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Der israelitische Lehrer · 1861-12-15 · 16 (15.12.1861) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
16 (15.12.1861)
Date
1861-12-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jährlich 24 Wummern, am 1. unb 1V. jeden «•na«. Preis 42 tr oder 12 ©01. halbjährig. Der iLn-etgen zu 5 kr. oder I V» k gr. die Pelilzcil« Vestellungen nehmen alle BuchhandlnageN und Postämter an Israelitische Lehren. Ein Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindeleben des Judenthums. Herauögegeben von Di*. Emanuel Hecht, I. Klingenstein und A. Treu. No. 16. Darmstadt, den 15. December 1861. -Was kann die Schule (der Lehrer) dazu beitragen, daß das gemüthlich - religiöse Leben in Israel wieder eine bessere Pflege erhalte — gehoben werde? Conferenzarbeit*) 'i ~ * von Lthr«r Singer in Frankrmhal. - Meine Herrn und werthen Freunde! Eine Frage von großer Wichtigkeit, von ungeheurer Tragweite, liegt unserer heutigen Conferenz zur Beantwortung vor. ES verdient diese Frage in der Gegenwart ein um sh tieferes Eingehen, eine um so gründlichere Besprechung, weil von der entsprechenden Lösung derselben nicht allein Aeltern, Erzieher und Lehrer in Israel aufs Innigste berührt werden, sondern auch die Entwicklung, der Fortschritt, ja die ganze Zukunft des Iudenthums von ihrer würdigen Erledigung wesentlich bedingt sind. Denn heute, wo rin Theil unserer Glaubenöbrüder noch auf dem traditionellen, rein talmubishen Standpunkt stehet und in dem Erlernen rer Gesetze und in dem Studium der Gebräuche und Institutionen res jüdischen Alterthums sein einziges Heil finden will, unter dem Motto: „min “TID^H □^2 "U2D", wo dieselbe unsere Zeit und ihre gebieterischen Forderungen aber ganz außer Acht l affen, und auch diese Gesetze sammt und sonders, — obwohl sie im Vaofe der Jahrhunderte vom Zahne der Zeit und deui Rade des Fortschritts gar mächtig ergriffen worden und vielfachen Veränderungen und Umgestaltungen anheimfielen, — als mustergiltige und unantastbare Vorbilder' im gesammt-rel giösen und synagogalen »1 Dies« Arbeit war für dir >«r. Lrhrrivrrsammlmig zu Neustadt j a. t>. Hardt am Sv. Heptember 1801 zum Vortrag, bestimmt, kam aber nicht Leben hingxstellt zu sehen wünschen; beute, wo wieder anderer^ seits so Viele in Israel vas ganz« jüdische Alterthum mit seinen ehrwürdigen Denkmälern und Erinnerungen als verlebt und verloschen und bei dem Aufschwr ng, den die Wissenschaft und die Völkerkultur überhaupt genommen, als eine überflüssige, nun nichts mehr taugende Erscheinung betrachtet wiffen wollen — bleibt uns nur noch ein kleines Häuflein übrig, welches sich, seiner Vergangenheit i nd seiner Geschichte erinnernd, auf dem hiftorisch-posifiveN Standpunft des Judenthums stehet, und nach Kräften bemüht ist, das gedeihliche Emporkommen und die würdige Entfa tung dieses, dem Sturme der Zeit widerstandene, und ln dem nächtigen Drange großer Weltereignisse nicht verkommene, von den Vätern mit so großen Opfern erhaltene Jutenthum — inso iderheit aber die religioögemüthliche Seite desselben — auch fernerhin nicht aus den Augen zu verlieren. Denn, um mit Holdheim zu reden, „die Gegenwart ist die Vermittlung zwi'chen Vergangenheit und Zukunft; die Dlüthen der Gegenw rtt sind die Saaten der Vergangenheit, dereu reife Frucht erft die Zukunft ärndten wirr. So ist es mit den Werken d:r Menschen, vor Allem mit den Thaten der Geschichte. Und so denkt, so handelt der schaffende Geist des Menschen." Wahrlich, riese uns gegebene Aufgabe, die, offen ge. standen, uns wohl alle berührt, die wir uns Lehrer in Israel nennen — dürfte eine sehr schwer zu lösende, und die Bewälttgung dieser Materie überhaupl eine gar schwierige -zu nennen sein. Denn je größer und ausgcbreitetcr von Jahr zu Jahr daS Feld der Wissenschaft wird, je leichter die Anschauungen der Menschheit sich umges alten., je größer der Fortschritt in allen Zweigen der Jndustie und des Weltverkehrs sich bemerkbar macht und hierdurö > unwillkührlich die Forderuugen des materiellen Lebens Oi>n Tag zu Tag steigert, desto mehr werden alle Erscheinung«, die das religiöse Gebiet

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