Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 4 (15.6.1861)
- Date
- 1861-06-15
- Page
- Seite 29 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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2A i ES war seit einigen Jahren ein Streben zur Bessergestaltung unter den Lehrerit erwacht. Es wurden theure Versammlungen gehalten, man hoffte, träumte süß und träumte lange, —,aber-nun, wir wollen vernarbte Wunden > nicht frisch bluten machen. Genuss, die Bemühunssen hatten keinen Erfolg. Da, in der elften Stunde, erwachte ein Geist, der lange geschlafen. Neue Kräfte regten sich, schienen sich sogar an die Spitze stellen zu wollen, neues Leben kam in die erstorbenen Glieder. Der geistliche Führer eines großen TheilS der hessischen Juden, von dem und von denen wir zu erwarten längst verlernt hatten, berief eine mit vieler Freude, mit einem wahren Lehrerjubel — und die Lehrer haben doch schon seit lange da« Jubelkt -fast verlernt — begrüßte Versammlung; auch die Vorstände betheiligten sich; die Sage vom Kaiser Rothbärt schien sich in Oberhesien an den jüdischen Gemeinden und ihren Leitern zu bewahrheiten, —-ach KfcT "|DD "piriöl "pDTID deine Freunde (?) sind deine Todtengräber geworden. Schlaf' wohl, verwaiste Schule, schlaf' immer fort. Wir wollen keine Steine auf die gefallenen — Helden? — werfen. Wir wollen die Gedanken verbergen, die wir vom Anfang her über das ganze Beginnen der oberhessischen Versaminlung hatten; genug, die Angelegenheit der hessischen israelitischen Schule und ihrer Lehrer kann durch ihre Schuld nun lange vergeblich auf Bessergestaltung hoffen, wenn und insofern sie von der Regierung ausgehen soll/ Allein man mag uns vergönnen, zu erweisen, daß alle die Bemühungen schon deßhalb leeres Strph gedroschen waren, weil es vor der Hand durchaus nicht Sache der Regierung, sondern der Gemeinden und deren israelitischer Leiter war, BieleS selbst ins Werk zu setzen, »m waS sie petitionirten. Da ist vor allem der Alttrag, der an der Spitze aller Lehrertränme seit Jahren figtMtt; der Antrag auf definitive Anstellung derselben. Mein Gott, wer hindert euchdenn, wenn Ihr es ernstlich meint, dies ohne die Regierung zu thun? Wer hindert Euch, wenn Ihr wollt, öffentliche Elementarschulen zu gründen, die den anderen Volksschulen in Hessen in Allem gleichgestellt sind; die durch». auS nicht mehr, sondern im' Gegentheil weniger kosten, als die Religionsschulen,' weil die Beiträge zu den Communalschulen erspart werden? Oder, wenn Ihr nicht das wollt, wer hindert Euch denn, Eure Euch bekannten verdienten Religionslehrer definitiv aufzimehmen? Bedarf eS nothwendigerweise hierzu deS Machtwortes der Regierung? O, nein, tausendmal nein! Ihr wollt Eure Herrschaft nicht aus den Händen geben. Ihr wollt lieber keine Lehrer, als definitiv angestellte, die Ihr. nicht, cujoniren könnt. Ihr wäret erschrocken, wenn die Regierung zu Eurer Petition in allem »Ja" gesagt hätte. Ihr wolltet etwas mehr Macht und Einfluß, etwa» Titel*) und und für die Lehrer — Nichts. Firlefanz, Spiegelfechterei — Spiegelberg, ich kenne Dir ... Doch zugegeben, es war ernstlich gemeint und die Regierung hätte das erbetene Wo tt ausgesprochen; die Religionslehrer wären nun definitiv ar gestellt; was nun? —Ich, für meinen Theil, gäbe keinen Pfifferling für ein solches Definitivum. Nur, wenn damit Wittwengehalt und Pensionsrechte verknüpft sind, hat das Definitivum einen Werth. Der dienstfähige, strebsame Lehrer, der seinem Berufe gewachsen ist, findet heutzutage allüberall sein gleich karg zugemessenes Brod. Glauben Sie, ich könnte, von hier wegkommend, nicht auch anderwärts oder gar ir einem anderen Berufe meine mit sauerem Schweiße durch Arbeit vom frühen Morgen bis zum späten^ Abend zusammer geschlagenen 40Ü fl. alljährlich verdienen? Was nützt mich >as Anschmieden, wenn ich nickt einen für eine Familie zum anständigen Leben ausreichenden Gehalt habe? Wenn ich im Alter, im dienstunfähigen Zustande wie eine ausgepreßte' Citrone weggeworfen werde? Wenn ich tggtäglich die Gefahr vor Augen haben muß. trotz meines DefinitivumS ohne Brod, ohne Obdach hinaus gestoßen zu werden, sobald ich dienstuntauglich werde, nichts mehr verdienen kann-! Oder, o der derbsten Sorge, weich ich das heilige, gottvertraueuve, das echt religiöse Gemüth zeichnende Wort ^TPl TpCN "jTO 'm Hinblick auf mein Weib, mein Kind nur-mit innerem Beben auszusprechen vermag!; — -- — Nur in Verbindung mit solchen Veranstaltungen, die uns vor den Zufällisskeiten des äißeren Lebens schützen, hat das Der Lehrer, der sein Leben der Erziehung und Bildung Euerer Definitivum eine» Werth Gemeinde, der Schule-, der Kinder widmet für kärgliche! Tagelohn, der in ssineM Berufe nichts erübrigen kann als zeitig graue Haare; der in *J Unter- Lbcrjynagogk wie bänju t»S alks lYnt Wir iint nicht Vertheidigf der — >ui», wir imificii griff am beste» wiedergebeu 'Hafcfcimjn erhöhten (Senffi darf nicht beengend sein s ttinffuß sei», der aus kommt. Wir werden auch orgen und Kummer und frühseinein Geschäfte nicht sein Glück machen kann; der sich dur h seine'Binder nicht unterstützen lassen kann in seinem Berufe; durch diese nicht also bald Vortheil/, freie thatkräftige Unterstützung erhoffen kann, der braucht, wenn er nicht dr rch bang^ Sorgen ganz und-gar niedergedrückt werden soll, den einch Gedanken, den einen Trost: du bist im Alter, dein Weib find Kind find nach deinem Ablebsn nicht ganz dem Hungep, dem Elende preiSgeirälhe, sch»lrätl,e u. f. w. Wein Goti, n'n Bellrebijnge» der dthrer zusammen? r der totalen Trennung der schule von vnagoge^ sagen. weil wir damit den Be- Wir gönnen.und wünsche» sogar.den ß ans die schule : Aber dieser lkinffuß ir daS Schulleben. ttS »»ist der rechte nnercn wahrbast religiösen Strebungen darauf zurüikkommcn! « \s*