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Herzl-Bund-Blätter · 1918-12-01 · 40 (Dezember 1918) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1918
Issue
40 (Dezember 1918)
Date
1918-12-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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617 Die für uns unwesentlichen Dinge (Geologie, (kschichte usw.) sind ganz kurz zu fassen. Desto eingehender ist über die Kolonien und ihrt Erträgnisse, über Handel und Verkehr und die gemachten Erfahrungen zu berichten. IXt zweite Kurs soll dann die Probleme und Möglichkeiten unserer Arbeit im engeren Sinne und im Rahmen der Orientwirtschaft behandeln. Hier wird über die Arbeiter- und Araberfrage, über Steuern, Zölle und ähnliche Dinge zu sprechen sein. Das von uns an anderer Stelle skizzierte Programm der zionistischen Arbeit ist überall die leitende Idee und die Grundlage der ganzen Ausarbeitung. Dieses ist das Gerüst meines Arbeitsplanes. Es umfallt in den drei Jahren unserer Aktivitas, die Walter Samuel einst forderte die drei grollen Gebiete: Jüdisch«.' Bewegung, Zionismus und Palästina. Eine Diskussion mit den Rosenblüthschcn Vorschlägen erübrigt sich. Hebräisch soll selbstverständlich nicht vergessen sein. Jedoch hat mich die Erfahrung gelehrt, dall <>bligatorisclte hebräische Kurse bei uns Zwecklos sind. Wozu erst unnötige Kraft verbrauchen? Hebräisch kann nur von denen gelernt werden, die es wahrhaft wollen, d. h. in freiwilligem Unter, rieht, zu dem sich 5 oder 10 Freunde zusammenfinden. Vielleicht werden wir uns auch hie und da an die Lischkaath anschließen. Unsere ganze Jugend lernt hebräisch, es gibt kein besonderes Hebräisch des H.-C. Das Turnen betrachte ich grundsätzlich anders;ils unser Statut oder dessen bekannte Auslegung. In den ersten ein oder zwei Jahren der Aktivitas mag geturnt werden; zu Sport, Leichtathletik, Wandern braucht nicht besonders aufgerufen zu werden. Ich lege aber alledem nur eine körperliche Bedeutung bei (Mens sana in corpore sano), eine nationale .nur insofern, als jede Arbeit, die zur Ertüchtigung des Volkes führt, national ist. Mit dem „Muskeljudentum" an sich verbinde ich keine nationalen Hoffnungen. Ich bin nicht der .Meinung; dall der Grad unseres Nationalismus an der Stärke unseres Biccps gemessen werden kann. Im Althcrrenclub schliellen sich die Bundesbruder nach den drei Jahren der Aktivitas zu neuer Arbeit zusammen. Es wird zunächst noch mehr oder weniger interessierte alte Herren geben. Solche, denen Geschäfte und eine gute Unterhaltung am Abend danach, und solche, denen Zionismus und die eigene Arbeit daran in jeder freien Minute näherstehen. Beide sollen noch Matz bei uns haben Ein Ziel des Altherrcnbundes ist es. seine Mitglieder, die der zionistischen Jugend entwachsen sind, der zionistischen Arbeit zuzuführen; man sage trotz Blumenfeld ruhig, einen Berufszionismus zu schaffen. Hiermit soll keine Wertung gemeint sein. Jch fordere vielmehr die Ucbcrnahme zionistischer organisatorischer Aufgaben unter fester Besoldung, die Schaffung eines zionistischen Beamtentums. Die sozialistischen, katholischen und anderen Organisationen haben ihre Sekretäre und Kommissare.

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