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Der israelitische Lehrer · 1861-07-15 · 6 (15.7.1861) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
6 (15.7.1861)
Date
1861-07-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jährlich 2t 9Z ummern, am 1. und 15. jeden SBtonat*. Preis 12 tr. oder 12 Lgr. halbjährig. Der Israelitische Lehrer 1 Ein Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindenden des Iudenthums. / Herausgegeben V °il j Dr. Emanuel Hecht, I. Klingenstein und A. Trest Anzeigen zu ü kr. oder I V, Sgr-dtePetttzeile. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und Postämter an. N°. 6. Darmstadt, den 15. Juli 1861. Das Berhältniß der israel. Religions-Beamten zur Gemeinde. Ein Beitrag zur Bclcuchtunq der Streitpunkte zwischen dem Herrn Rabbiner Leopold Stein in Frankfurt a. M. und dem israelitislbe» Gcnjeindcvoriianre daselbst. I. ' Indem wir hiermit die Arena für die Besprechung eines Ereignisses eröffnen, das;n den wichtigsten innerhalb des JudmthumS der Jetztzeit gehört, und dessen Tragweite für die religiöse Gesammtheit vielleicht nicht genügend gewürdigt werden mag, können wir nicht umhin, voraus die Persicherung zu geben, daH wir uns von allen persönlichen Beziehungen möglichst ferne hasten werden. So sehr unser Herz aus tausend Gründen für Herr» Rabbiner Stein auch sprechen mag, wir werden es hier schweigen lassen und nur die'Thatsachen inS .Auge zu fassen streben. Wir ffnden diese Thatsachen überaus folgenschwer für die Zukunft der religiöse» Reforrn, des Fortschritts aus gegebenem (positiven) Boden. Stein gehört zu den allseitig freisinnigsten Rabbinern; Wenige haben praktisch der religiösen Reform einen so großen Spielraum eröffnet, Wenige haben sich unter ihren Gesinnungsgenossen einen so geachteten Namen erworben; der Fortschritt in Synagoge, Lelrre und Leben fand in ihnzeinen eifrigen Bcrkämpfer, der seine Meinung offen ausspra^, und' daS als recht Erkannte faktisch zu bethätigen und durchzuführen strebte. Unter den Rabbinen der Jetztzeit werden — in Deutschland mindestens — Wenige sein, die so ungescheut ihren Standpunkt nach allen Seiten hin bethätigteii; diejenigen etwa ausgenommen, die an Separatverbindungen, Reform- und Tempelgemeinden, also außerhalb der Gesammtheit, als Prediger rc. thätig sind. Stein stand jedoch innerhalb der Synagoge. Er mußte es als Rabbiner einer Gesammtgemeinde. Seinem dichterischen Herzen hätte überdies ein Standpunkt nicht genügt, der ans der kahlen Höhe einer Perstandesveligchr unterbindet, alle Verbindung die Pulsadern d.'s Judenthums mit der Vergangenheit und mit jenem großen Theile der Jjutenheit auflöst,, dem die religiöse Form 'heute noch ebeit so he und das Sittengesetz. / ' Und dieser Mann wirr sig^ist, wie die Religionslehre mch fast achtzehnjähriger Dienstzeit genöthigt, sein Pint au'zugebcn. Genöthigt nicht von der Orthodoxie, von der kleinen, aber auch im gegenwärtigen Judenthum noch mächtigen ‘ Partei, mit der er von seinem Amtsantritte an so heftige seinem Streben Schritt vor^ Kämpfe zu bestehen hatte, die chritt Hindernisse entgegenstellte. die ihn hasset mit jenem unversöhnlichen Hasse, mit dem der religiöse Fanatismus seine Ge; ner haßt. — Nicht diese haben ihn von seinem Amte verdrängt. Eben so wenig gab etwa seine Amtsführung den Grünt zur Unzufriedenheit; wir glauben vielmehr die Ueberzeugung aussprechen zu dürfen, daß er in seiner Gemeinde eine und Anhängern zählt, die seist namhafte Anzahl von Freunden cheidcn schmerzlich bedauern. tein wird von seiner Stel ling verdrängt von denjenigen, die den nicht Eingeweihten bis jetzt.als seine glübendsten Anhänger erscheine» mußten, von dem Vorstande seiner Religionsgemcinde und zlvar, wei er den htiligen Pflichten seines Amtes genügen, auf das religiöse Leben der Gemeinde irgend einen Einfluß auSüben will, nicht eine Paradefigur, ejine Er wird verdrängt, weil er Gliederpuppe sein will in der Hand einer kleinen Anzahl ron Männern,, die in Wissen und Anschauungen durchaus lischt übereinstimmen mit den Anforderungen deS Amtes» das ie sich anmaßen; die die höchste Reliüionsbehörde einer großen Gemeinde sein wollen, ohne auf ihre Kemitniß von oder ihre Begeisterung für diese Religion sich stützen zu können: Ist wohl ein Unterschie > zwischen diesem Vorstande einer der Ersten Gemeinden Deyts hlands und chech Parneß irgend

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