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Herzl-Bund-Blätter · 1917-12-01 · 37 (Dezember 1917) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1917
Issue
37 (Dezember 1917)
Date
1917-12-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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482 denn bereit sein müssen wir, und „bereit sein heißt sich bereiten". — Was müssen wir tun, um bereit zu sein? Wohl werden wir unser größtes Uebel, unsere Wurzellosig* keit, erst auf dem Boden von Erez Israel ganz heilen können, denn nur auf diesem Boden, diesem uralten, ewig jungen Boden, kann unser Volk Wurzel fassen, aber vorbereiten müssen wir uns für den Tag, da wir wieder in unserer Heimat sind. Denn dies sei uns ganz klar: so, wie wir heute sind, werden wir auch in Erez Israel niemals glücklich werden! Voraussetzung hierfür ist, daß wir jüdischer werden. Daß wir eine fast zweitausendjährige Qolusnacht durchleben und bestehen konnten, das verdanken wir nur dem Geist, den unsere Ahnen uns vererbt, und nur, wenn dieser Geist in uns weiterlebt, werden wir weiterleben. Den Geist unserer Ahnen aber können wir nur dann pflegen, wenn wir ihn aus seinen tiefsten Quellen schöpfen. Eindringen müssen wir in die ewige. Weisheit der Bibel und des Talmud. Ebensowenig aber, wie ein Deutscher seinen Goethe englisch lesen wird, dürfen wir unsere alten Werke in fremder Sprache lesen. Nur in unserer Ursprache, unserer Muttersprache, de sich rühmen darf, älter zu sein, als alle Sprachen der heutigen Kultur-Menschheit, läßt sich wahrhaft begreifen und wahrhaft fühlen, wie unsere Ahnen gelebt und was sie gewollt und gewesen. Erst der fühlt sich wahrhaft verbunden mit den vergangenen Geschlechtern, erst der kann einen Hauch spüren des Geistes Davids und Jesaias, der ihre herrlichen Worte im Urtext vernommen. Wenn wir einst am Chanukkafest erkennen müssen, so ist es dies, daß nur der wirklich jüdisch fühlt, der in die hebräische Sprache eingedrungen ist. Mit dem Erkennen aber ist es nicht getan. Heute wird die Tat verlangt Jeder beginne zu lernen! Und jeder wird plötzlich tausend Probleme seines Lebens gelöst finden, die ihn bewegen, wird sein und seines Volkes Leben klarer schauen, als bisher. Seines Volkes Leben! Denn dies haben wir noch nicht klar genug erkannt, daß nicht das Volk um des Einzelnen willen, sondern der Einzelne um des Volkes willen da ist. Wollt Ihr den hohen Wert der Gemeinschaft erkennen, dann leset die Qesehkhte unteres Volkes! In den ersten Tagen seiner Jugend bietet sich der Führer Moses Gott als Opfer für sein verirrte» Volk an. „Lösche mich au» deinem Buche, aber lass' sie bestehen" und so durchzieht's die ganze Geschichte unseres Volkes. Makkabäergeist ist es, daß jeder einsteht für alle. Vieles wird zu tun sein in der kommenden Friedenszeit. Viele, große reale Arbeit wird zu feisten sein. Die Kraft, pje zu leisten können wir nur aus dem tiefen Born des Judentums

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