Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 3 (1.6.1861)
- Date
- 1861-06-01
- Page
- Seite 24 (sequence 8)
- Language
- German
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24 also nicht an die Schrift den in einem Winkel gepaar Stunden t röchent-' Ein päd< gogisches Dkaas können >'w legen. Ko es sich darum Handel schokenei i. Religionsunterricht in ei -sich „ab umachen", ^a kann natüftich von pädagogischer Be bandlunj dieses Gegenstandes keine ptede sein. Die ncirere Pädagogik kellt einerseits wohl die in der L olksschule sei religiös," nn? stellt sich mit dics!er Forderung ms den höchsten und sre esten Standpunkt, Iden sie .einzunehr wn berufen ist. Zugleich st dies vorzüglich ^in Gedanke be< ■ Judcnthums, der durch > essen ganze Geschichte zieht. TaS Jucenthum wollte mit seiner Lehre wie mit seihen Geboten dasganze Leben in allen siincn Acußerungen religiös umschließen. Allein dies in die Winke geschobene ncthdürftig angelernte f lickwerk, das die meisten jüd scheu Schüler christl. städtischer Lehranstalten als eigentlichen 3 eligicnSunterricht, »lö das erfrischende, läuternde erhabenste Q '.emcnt der MenschSnerzicbung erhalten sollen, ist der Ueb rgang zum Nichts^ Wir wollest Mit den Männern nicht rechnen, die unter diesen Verhältnissen diesen Unterricht ertheileß, und ihn Rcligionsuntcrricbt neisnen, Religionsunterricht! — der dem Lehrer das Höchste sind Erhabenste, die Plüs >e des gesammten Unterrichts iftd sie haben die Verhältni 'e. nicht gemacht, wie sie sind, sond:rn nur. ebenso vcrgcfundm.' Aber, ob diese Verhältnisse j erade in freisinnigen, fort redenden Gemeinden nicht zu änderri wären? ES i st allerdings von diesem Z tandpunkte aus auch auffallend, f>-Manches in diesem Bin lein ^u finden, was uns. nicht gerade von den Verhältnissen' iedingt scheint. So z. B. sängt dasslbe mit „I-eclur in, enthält Stücke über 2die Segenssprüche über Thephilin. Wir dürfen wohl vora uSsetzcn, daß Leute, die s ch mit dem Religionsunterrichte n ie er hier geboten wird, blgnügen, nicht oft in den Fall kommen werden, die Gebetricu en anzulegen. Mft der Umschreibung deS hebräilchcn mit lateinischen Buchstaben könrsteu wir uns jedoch nie Nnp nimmermehr befreunden. Entweder das Hebräische ist unnötig in der Synagoge, nun — so verbanne man es; oder es i» nöthig, so muß cs gelehrt werden. Hebräisch mit lateinischen Lettern, welche Lächerlichkeit! Sind die Binder, dis die städtischen Schulen besuchen, so dumm, daß ihnen das Ädwältigen der hebräischen Lettern zur Unmöglichkeit wird? Ich mache mich anheischig, > jedes Kind IaS deutsch lesen kann, i Stunde hebräisch lesen zu lehren; i ’t diese Zeit nicht zu er halten? Ist das eine so unmöglich für den Lehrer? TaS Umschreiben nischen Lettern ist eine Sanktion dez nimmermehr gutheißen können. 15 Lektionen ü '/,! ZU bewältigende Aufgabe 'es hebräischen mit latei- Gleichgültigkeit, die wir Wenn wir jedoch von der pädagogischen Berechtigung und von unserer rtligiösen Anschauung absehen, so können wir dem Büchelchen allerdings einen gewissen Zweck und einen eigenes Wirkungskreis nicht absprechcn. Für solche jüdische Schule oder Religionsunterrichtsanstalten, wo eben der Religionsunterricht in! möglichst wenig Stunden und möglichst kurzer Frist abgethan sein muß, wird die Schrift ein bequemes Hilfs- und Erjeichterungsmittel sein, um das ganze religiöse Gerippe den Kindern in iiucu in die Hand zu geben. Was aber für Religion hiemit gewonnen wird, wollen wir dahin gestellt sein lassen. Rur noch Eines.' Die übrigen Theile des Büchleins, sind höchst gut und für alle Schulen werthvoll. .Die Zeittafel ist vorzüglich,.! wie es von . einem Manne, der seine Meisterschaft in der jüdischen Religionsgeschichte bewährt hat, nicht anders zu erwarten steht. Allein wir fragen alle Religionslchrer und Rabbincn, ob sic es nicht vorziehen, wenn die Mutter eine bessere Kenntniß der Gebetsprachc besitze», wenn sie mindestens hebräisch lesen können, als wenn sie die Daten, Folge und sonstige Zahlen und Namen aus der jüdischen Geschichte und biblischen Geographie inne haben; Dinge, die im besten Falle nicht zur Belebung reo religiösen Gefühles dienen, noch mit der Erfüllung einer religiösen Aufgabe von Bedeutung zusammenhängcn; wix fragen, ob nicht ein gut erklärtes Gebet mehr auf Gemüth und Geist wirkt, und die religiöse Erkenntniß mehr belebt, als die Aufzählung z. B. aller Könige von Israel ckstd Jnva. - K. Nachrichten. Der Herausgeber des in Florenz erscheinenden- „Arlechin o", Soliani, wurde wegen Beleidigung der Staats-Religion zu 1 Monat Kerker und 20V Lire Geldstrafe verurtheilt. Der Angeklagte behauptete, er habe nur die Gewissensfreiheit vertheidigt; auch Jmirre als milvernder Umstand geltend gemacht, daß der Verfasser des betreffenden Artikels Israelit sei. (Fr. I.) > «-- Warschau, j22. April. Eine betrübende Nachricht ist heute aus der deutschen Fabrikstadt Lodz eingelaufen. Ein jüdischer Fabrikant daselbst hatte vor einiger Zeit eine Dampfmaschine errichten und dadurch viele seiner bisherigen Arbeiter entbehrlich gemacht. Ferner erregte schon lange die Concurrenz der jüdischen Einwohner Lodz's den Haß der dortigen deutschen Fabrikanten. In der Nacht nun vom 20. zum 21. überfiel eine große Zahl deutscher Einwohner ihre reicheren jüdischen Mitbürger, zerstörten eine Spinnerei bis auf den Grund; die Juden setzten sich zur Wehr, die polnischen Einwohner, so wie Bauern aus der nächsten Umgebung eilten den Juden zu Hülfe,! und es kam zu blutigen Auftrittenbei denen Diele verwundet,! Einer getödtet wurde. -!L/r«ntwortI«brr Redakteur: I. .RI i n g t n ein in Ldern ht m (Rheinhessen). Druck und Verlag von Chr. Frirdr. Will in Darmstadt.