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Herzl-Bund-Blätter · 1917-12-01 · 37 (Dezember 1917) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1917
Issue
37 (Dezember 1917)
Date
1917-12-01
Page
[Seite] (sequence 33)
Language
German
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500 Dr. Alfred Wolff. Am 24. Juli ist er bei Tarnopol gefallen. Ein Jude ist dahingegangen, der uns allen ein Vorbild war, den wir alle bewunderten. Denn der Grundzug seines Wesens war Universalität. Er, der Akademiker, der Mann der Wissenschaft, war zugleich ein eminenter Praktiker, immer voller Ideen, voller Anregungen für Dnge de not taten und nie um die Durchführung verlegen. Den Idealen unserer großen Sache ganz hingegeben übersah er doch nie die Notwendigkeiten des Tages und so stand er uns Kaufleuten besonders nahe. Wenn er über die Bibel bei uns sprach, ihre weltkulturelle und welthistorische Bedeutung in glänzendem Vortrage beleuchtete, da war es prachtvoll, ihm zuzuhören, wie er in großen Zügen darlegte, daß die Geschichte nichts an sich Abgeschlossenes «ei, sondern daß wir, die Jugend, berufen seien, sie fortzusetzen, daß der Inhalt unseres Lebens werden sollte, den Grund mit zu legen für eine neue Blüte unseres alten Volkes. Konnte er so unseren Blick über Jahrtausende führen, so war es ihm auch gegeben, unsere kleinen und kleinsten Sorgen zu teilen. Mit dem größten Interesse verfolgte er den Aufstieg unseres Bundes, dem Berliner Club war er ein treuer Freund und Helfer, und besonders in jener Zeit, als wir der Hilfe Außenstehender noch dringend bedurfton. Nicht nur stellte er sich damals für einen großen Oeschichtskursus und bei jeder Gelegenheit, bei der wir ihn darum baten, zu Vortragen zur Verfügung, er nahm auch den lebhaftesten Anteil an unserem Clubleben, stets bereit, uns mit seinem klugen Rate zu helfen. Er hat wie kein anderer die Wichtigkeit eines großen kaufmännischen Bundes begriffen und unsere Sache auch nach außen unterstützt und gefördert. Jeder kleinliche Vereinsparteikularismus war ihm fremd, über alle an sich notwendigen Sonderbestrebungen sah er doch immer die große Sache, ein gemeinsames Ziel vor sich, und wirkte für die Annäherung und Zusammenarbeit aller jüdischen Vereine. Diesen Gedanken vertrat er auch in dem in diesen Blättern erschienenen Artikel: „Eine Arbeitsgemeinschaft der national-jüdischen Jugend", seiner letzten zionistischen Vcröfferrtlichung. Es war eine Freude, das Wirken dieses Mannes zu beobachten, der, auf allen Gebieten beschlagen, doch nie oberflächlich, rastlos wie kaum einer für unsere Idee arbeitete? Doch dies Wort scheint falsch. Man empfand bei ihm kaum je die Anstrengung, alles schien ihm ganz leicht von der Hand zu gehen

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