächtniß fasten und mit ins Leben nehmen. Die innere religiöse Anschauung oder das rtligiöse Leben wird nun in dem Kinde allein dadurch gebildet, daß wir ihm da« religiöse Leben vor Augen -tellen; und das klassisch religvse Leben finden wir in der heiligen Schrift." „Es wird also vom Lehrer die biblische Ges stickte erzählt/ Dabei soll usts da« nicht stören, wenn In trr Schrift uuch mythische Bestandtheile gefirnden und vom Lehrer erzählt werden — ich' selbst hakte z. k. die Geschichte