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Der israelitische Lehrer · 1861-11-15 · 14 (15.11.1861) · p. Seite 107

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
14 (15.11.1861)
Date
1861-11-15
Page
Seite 107 (sequence 3)
Language
German
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betheilige, oder das Bedürfniß fühle, an solchen Hebungen sich betheiligen zu wollen. Dazu gehört nun vor Allem: 1) Daß der Lehrer eine gründliche Kenntniß der Gegenstände des Religionsunterrichtes besitze und eine lebendige Begeisterung für dieselben in sjch trage. Wenn der Lehrer bei seiüen Schülern eine klare resigiöse Erkenntniß erzielen, auf ihr Gemüth erfolgreich cinwirken will, so darf ihm selber die Religion kein versiegelter Born, kein verschlossener Garten sein, und sein Gemüth darf ligionsunterricht darf den Bindern nicht/Taft bleiben bei einem so stände. Vielmehr darf mit Recht einehinreichende Kenntniß des jüdischen Schriftthums von heiligen und wichtigen Gegenihm gefordert werden, insbesondere daß er die heilige Schrift und die wichtigsten neueren und ältören Commentare auf dieselben gründlich kenne, daß er im Talmud, namentlich im agadischen Theilc desselben erfahren sei und diejenigen Schriften ftudirt habe, worin die Geschichte und der Inhalt des Judenthums wissenschaftlich dargestellt ist*). Wersich auf diese Weise mit dem Gegenstände, den er lehren will, bekannt gemacht hat; wer sich des Begriffes, des Zweckes., des Inhalts, der Geschichte der göttlichen Offenbarung völlig bewußt ist; wer dann im Herzen tief überzeugt ist, „daß er nicht Worte der Menschen, sonder» CTI zu geben habe, — rem kan» > es nicht fehlen, daß er Geist und Gemüth der 'Unter für unser Heiligthum gewinne. In unserem eigenen Geiste, theüre College», muß Klarheit herrschen über das, was die Religion von rem Mensche» fordert, unser eigenes Gemüth muß tief durchdrungen sein von, der beseligende» rtraft unseres Glaubens, in unserem eigenen Leben muß sich riese Klarheit u»d»Wärme beslinnnt ausprägen, wenn wir in unseren Schulen eine "tief wurzelnde Ueberzeugnng und religiöse Innerlichkeit begründen wollen. Es ist dies te^ine Unmöglichkeit. Begeisterung vermag gar viel im reden > das Schwierigste führt sie auö; Hohes muß vor ihr sich senke», -Niedriges sich erheben. Und uns Lehrern sollte nicht auch viel gelingen, wenn wir eine wahrhafte Begeisterung für unser Judeuthum, nebst einer' gründlichen Kenntniß desselben in uns tragen? Ich brauche Ihnen nicht zu sagen,- welche Macht ein wahres Lehrerherz auf seine Schüler ausübt, wie diese das geistige Wesen des Lehrers in sich aufnehmen. Wie der Lehrer, so der Schüler. Darum fordere ich vor Allem Klarheit und Innigkeit. Dabei, aber auch die Fähigkeit. — 21 Ten Religionsunterricht anschaulich, faßlich, ergreifend, gründlich und praktisch ertheilen z» können. Ter Re¬ *) Das in oi.-I! so hoch Dürften wir doch unjirc Amorterungcn imfrt stcigcr»; das iwrtüi 'Jixnkjc bei cntjpwhntir .«cnniniü in and.rii KLlbcr» und gtliörigkr Durchdringung dt» crrungcnr» Wisirns z» clrnicntarrr Nntzanwcndnng in dcr Tcbnlk rrrrichen. Und tan» das eauterum eenBeo: Wo nnd dir Vlunalirn zur «Erlangung toitftr Äinntnii», und — dic tnijprcch.iidt Bclohnung!! R. darum sei er anschaulich und fas sich, insbesondere für die Die. Religion als etwa» dem Schüler nicht heraus« -hineingelegt werden. Das lieben Kleinen in rer Unterklasse. Offenbartes, Gegebenes, darf aus gefragt, sondern muß in ihn erst Kind muß sich erst aneignen, wa« noch nicht sein Eigenthum war. Die Religion muß gewisse maßen vor seinem inneren Auge entstehen, sie muß Gestalt unfc Leben gewinnen. Dies kann nur an der Hand der biblischen Geschichte geschehen. Die göttliche Offeizbckrung selber sie beginnt nicht nnriLrhren und^ keine Last und Plage sein, gibt uns^dieserk Fingerzeig; Geboten, sondern mit Geschichte, und diese enthält eine Fülle von religiösen Lehren und ssttlichen Mahnungen. Darum bestehe auch der erste Religionsunterricht in Mittheilung * von solchen biblischen Erzählungen, die für "das kindliche Gennith am geeignetsten sind und die meisten sittlichen Anregungen enthalten. Auch können füglich die wichtigsten Religionswahrheiten mit einigen biblischen Geschichten in Verbindung gebracht werden. Sie werden dann den Kindern deutlich nnd so "lange vorgesagt, bis sie dieselben ihrem Gedächtnisse genau cingeprägt haben. Auf diese Weise, wird ein Fundament gelegt, auf welchem der folgende Ban de» Religionsunterrichte« mit Erfolg aufgeführt werccn kann. Hat sich ccr Religionsunterricht in der ersten Periode des Schulunterrichts hauptsächlich au das Gedächtniß nnd Gemüth des Kindes gewendet, so muß er in rer folgenden mcbr re» Verstand desselben im Auge haben und den Memorirstoff, der jedoch auf ein bescheidenes Maas zu beschränken ist. durch geschicktes Abfragen (katechetisch,- zum Vcrstänrniß nnd Bewußtsein bringe». Dabei darf er es aber an gcmüthlichen Anregungennicht fehlen lassen. Durch reu Verstand auf das Gemüth und de» Willen des Kindes zu wirken, ist eine Hauptaufgabe des Religionsunterrichtes. In rem Leben rer sittlichen Heroen der biblischen und auch talmudischen Zeit eine Tugend .recht lebendig und allseitig rarzustellcn und den Schüler zur Nacheiferung eindringlich zu ermuntern, wirkt mchr7 als die beste Zergliederung. Vorzüglich richte rer Religionsunterricht auf die Höhepunkte der Religicn sein Augenmerk und verliere sich nicht zu sehr in's Einzelne. DaS Sittengesetz habe seinen Ausgangs- und Mittelpunkt in der Heiligung des Menschen. Auf das Gebot > TuD können jUiti> sollen alle übrigen Gebote und Heilsanstalten der Religion bezogen werden. Auch die wichtigsten religiösen Gebräuche und Ceremonieen müssen den Schstlern der Oberklaffe sowohl nach ihrer inneren Bedeutung, als auch nach der Art und Weise ihrer Ausübung erklärt werden. Eine sichere Grundlage hat übrigens der Religionsunterricht im Uebcrsetzen des Pentateuchs. Wenn der Lehrer mit Geist und-Gemüth diesen Unterricht zu leitin.weiß, so hat er ein Mittel, womit er nicht nur auf die Gesammt-

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