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Herzl-Bund-Blätter · 1918-12-01 · 40 (Dezember 1918) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1918
Issue
40 (Dezember 1918)
Date
1918-12-01
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
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631 Ich schwieg. Aufstiegen vor mir Bilder vergangener Tage. Schon seit unserer Kindheit kannte ich ihn (unsere Eltern waren befreundet) — und den Jungen hat^e ich, hatten alle gern. Er war so frisch und sonnig, Uebermut ließ ihn unbekümmert Streiche aushecken. - Dann sah ich ihn wieder 1913 in Berlin in unserer Mitte. Aus dem Jungen war ein langaufgeschossener Jüngling geworden, und <wir riefen ihn Paulchen. Dies Wort zeigt, wie lieb ihn alle 'hatten. Noch immer war er der sorglose Mensch, dessen Frohmut so wohl tat und der das Leben lieben mußte, weil er selbst so ganz Leben war. Wer ihm näher trat, sah, daß die Jahre der 'Entwicklung auch ihn gestreift hatten. Sein Leben hatte eine Richtung gefunden, ein Ziel, das ihm heilig war. Mit ernstem Willen und opferfreudiger Bereitschaft hatte er sieh gestellt in die Reihen 'der Arbeiter für unser Judentum. Ich habe ihn Während dieses Krieges nicht wiedergesehen. Aber, was ich von ihm gelesen 'habe und was mir Freunde von Stunden mit ihm erzählten, hat mir gezeigt, daß er draußen ein Mann geworden war, und 'auch, dal! er niemals sein Judenrum vergessen hat. Wir durften uns seiner freuen und für seine Zukunft hoffen. Das ist nun alles aus. Mit einem Schlage hat der unersättliche Tod diesem Leben ein Ende gemacht und wieder einen lieben Menschen aus unserem Freundeskreise gerissen. Die wenigen Worte Abrahamsohns drückten das aus, was alle, die ihn kannten verstummen lief) das Unfaßbare dieses Todes. Für mich war er stets die sonnigste Jugend und 80 aufrecht Raul Lew ist nicht mehr, aber in unserem Herren wird er immer sein. , Im Felde. Manfred Blumenthal Paul Plnkus Ich habe für Euch beide, Manfred Blumcnthal und Raul Rinkus, im TIC und Blau-Weiß Worte des Gedenkens gesprochen. Ich sah Euch vor mir ajs ruhige, junge Menschen, die sich nicht mit Problemen herumschlugen, ihren Weg geradeaus gingen und zuverlässig standen, wohin sie gestellt wurden. Ich bin Feldsoldat gewesen, wie Ihr es wart, und darum glaubte ich vom Kriege sprechen zu müssen und von dem, das sich für lins aus ihm ergeben mühte. Ich sprach von der Sinnlosigkeit der (iranaten, von dem Meer von Blut und von der Trauer und Scham, die uns zu Boden drücken müßte, von der (ileichgül-

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