Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 1 (1.5.1861)
- Date
- 1861-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4896751-5428754-5431946--0041-4896765- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jährlich 24 Nummern, am 1. und 15 ,:ten MonalS. 'Preis 42 kr. oder 12 Sgr halbjährig. \ . i Der i Israelitische Lehrer Anzeigen 5 kr. oder 1»/, Lzr diePetitzeile. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und Postämter an. « Ein! Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindelebcn des Judenthums. j. Hcrausgegeben , l' c II Br. Ein^nuel Hecht, I. Klingrnstciu und A. Treu. Tarmstadt, den 1. Mai 1861. 1. Unsere Aufgabe. ^Als der Schul- und Hausfreund der mitnntcrzcichnetcn Herausgeber dieser neuen Zeitschrift^ seine Laufbahn cröffucte, wurde dessen "Aufgabe ciiigchciik besprechen. Zudem wir nun,.Verbünden mit einem Dritten*), mit einem neuen, in seinem Ziele etwas erweiterten Unternehmen vor das lesende Publikum treten, füblen wir uns vor Allem verpflichtet, die Tendenz und die§ )iothwcndigkeit desselben nochmals klar' zu machen.1 . i Heute wie damals wünschen wir insbesondere für unsere College», 'die Lehrer, wie für Alle, denen das Wohl unserer Schulen und unserer vorzüglich durch die Lehrer getragenen religiösen und gcmeinheitlichcn Institutionen am Herzen liegt, eincn"cinigcnden Mittelpunkt zu schaffen. Die Ansichten über die Stellung der Lehrer scheine» sich im Geiste unserer-Glaubensgenossen klären,zu wollen. Der Lehrermangel wird immer fühlbarer, und man gelangt nachgerade fast überall zu der Ueberzeugung, daß etwas geschehen müsse, um das Judcnthum, das in den Lehrern der Jugend Grundsäulen seines Bestehens und seiner Entwickelung und Fortbildung erkannt hat, vor Zerfall und Auflösung zu schützen. Wie und was da zu thun sei, das ist nur noch eine Frage der Zeit; Alle stimmen darüber überein. Aber Wenige von denen, di< dazu berufen sind, haben bis.jetzt diese Frage ernstlich besprechen^ für die Herbeiführung eines anderen Zustandes ist fast nichts geschehen. Es sind also wieder die Lehrer, die ihrs Sache, und-somit auch die Sache des JndcnthumS selbst allen Ernstes in die Hand nehmem müssen. Es ist Sach? der Lehrer, Mittel und Wege aufzüsuchen, wie ihre Stellung eine freiere, gesichertere werde, wie sie die Steine des Anstoßes, die hie und da, ja fast *} -j:rrw mrrep trSren t^nm überall noch der gcdeiblichcn, Entwickelung der Schule hemmend und störend in dem Weg liegen — oft auch absichtlich gelegt werden — hinwcgränmen.' Sie selbst sind dazu aufgcfordert, um inmitten all der Gesellschaftsklassen, die mit ihrem Streben nach/ÄÄerietlcm undgeistigem Fortschritte ans der Höhe rer Zeit zu stehen suchen; nicht allbin znrückzublcibest. Sie müssen sich selbst tiescnigsj Stellung im Leben erringen, die ihrer Aufgabe angemessen-ist. Um dies zu können, bedürfen die Lehrer eines einigenden Mittelpunktes. Ter Einzelne, wenn er nicht durch persönliche Bedeutung erhaben ifu über seine Zeitgenossen, verschwindet ini Strudel dieser unaufhörlichen Bewegung; die Masse, die eine große Einheit und zugleich eine große Idee verkörpert, impouirt und wirkt. Ein solcher einigender Mittelpunkt soll unser Blatt werten. Alle vereinzelte Stimmen der Lehrer nno Schulfreunde, die oft /»gehört verhallen, öfter in ungeahntem Misere untcrgehcn, sollen sich hier, wie Ströme ins Meer ergießen. Die Lehrer sollen sich, angeregt durch ein gemeinschaftliches Drgan, als Thrile eines großen Ganzen füblen lernen. — An. unserer Zeitschrift soll und'muß sich, wenn sic Bedeutung und Bestand haben soll', Jedermann betheiligc», rem die heiligen Interessen des Judcnthnmö, der Erziehung und des Unterrichts Werth haben.. Insbesondere aber müssen rirS unsere Eollcgcn und Mitarbeiter auf dem Felde der Jugenrcrzidhnng, wenn sie nicht stille stehen wollen in der Fluth der Zeit, wenn sie nicht untergehcn wollen für die geistige Bewegung — -vereinsamt, als verlorene Posten. . Es wird ferner unser Bestreben sein, die Gründung von freien iSrael. Lchrervercinen anzuregcn, und solchen-Vereinen als Correspondenzblatt zu dienen. Als eine hohe, mit aller Energie zu erfassende Aufgabe betrachten wir insbesondere die Gründung eines iSrael.