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Der israelitische Lehrer · 1862-02-01 · 3 (1.2.1862) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
3 (1.2.1862)
Date
1862-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jährlich 24 Iiummrrn am 1. jmb 15. jedkn Monats. PcriS 42 kr. oder 12 Cgr. halbjährig. Der Anziigr l j Sz r 8Mlit«Ke Ielwer. n zu 5 kr. j fcrr tic Prti^z ilr- Bcstel unzrn nch ncn alle Buckbandlul igen und Pollämtcr «n Ein Trgan für die Schule, die'Familie und düs Gcmcindelcbcn des Judenthn« Herausgegeben j „ " von l Dr. Vmanuel I. Klingcnst^in und A. Trcn. IX». rr. Mainz, den 1. Febrüar 186^ Briefe aus der bayr. Pfalz. H.! Äußer der Lehrerfrage gibt cS noch eine andere Angelegenheit, welche die Israeliten in der Pfalz bis in die unterste Tiefen bewegt nnd anrcgt: eS ist die Frage der Gemeinde-Verwaltung, insbesondere die der Wahl ihrer Synagogen-Vorstände, mit welcher man, ich glaube mehr von Außen, als von Innen her, mehr durch äußerliche Umstände, als durch innere Nöthigung veranlaßt, die Frage von der ganzen Organisation der Pfälzer Synagoge in Verbindung und Anregung gebracht hat. In der Pfalz ist, wie in Preußen und Hessen — soviel uns bekannt — jede Gemeinde autonom und souverän; ich meine, jede verwaltet sich selbst in ihren inneren Angelegenheiten, fast ganz unumschränkt und ohne allen Einspruch von Außen. In allen bei uns bestehenden Verordnungen über isracl. Verhältnisse ist auch der Rabbiner Erwähnung gethan; nirgends aber ist deren Wirkungskreis, nirgends sind ihre Befugnisse klar und deutlich umschrieben — und daraus hat sich faktisch der Zustand hcrauSgebildet, dätz die Gemeinden nicht blos sich in ihren äußeren Angelegenheiten selbst regieren, sondern auch das Innere ihres Gottesdienstes ganz nach ihrem Gutdünken ordnen. Wohin diese Unabhängigkeit der einzelnen Glieder ohne ein ordnendes Prinzip und ohne überwachendes Hanpt führen muß, ist klar: sie wird und muß zu einer Buntfchäckigkcit führen, wie weiland im deutschen RcichSheere: da gibt es Synagogen, worin gebrummt und geschricn und gesnngen wird im wirren Lärm, während in der nächsten Synagoge die Gemeinde mundtodt gemacht ist und ein Ehorgesang Alles beherrscht; hier vertheidigt man den Ese mekomon und Barne madlikin mit Hcldenkühnheit — je weniger man'S versteht, desto ärgerund würde glauben, hie Religion sei!in Gefahr, wenn man nur das geringste Stück Pijut abgebcn sollte; dort prangt eine Orgel in der S )uagoge und die Gemeinde hat den dreijährigen CykluS »eim Vorlcscn der Thora eingeführt — kurz, ohne daß man s,gen könnte, cfi| finde eine Zerfallcnheit im CultuS tatt, da im Gcgcntheil gerade in der neueren Zeit die Anh rnglichkcit an die Religion und die Anerkennung ihrer Vorzüge lebhafter nnd inniger geworden zu sein scheint, gibt eS bald sh viele kleine Verschiedenheiten im EottcSdi nste, als eS mehr oder minder intelligente Gemeinden mit nehr oder minder strebsamen Lehrern und energischen Dorste ndcn gibt. — Wer sollte da nicht eine Acnderung wünshen? So entfernt auch die Gefahr ist, daß so unwesentliche und das Innere der Religion gar nicht berührende Aeußcelichkeiten zur Spaltung in Sekten führen könnten, so läzt eS sich doch nicht längncn, daß ein allgemeiner Fortßhritt, ein herzustellender Einklang zwischen dem herkömmlichen jüdischen Gottesdienst und den Anforderungen einer Generation, deren religiöse Bedürfnisie und ästhetische Anschauungen nicht mehr die der Altvordern sind nnd sein können, sehr wünsch enSwcrth wäre. - Als nun im Juni des vorigen Jahres von einigen wackcrn Pfälzer Israeliten eine Versammlung — in Angelegenheiten des Eides mors judaico (wovon wir weiter unten sprechen werden) — nach LudwigShafen berufen wurde, so erhob sich sogleich nach Erledigung der Tagesfranc die allgemeine > Stimme: .Wir hätten noch so Manches^ das uns drücktj so Manches zu regeln und zu ordnen, unv chir kommen so selten zusammen; laßt uns nicht auscinandcvtgehtn, ohne für dkd jüdische Sache auch in anderer Bczschrmg etwas gethan zu haben." Der Präsident der Versamürlustg, Herr Advokät-Auwalt Frenkcl von Kaiserslauteru, brachte die Mißstö!ude der jetzigen Wahlordnung der Synaaog«!- Ausschüsse zur Sprache und fand nngetheilte Zustimmung; l i

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