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Der israelitische Lehrer · 1861-09-15 · 10 (15.9.1861) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
10 (15.9.1861)
Date
1861-09-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JLbrllch 21 Xummcin, im I. unt IS jeden Monat» Prel» 12 Ir oder 12 Lghatbzährig. Der Israelitische Lehrer. Ein Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindtlebc i des Zndenthnms H e r a u v g e g e b e n - von ttr. Emanuel Hecht, I. Klingenstein und A. Treu. Illje^ge« zu 5» kr. oder IV* bir Bcs'.rNunge:. nehuien alle Puckhanvlungeu unr Postämter, an. lX°. 1«. Darinstadt, den Znm neuen Jahre! Das Jahr ist hingeschwnnden. Rur nocl> wenige j Stunden trennen uns von dem erhabenen Momente, in wel- ( chem Israel den Uebcrgang von einem Zeiträume in den j andern feiert. j Lasset uno einen Augenblick stille stehen zusammen. Las j fei aus dem tiefsten Borne unseres Herzens und Geistes herausholen, das was uns bewegt uild unser Sinnen auSmacht. Erinnerungsreiche Weihestunden, Hoffnungen, Wünsche und Befürchtungen mögen herantreten, um das Bewußtsein zu kräftigen, einem höheren Ziele zuzuslreben. AuS der Tiefe meines Herzens steigt in diesem Momente eine Erinnerung auf — so groß, so warm, so weihevoll! Du, mein längst im Grabe schlummernder Lehrer, wein Erzieher und väterlicher Freund, tritt heran in deiner lichtvollen Schöne. — Rabbi Löser Miltenberg starb im seckS und achtzigsten Jahre seines Lebens am 20. Jiar pC1? {WrV hatte eine blinde Gattin, die er, der tal mudisch gelehrte und für seine Zeit hochgebildete, Greis mit einer so unendlichen Liebe umgab, wie nur ein tiefreligiöses jüdisches Gemüth es kann. Er war Borbeter in einer kleinen Gemeinde — neunzig Gulden Gehalt, eine blinde Gattin, keine 'Rinder — also aucü keine Stütze für! sein Alter als seinen Gott. Natürlich, daß es da knapp herjging, und mancher bange Seufzer insbesondere dem Herzen der weniger vertrauensvollen Maile erltstieg. Wenn nun die heiligen Jo mim noraim oder auch sonst ein Feiertag nahte, da trat von Stunde zu Stunde eine ernstere FesteSfkimmung ein ins HäuS. Und Abends vor dem Feiertag, wenn Rabbi Löser, gesegnet sei sein Andenken» heilig mir sein« Erinnerung, in feierlich, froher Feststimmung seiner Wpchenweste sich entkleidete, in welcher 15. September 1881. seine Rasse sich befand, um rie zpei^c Festte hineinzugr gSweste anzukleinifen und oft mit den, da hatte er die Gewohnheit frendigbcbcnder Stimme, roch fast immer sagte.er: Siebst tu, siebe Maile, da Haben wir mich so und so viele Kreuzer; du hast immer gezagt wegen Jomtof; aber Gott boruch hu hat wieder geholfen; was wollen! wir nun, lfa wir alles für Jomtof haben, mit diesem Gelde jarifangen? /Ich weiß nicht, was damit machen! Soll ich eö 511(11 Fenster hinanswerfen? ... C du heiliges hingebungsvolles Gottve (trauen, wer dich beschwören könnte, auf daß du wieder beglücktest unsre Wohnungen, in denen mehr Licht, ab tr weniger lWärmc herrscht.; rie auegestattet sind, mit so vielem, was jene, nicht kannten und darum auch nicht vermißten, wo eö aber fehlt an demjenigen, was am nöthigstcn ist zuia wahren v iuerhaftcn Glücke, an hingebendem Gottvertrauen, an weihevollen Feierstunden DaS hätten wid besonders i in unserem oft so armen Lehrerleben höchst nochwendig. Wie mancher unserer Collegen mag beim Jahresschluß zahlen und rechten, und doch chit seinen „Rechnungen" nicht inö'scheine kochmen. G« sind noch immer und werden noch lange unsete Verhältnisse so mißlich sein, daßs ein tiefes unendliches Gottvertrauen, eine heilige Begeisterung, eine volle Hingeburg am- Berufe dazu gehört, nicht zu verzagen und festznsteher, wenn d<lS Meer des Unglücks und der Sorgen sich hoch -infthitrmt. O, eö könnte besser werden unt/eS muß besser werden'. Und darum wollen wir unS zusamr^enschaarcl einer an den ander», j damit wir zusammen seien ein innig umschlossener'Bunt, zur Fördeturjg alles Giten, unS stützend, erhebend und begeisternd einander, auf dcß wir nicht verzagen unk fest stehen trotz alledem Und alstdem im heiligsten Berufe? Unser ist die Zukunft, Kinder, unserer Pflegbefohlenen, unser ist da« Herz unserer unser sind die Strebenden

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