Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 5 (1.7.1861)
- Date
- 1861-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jthrltch 2t Rummim, am I. und IS. iitcn Monat«. Prizt« 42 (t oder . 12 Sgr. halbjährig. Der A^;elgeu juL Ir. oder, -LgrdirPrÜIzeile. testelluagen nehmen alle Durbhaudlungea und Postämter an. -l ' ' |. Israelitische Lehrer Ein Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindeleben des,Zudenchums. H e r a u s g e g e b e n von t Dr. Emanuel Hecht, I. Klingenstein und A. Treu. N*. 5. Darmstadt, den 1. Juli 1861. Unser Ziel.*) AuS der Sräste schön vereintem Streben Sr)ebt sich, wirkend, ^erst dawahre Leben. Schiller." Als wir in der Probenummer, in dem „unsere Aufgabe" betitelten Artikel, den Plan einer allgemeinen israelitischen Lehrerversammlung anveuteten,. hofften wir auf eine frohe, allgemeine und begeisterte Zustimmung. Wir waren jedoch nicht taub gegen die zum Theil gerechten Bedenken, die sich der Verwirklichung des mit Liebe, gehegten Gedankens enlgegenstellen, und denselben vorderhand bloS als-schönen. irt Wirklichkeit unausführbaren Traum erscheinen lassen. Umsomehr sind wir uns und unserem Streben schuldig, den einzigen Haltpunkt, den wir -in unseren gemeinsamen Zielen haben, , nicht aus dem Auge zu verlieren, und mindestens unser gemeinschaftliches Organ mit aller Kraft des redlichen Bewußtseins zu heben und zu kräftigen.. Ist ein solches Organ der deutsch-israelitischen Lehrerwelt und der sich ihr äitschließenden Faktoren der religiösen EntwicklungS- und Fortschrittsbewegung unabweisbares Betürfniß? Wird dies Bedürfnis allseitige Anerkennung und Bertretung finden? Werden wir Unterstützung finden für' die von uns zum Heile des Ganzen angestrebten Ziele, oder vielmehr — wird man baltz in dieser Zeitschrift nicht mehr unsere Stimme., sondern die Stimme einer geeinigten, ihrem Ziele bewußt zusteuernden Gesammtheit finden? *) Erst, nachdem ich mit diesem Schreiben zu Ende war, und dasselbe eben zur Presse befördern wollte, fiel mir ein, daß möglicher Weise meine geschätzten College» in ber Redaktion die Verantwortung für manches darin Gesagte nicht tragen möchten. Ich muß mich daher allein als verantwortlich nennen, jedoch mit dem Anfügen, daß, was die Tendenz und den Schlußsatz betrifft/ wir vollkommen übereinstimmen. Klingenstein. Wir glauben kaum eine Verkennung befürchten zu müssen. Die Anlage unseres Unternehmens schützt uns vor dem Verdachte, eS aus Ehp- oder Gewinnsucht ins Leben gerufen zu haben. Wir glaube» dieS' außer allen Zweifel' gestellt. Was wir wollen, ist eine wahichafte, mit Begeisterung ergriffene Hebung und Förderung der religiösen Elemente deS Judenthums, der materiellen und geistigen Interessen deS israelitischen LehrtrstandeS, der Erziehung, deS Unterrichts, der jüdischen Familie, des Gemeinwesens, der gesainmten jüdischen Lebenskreise mit Ausschluß des rein Theologischen und Wisscnschaf^tlichen.! Wir haben uns vorzüglschän die ßehrer gewendet, nicht allein, weil wir selbst Lehrer sind, sondern auch, weis?s vorzüglich die Interessen des Schule und der Lehrer sind, deren Vernachlässigung wir den leitenden Organen des heutigen Judenthums mit Recht vorwerfen können. Zwar werden auch Männer ersten RcjngeS, die sich nicht zu Lobhudlern, und Fußschemeln der TcfgeSgrößen hergeben wollen, mit Koth beworfen. Der Eine stnrd heute als wahnsinnig, der Andere Morgen als ignorant, dar Dritte Uxbermorgen als Verräther denuncirt, zum Test nur darum, weil sie auf demselben Gebiete arbeitend, Riesnanden ein' Vorrecht einräumen wollen vvr dem Forum der! Oeffentlichkeit. Aber am stiefmütterlichsten wurde die'Schule behandelt, sie, die doch der Grundpfeiler ist aller religiösen und socialen Entwicklung im Judenthum aller Zeiten und ^Geschlechter. Die jüdische Presse hat in der letzten Zeit füs dis Schule fast kein warmes Wort mehr, noch weniger aher gab sie den Impuls zu einer großen begeisternden That. j Alles, was nicht dazu diente, einzelne Persönlichkeiten auf! den hohen Olympzu erheben, andere zu verunglimpfen unp in den Staub zu ziehen, ist nicht vor die Oeffentlichkeit hu bringen. Wer sich nicht zum Parteigänger der unparteiischen Organe des heutigen Juden-